Politik | 01.04.2021

Die BI gegen wkB in Erpel informiert

CDU führte wkB im Eiltempo ein - wir alle tragen die Konsequenzen

Erpel. Zur Erinnerung: der damalige Gemeinderat führte das Abrechnungssystem wkB 2016 in Erpel ein. Noch in derselben Sitzung wurde auch der Ausbau der Rieslingstraße beschlossen – eine Satzung lag noch nicht vor.

Ebenso wenig gab es zu diesem Zeitpunkt die Direktive der SPD geführten Landesregierung, wkB in RLP einzuführen.

Die Konsequenzen dieses Schnellschusses tragen jetzt alle: Die aktuelle wkB-Satzung in Erpel ist nichtig.

Das Verwaltungsgericht hat die fehlerhafte Bildung der Abrechnungseinheiten durch den alten Gemeinderat und dessen externen Berater bestätigt. Nach der eindeutigen Rechtsprechung ist in der ganzen Ortsgemeinde Erpel nur ein Abrechnungsgebiet zu bilden, also keine Unterteilung zwischen Ortslage Erpel und Ortsteil Orsberg.

Ein Ergebnis des ungerechten und höchst komplizierten Abrechnungssystems wkB: Alle beitragspflichtigen Grundstücksbesitzer aus der Ortsgemeinde Erpel werden, vorausgesetzt die rechtlichen Vorgaben werden zukünftig erfüllt, für den Ausbau der Straßen in der gesamten Ortsgemeinde Erpel einen Anteil zahlen müssen. Jetzt endlich haben die CDU und SPD das gewollte Ergebnis und die angepriesene Solidarität: Verteilung der Beiträge auf viele Schulter, wenn auch immer noch zu wenige.

Die CDU Erpel behauptet, sie wolle sich dafür einsetzen, dass auch die bereits beglichenen Bescheide in der Neuberechnung berücksichtigt und entsprechend gekürzt werden. Das sieht die CDU Erpel als einzig faire Lösung an.

Die Bürgerinitiative hingegen verweist lieber auf die geltenden Gesetze: Entweder die Verwaltung muss die Bescheide aufheben, eine Neuberechnung vornehmen und neue Bescheide erlassen, oder nicht. Das entscheidet nicht die CDU Erpel, sondern die Gesetzeslage und im Anschluss ggf. die Gerichte.

Da die aktuelle wkB-Satzung in Erpel nichtig ist, besteht aktuell ein Anspruch auf vollständige Erstattung der bereits geleisteten Beiträge. Die Beiträge müssen neu ermittelt werden. Deren Höhe hängt davon ab, wie und wann eine neue (wirksame) Satzung beschlossen wird.

Wie kam es zu der Entscheidung des Verwaltungsgerichts? Der alte Gemeinderat unter Federführung der CDU hat eine fehlerhafte Satzung erlassen. Die Mitglieder der BI haben die erlassenen Bescheide einer rechtlichen Überprüfung unterzogen - hierfür werden Fachanwälte für Verwaltungsrecht nicht benötigt - und haben unter Auswertung der Rechtsprechung des Oberverwaltungsgerichts festgestellt, dass die Bildung zweier Abrechnungseinheiten in Erpel fehlerhaft ist. Dies hat zwingend die Nichtigkeit der Satzung zur Folge. Bereits im Jahr 2018 wurde die Verwaltung hierauf hingewiesen. Die Mitglieder der BI haben daher, um einen eventuellen Schaden sowohl für die betroffenen Bürger als auch für die Ortsgemeinde abzuwenden, den Rechtsweg eingeschlagen. Hätten sie es nicht gemacht, würden in Erpel möglicherweise in den nächsten Jahrzehnten die Straßenausbaubeiträge aufgrund einer nichtigen Satzung abgerechnet, dies mit unübersehbaren Folgen, im schlimmsten Falle einer drohenden Rückabwicklung Jahre später. Die CDU Erpel hätte lieber eine nichtige Satzung als Abrechnungsgrundlage behalten.

Die Entscheidungsgrundlage für das Verwaltungsgericht der Klage stattzugeben, ist die Auffassung, die Bildung zweier Abrechnungseinheiten (Ortslage Erpel / Ortsteil Orsberg) ist fehlerhaft. Die CDU Erpel behauptet, die Entscheidung für eine Abrechnungseinheit sei unter anderem mit dem bestehenden Fußweg an der Kreisstraße und dem für die Kinder errichteten Schulweg begründet. Das ist eine falsche Darstellung. Entweder hat die CDU Erpel das Urteil nicht gelesen, oder nicht verstanden, oder sie will die Bürger bewusst in die Irre führen. Das Gericht führt vielmehr aus, es bestehe ein Bebauungszusammenhang, denn zwischen der Bebauung auf einzelnen Grundstücken im Ortsteil Erpel und Ortsteil Orsberg betrage die Entfernung ca. 60 bis 70 Meter. Der Schulweg und der bestehende Fußweg sprächen eher für eine verbindende als für eine trennende Wirkung der Ortsteile.

Richtig ist, dass der Hauptausschuss die Empfehlung beschloss, keine Rechtsmittel gegen das Urteil einzulegen. Die Beweggründe der Hauptausschussmitglieder für diese Entscheidung wurden in der Sitzung nicht erörtert. Weshalb die CDU Erpel behauptet, dies sei erfolgt, um einen weiteren Schaden von der Ortsgemeinde abzuwenden, ist nicht nachvollziehbar.

Der einzige Schaden, der der Ortsgemeinde bisher entstanden ist, sind die unnötigen Kosten für externe Berater, Fachanwaltskanzleien sowie Gerichts- und Anwaltskosten für unnötige Gerichtsverfahren. Ein weiterer möglicher Schaden ist ausschließlich auf die zum damaligen Zeitpunkt nicht gesetzlich vorgeschriebene Einführung des wkB in Erpel zurückzuführen. Das bedeutet für Erpel: Wenn der Gemeinderat eine Satzung mit nur einer Abrechnungseinheit beschließt, dann werden auch Orsberger Bürger ebenfalls beim Straßenausbau in der Ortslage zur Kasse gebeten, während Erpeler Bürger auch für Orsberger Straßen zahlen werden müssen. Dies ist genau das, was durch die Gesetze und Rechtsprechung vorgegeben wird und die CDU und SPD seinerzeit mit der Einführung des wkB erreicht haben.

Weshalb sich der damalige Gemeinderat für die Erstellung von zweier Abrechnungseinheiten entschieden haben will, ist vollkommen unerheblich. Es gelten die gesetzlichen Vorgaben.

Und wie geht es weiter? Die BI wird weiter für die Einhaltung der Gesetze kämpfen, wenn nötig auch vor Gericht und die CDU Erpel wird weiter ihre eigene Wahrheit verkünden.

Pressemitteilung

Bürgerinitiative gegen

wkB Erpel

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Lena: Diversität ist wichtig: Der Wolf reguliert Überpopulationen ( z.B. Schwarzwild, Rehwild). Für schlecht geschützte Herdentiere sind die Besitzer verantwortlich.
  • Peter 1: Trotzdem ist der Wolf hier vollkommen überflüssig.
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
  • Michael Geiger, 56337 Eitelborn: Michael Geiger, Leider kann ich die Losnummern aus der Ziehung vom 28.03.26 im Globus Bubenheim nicht finden.. Warum nicht
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Dagmar Both: Guten Morgen Herr Winkelmann, herzlichen Dank für ihre Berichterstattung. Wenn sie von einer vertrauensvollen Abstimmung im Abstimmungsprozess zum Sondervermögen berichten, - dann gilt dies leider nicht für die Freien Wähler.
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Kreishandwerkerschaft
Anzeige "Rund ums Haus"
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Angebotsanzeige (April)
Feierabendmarkt Bad Neuenahr / o.B. Sponsoring
Anzeige Lange Samstage
Unterstützeranzeige
Empfohlene Artikel
Petra Schneider. Foto: privat
21

Kreis Ahrweiler. Am 23. April 2026 ist es wieder so weit: Der bundesweite Girls‘ Day/Boys‘ Day bietet jungen Menschen die Gelegenheit, spannende Einblicke in verschiedene Berufsfelder zu erhalten. Auch die CDU-Landtagsfraktion beteiligt sich erneut an diesem Aktionstag und lädt Schülerinnen und Schüler ein, einen Blick hinter die Kulissen der Landespolitik zu werfen.

Weiterlesen

31

Sinzig. Der CDU Stadtverband Sinzig bietet in diesem Jahr wieder eine Bürgerreise an: vom 30. September (Mittwoch) bis 4. Oktober (Sonntag) fahren wir mit einem modernen Reisebus der Firma Welter-Reisen nach Berlin.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Verkehrssituation an der Aloisius-Grundschule stresst die Anwohnerschaft. Foto: ROB
2288

Immer wieder kommt es zu kritischen „Manövern“: Auch die Stadtverwaltung sieht zunehmende Belastung:

HeimatCheck: Ahrweiler: Eltern-Taxis stressen alle

Ahrweiler. Seit mehreren Jahren steht die Aloisius-Grundschule vor einer wachsenden Herausforderung: dem zunehmenden Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Leser von BLICK aktuell berichten, dass sich die Situation trotz wiederholter Hinweise und Appelle bislang nicht verbessert habe. Insbesondere zu den morgendlichen Bringzeiten sowie am Mittag beim Abholen der Kinder kommt es regelmäßig zu kritischen Verkehrssituationen rund um das Schulgelände.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock
133

Bonn. Am kommenden Samstag (04.04.2026) findet in Beuel und in der Bonner Innenstadt der „Bonner Ostermarsch 2026“ statt. Zu dieser Friedensdemonstration erwarten die Veranstalter rund 500 Teilnehmende. Die Versammlung beginnt um 13:00 Uhr auf dem Mirecourtplatz am Beueler Rheinufer. Von dort aus ist folgender Aufzugsweg vorgesehen:

Weiterlesen

Dauerauftrag Imageanzeige
Rund ums Haus
Kleinanzeigen
Innovatives rund um Andernach
Imageanzeige Dauerauftrag 04/2026
Titel
Koblenz blüht
Maschinenbediener, Staplerfahrer
Rund ums Hause Mayen/Mendig
Vortrag: Arthrose des Hüft- und Kniegelenk
Kreishandwerkerschaft
Rund ums Haus
First Friday Anzeige März
Anzeige KW 14
Osteraktion
Mitarbeiter IT-Administrator