Politik | 28.09.2020

CDU Kreisverband Neuwied

CDU sieht in der Digitalisierung den Schlüssel zur Zukunft

Ländlicher Raum als stärkster Profiteur

Kreis Neuwied. Der digitale Wandel schreitet in Riesenschritten voran. Das Tempo der Entwicklung ist rasant und verändert fortlaufend die Art und Weise, in der die Geselschaft sich informiert und kommuniziert, in der die Menschen arbeiten und konsumieren. Die Digitalisierung verändert das Leben grundlegend.

Die Mitglieder des CDU Kreisverbandes Neuwied beschäftigen sich schon länger mit den Chancen und Risiken der Digitalisierung in der Gesellschaft, doch die Pandemie hat ein ganz besonderes Augenmerk gerade auf den Digitalisierungsprozess geworfen. „In den kommenden Jahren wird die Digitalisierung nahezu alle Lebensbereiche noch deutlicher erfassen. Ihre Auswirkungen auf Arbeit und Wirtschaft, Gesundheit und Bildung, Mobilität und Verwaltung werden zurecht als ‚dritte industrielle Revolution‘ bezeichnet, und wenn wir diese richtig steuern, dann wird sie die Lebensqualität der Menschen nachhaltig verändern und verbessern“, ist sich Kreisvorsitzender Erwin Rüddel, MdB sicher.

Und das gilt auch und gerade mit Blick auf den ländlichen Raum, für den die Chancen auf gleiche Lebensbedingungen wie in den urbanen Zentren so groß wie nie zuvor sein werden. Erwin Rüddel betont: „In der Summe bewirkt die digitale Transformation einen fortlaufenden Veränderungsprozess der gesamten Gesellschaft.“

Grundrecht schnelles Internet

„Schnelles Internet muss ein Grundrecht sein – genau wie der Anspruch auf einen Kita-Platz. Schnelles Internet muss integraler Bestandteil der staatlichen Daseinsvorsorge sein - wie Straßen, Wasser, Strom und Gesundheitsversorgung. Wer für gleiche Lebensbedingungen in Stadt und Land eintritt, muss zwingend die Digitalisierung vorantreiben, denn sie ist gerade für den ländlichen Raum der Schlüssel zur Zukunft“, betont CDU-Landtagskandidat Pascal Badziong. Grundvoraussetzung dafür sind flächendeckendes, schnelles Internet und flächendeckender, guter Mobilfunkempfang. Davon hängt künftig entscheidend die Lebensqualität der Menschen auf dem Land ab.

„Der Landkreis Neuwied hat mit 5,6 Millionen Euro den angeforderten Betrag zur digitalen Mobilität zu 100 Prozent erhalten. Damit gehört der Kreis Neuwied zur ersten Region in Rheinland-Pfalz - und zu einer der ersten in Deutschland -, für deren Breitbandprojekte der Bund Fördermittel in Millionenhöhe bereitgestellt hat“, berichtet Landrat Achim Hallerbach und Erwin Rüddel knüpft an dieser Grundlage an: „Wir müssen in Deutschland von der Megabit-Welt den Übergang in die Gigabit-Welt schaffen. Bis 2021 muss jedes Unternehmen die Chance auf 1 GBit/s haben und jeder Haushalt auf 250 MBit/s. Der Breitbandausbau ist für eine leistungsfähige Infrastruktur der Zukunft überlebensnotwendig. Das gilt für Unternehmen wie für Privatpersonen gleichermaßen.“

Pascal Badziong erklärt dazu auch die Rolle des Landes: „Dem Staat kommt deshalb bei der Digitalisierung eine besonders verantwortungsvolle Rolle zu, da er einerseits durch gezielte Förderung aktiv zum Wohl der Menschen in diesem Prozess beiträgt und andererseits zugleich durch Regulation gefährliche Auswüchse und Fehlentwicklungen kontrollieren und eindämmen muss.“

Künftige Schwerpunkte der digitalen Transformation

Der Kreisvorstand der CDU Neuwied sieht in den Bereichen, Arbeit, Gesundheit/Pflege, Ehrenamt, Mobilität, Bildung, Landwirtschaft und Verwaltung künftige Entwicklungsschwerpunkte, die zeitnah weiter ausgebaut werden müssen.

Arbeit

In Zukunft wird es häufig egal sein, ob man von Bonefeld oder von Berlin aus arbeitet. Viele Arbeitgeber bieten heutzutage bereits Telearbeit an, und dieser Trend verstärkt sich weiter und stärkt den ländlichen Raum. Außerdem wird auch die zeitliche Flexibilität immer größer. So ist es inzwischen teilweise möglich, sich seine Arbeitszeit, ob zu Hause oder im Betrieb, selbst einzuteilen. Das kann in Verbindung mit Cloud-Working beispielweise dazu führen, dass sich Elternteile in Zukunft nicht mehr entscheiden müssen, ob sie arbeiten, sondern nur noch, wann sie arbeiten.

Gesundheit / Pflege

Eines der entscheidenden Themen mit Blick auf die Digitalisierung im ländlichen Raum sind die Auswirkungen auf die ärztliche Versorgung und die Pflege. Die aufkommende Telemedizin eröffnet die Möglichkeit, digital mit dem behandelnden Arzt oder Krankenhaus verbunden zu sein.

Zur Versorgung in der häuslichen Pflege existieren bereits etliche Modellprojekte, bei denen intelligente Sensoren und computergestützte Meldesysteme in den Wohnungen von Pflegebedürftigen auffällige Vorkommnisse - wie z.B. Unregelmäßigkeiten im Tagesablauf - registrieren (nicht Aufstehen am Morgen, keine Bewegung in der Wohnung etc.) und an einen Pflegedienst weitergeben. Auf diese Weise ergibt sich für viele ältere Menschen die große Chance, länger in ihrem vertrauten heimischen Umfeld zu leben statt in ein Heim übersiedeln zu müssen.

Ehrenamt

Im Ehrenamt hält die Digitalisierung schon länger erfolgreich Einzug. Crowd-Funding-Projekte und Mitgliederkoordination über soziale Medien oder eigens eingerichtete Programme sind keine Seltenheit mehr. Aber auch in der praktischen Umsetzung zeigen sich Innovationen. Durch Apps kann inzwischen beispielsweise die Nachbarschaftshilfe (Einkäufe nach Hause bringen; kleinere Dienstleistungen) zwischen Empfänger und Helfer koordiniert werden.

Mobilität

Generell gilt, dass für die Mobilität jede Sammlung und Analyse von Nutzungsdaten von erheblichem Nutzen für das Angebot ist. Im ÖPVN planen immer mehr Menschen ihre Nutzung durch Apps auf ihrem Smartphone oder PC. Zum einen ermöglicht dieses Verhalten eine Flexibilitäts- und Zuverlässigkeitssteigerung. Gleichzeitig zeigen die Auswertungen dieser Daten, wie man den Verkehr effizienter und nutzerfreundlicher gestalten kann, ohne neue Infrastruktur zu schaffen.

Ähnlich verhält es sich bei Sharing-Projekten für den Individualverkehr, die bis dato hauptsächlich in Städten genutzt werden.

Bildung

In der Schulbildung für Kinder und junge Erwachsene gibt es bereits erste Fortschritte in Richtung Digitalisierung. Hier zu nennen sind beispielsweise Online-Vertretungspläne und die Möglichkeiten, sich für Gruppenarbeiten zu vernetzen. Aber allgemein ist besonders im Bildungssektor noch Luft nach oben. So könnten gewisse Aufgaben/Fächer hauptsächlich digital stattfinden, wobei es weiterhin einzelne Kurse zur Klärung offener Fragen geben sollte. Auch die Vernetzung der einzelnen Schüler ist hier ein wichtiger Punkt.

Insbesondere in der beruflichen Weiterbildung und der Erwachsenenbildung ergeben sich deutliche Vorteile. Bereits jetzt ist es möglich, Programme zu Abendschulen oder Zertifizierungsprogramme online zu bearbeiten. So kann man sich eine möglicherweise längere Anfahrt sparen und muss nur noch zu einem Bruchteil von Terminen persönlich erscheinen. Außerdem ermöglicht das digitale Lernen eine deutlich höhere Zeitflexibilität und eine gesteigerte Benutzerfreundlichkeit.

Landwirtschaft

Durch das digitale Rastern von Anbaufeldern in Verbindung mit satellitengestützter „Präzisionslandwirtschaft“ können Düngemittel gespart werden, was zu weniger Umweltschäden und mehr Erträgen führt. In Zukunft wird die Digitalisierung somit in der Landwirtschaft eine besonders ökonomische und ökologische Bewirtschaftung befördern.

Verwaltung

Die CDU plant, ein elektronisches Bürgerportal mit angegliederten Bürgerkonten einzurichten. Dieser Schritt in Richtung eGovernment bietet eine Menge Vorteile hinsichtlich Wartezeiten, Standortgebundenheit und Transparenz. Wichtige Angaben müssen nur noch einmal gemacht werden, weshalb Formulare etc. größtenteils wegfallen. Gleichzeitig können die Bürgerinnen und Bürger nachvollziehen, welche Daten sie zur Verfügung gestellt haben und wer wann darauf zugreift.

Pressemitteilung

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