Politik | 28.07.2026, 07:35 Uhr

UNESCO-Welterbe Kurstadt

„CDU im Dialog“ in Bad Ems: Fünf Jahre UNESCO-Welterbe „Great Spa Towns of Europe“

Im ehrwürdigen „Häckers“ am „Kesselbrunnen“ , auf der Ottmar Canz Brücke sowie an der Lahn mit dem Quellenturm im Hintergrund
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Bereits zum 129. Mal hatte die CDU-Kreistagsfraktion Rhein-Lahn zur Veranstaltungsreihe „CDU im Dialog“ eingeladen, die mit der Sommertour der CDU Rhein-Lahn verbunden wurde. Diesmal führte die Veranstaltung nach Bad Ems, wo zahlreiche interessierte Bürgerinnen und Bürger bei einem Rundgang die Besonderheiten des UNESCO-Welterbes „Great Spa Towns of Europe“ kennenlernen konnten.

Im Namen des Vorsitzenden der CDU Rhein-Lahn, Matthias Lammert (MdL), begrüßte Jens Güllering, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion, die Teilnehmer. Anlass der Veranstaltung war das fünfjährige Jubiläum der Aufnahme Bad Ems‘ in die UNESCO-Welterbeliste als Teil der „Great Spa Towns of Europe“.

Eingeladen hatte der Vorsitzende des CDU-Gemeindeverbandes Bad Ems, Oliver Krügel, der seit Mai 2025 zudem der internationale Vorsitzende des Netzwerks „The Great Spa Towns of Europe“ ist. Dies ist eine berühmte Gruppe von elf historischen Kurorten in sieben Ländern, die seit 2021 ein gemeinsames UNESCO-Weltkulturerbe.

Dr. Sarholz, ehemaliger Stadtarchivar und Historiker aus Bad Ems, erläuterte die Bedeutung dieses besonderen Welterbetitels. Es handele sich um materielles Kulturerbe, das den außergewöhnlichen städtebaulichen und historischen Wert Bad Ems‘ würdige. Die Denkmalzone Bad Ems sei dabei ein herausragendes Beispiel für den Typus der mondänen Kurstadt des 19. Jahrhunderts.

Besonders bemerkenswert sei, dass sich Bad Ems nicht selbst um den Welterbetitel beworben habe. Vielmehr sei die Stadt von einer internationalen Expertenkommission ausgewählt worden, die sich vor Ort von der außergewöhnlich gut erhaltenen historischen Bausubstanz und dem einzigartigen Gesamtensemble überzeugt habe. Anders als andere Bewerberstädte – darunter auch Wiesbaden – habe Bad Ems seinen historischen Charakter weitgehend bewahren können und erfülle damit die hohen Anforderungen der UNESCO.

Im Mittelpunkt der Entwicklung Bad Ems‘ standen seit Jahrhunderten die Mineralquellen. Insgesamt werden heute noch 15 Quellen bewirtschaftet. Sie bildeten die Grundlage für den weltweiten Ruf der Kurstadt und prägten deren Entwicklung maßgeblich. Als herausragende Bauwerke wurde insbesondere der Quellenturm vorgestellt und besichtigt. Achim Deusner, Geschäftsführer der Staatsbad Bad Ems GmbH erläuterte, dass der Turm 2019 akut einsturzgefährdet war und inzwischen durch umfangreiche Sicherungsmaßnahmen einschließlich einer Neueindeckung des Daches erhalten werden konnte. Über die zukünftige Nutzung des Areals werde derzeit noch beraten. Der Quellenturm nehme innerhalb der „Great Spa Towns of Europe“ eine besondere Stellung ein, da es in keiner der übrigen Welterbestädte ein vergleichbares Bauwerk gebe.

Während des Rundgangs wurde auch das traditionsreiche Häcker’s Grand Hotel vorgestellt, dessen Gebäude auf rund 700 Jahre Baugeschichte zurückblickt. Besondere Aufmerksamkeit galt dem Marmorsaal mit seinen Säulen aus Lahnmarmor. Hier fanden einst Uraufführungen des Komponisten Jacques Offenbach statt – ein weiterer Beleg für die internationale Bedeutung Bad Ems‘ als europäische Kur- und Kulturstadt des 19. Jahrhunderts.

Oliver Krügel ergänzte die Ausführungen mit Hintergrundinformationen zum Auswahlverfahren der UNESCO und hob hervor, dass die Aufnahme in die Welterbeliste nicht nur eine besondere Auszeichnung sei, sondern auch eine Verpflichtung, das einzigartige kulturelle Erbe dauerhaft zu bewahren und behutsam weiterzuentwickeln.

Im Anschluss nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit zu zahlreichen Fragen und einem intensiven Austausch über die Chancen und Herausforderungen, die mit dem UNESCO-Welterbestatus verbunden sind. Der Rundgang machte eindrucksvoll deutlich, welche außergewöhnliche historische und kulturelle Bedeutung Bad Ems bis heute besitzt und warum die Stadt zu den bedeutendsten Kurstädten Europas zählt, so der stv. Fraktionsvorsitzende der CDU Kreistagsfraktion der Günter Groß abschließend.

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Im ehrwürdigen „Häckers“ am „Kesselbrunnen“ , auf der Ottmar Canz Brücke sowie an der Lahn mit dem Quellenturm im Hintergrund Foto: CDU Rhein-Lahn

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