Politik | 23.11.2020

Neuwieder Stadtrat tagte im Heimathaus

Corona-Pandemie fordert SWN und SBN heraus

Bilanz 2019: SWN stärken Rücklagen mit 2 Mio. Euro

Unter strengen Hygienemaßnahmen tagte der Stadtrat, um wichtige Beschlussvorlagen zu verabschieden.Fotos: FF

Neuwied. Einstimmig verabschiedete der Neuwieder Stadtrat den Jahresabschluss 2019 der Stadtwerke Neuwied (SWN). Danach wird der Jahresgewinn in Höhe von rund 1,9 Mio. der Gewinnrücklage zugeführt. Dem Geschäftsführer Stefan Herschbach und dem Aufsichtsrat wurde Entlastung erteilt. 2019 war ein gutes Jahr für die 100-prozentige städtische Tochter. Der Ertrag konnte zum Vorjahr um 245.000 Euro gesteigert werden. Die Eigenkapitalquote stieg auf 36,6 Prozent. Die SWN sind also gut aufgestellt in das Pandemiejahr 2020 gestartet. „Dieses Jahr war für die SWN mit der Deichwelle und den Servicebetriebe (SBN) sehr schwierig. Die Pandemie hat auch in der Hafenstraße in weiten Teilen das Geschäft, aber vor allem die betrieblichen Abläufe beeinflusst“, konstatierte Jan Einig Der Oberbürgermeister berichtete, dass es dennoch gelungen sei, wichtige Schritte für die Energie- und Mobilitätswende zu gehen und Projekte für die städtische Infrastruktur voranzutreiben. Außerdem hätten die SWN Verantwortung für das städtische Leben übernommen. Stichwort: 150.000 Euro Coronahilfen für die Vereine. Der Oberbürgermeister begründete den zehnprozentigen Energiepreisanstieg seit 2012 mit den höheren staatlichen Abgaben. Dennoch zählten die SWN zu den günstigen Versorgern, auch wenn sich die SWN nicht auf riskante Preisspekulationen einlassen. Als wichtige Zukunftsinvestitionen nannte Jan Einig die Installation von Glasfaser und die Straßenbeleuchtung. Durch die Umrüstung ganzer Straßenzüge auf LED seien die Stromkosten seit 2012 um 500.000 Euro gesunken. Das freut den Haushalt und die Umwelt. An die schnelle Datenautobahn wurde nach den Industriegebieten Distelfeld und Friedrichshof der Schützengrund in Engers angeschossen. Auch die Neuwieder Schulen werden zunehmend mit Glasfaser versorgt. Stolz verkündete der Stadtchef hinsichtlich der E-Mobilität, dass Städte gleicher Größenordnung sich die Augen vor dem Neuwieder Ausbau mit Ladepunkten und Carsharing Stationen reiben. Seit kurzem werde das Car Sharing Angebot durch E-Roller für die Kurzstrecke ergänzt. „Der ohne Zweifel am härtesten betroffene Teil unserer kommunalen Töchter betrifft die Deichwelle“, bedauerte Jan Einig mit Hinweis auf den eingeschränkten bzw. derzeit komplett geschlossenen Bäderbetrieb. Durchaus Kritik der Bürger hatte im Sommer das System im Freibad mit sich gebracht. „Ich hätte mir hin und wieder gewünscht, dass diejenigen, die einen großzügiger angelegten Betrieb eingefordert haben, bedacht hätten, dass andernorts die Bäder kurzerhand geschlossen wurden“, sagte der Oberbürgermeister. Wunschkonzerte waren und seien einfach nicht angesagt. Schon einmal vorsorglich wies er darauf hin, dass sich der Bäderbetrieb nicht einfach per Knopfdruck wieder hochfahren lassen wird. Auf die Servicebetriebe (SBN) wirkt sich die Pandemie ebenfalls aus. Jan Einig bedauerte, dass die Straßenreinigung unzählige illegale Müllkippen beseitigen musste. Einige Zeitgenossen hätten den Lockdown für Renovierungen zuhause genutzt und die Abfälle illegal beseitigt. Der Klimawandel ist ebenfalls ein Thema für die SBN. In extremen Trockenperioden müssen das Grün und die Bäume versorgt werden. Die zunehmenden Starkregenereignisse hingegen wirken sich auf das Kanalsystem aus. Trotz gestiegener Anforderungen verbuchten die SBN im Jahr 2019 positive Zahlen. Das Eigenkapital der SBN konnte gegenüber dem Vorjahr 2018 um 483.000 Euro gesteigert werden, im Wesentlichen durch die Erlöse aus der Abwasserbeseitigung.

40.000 Euro für das Theater

Noch erheblich mehr als die städtischen Gesellschaften wird das Neuwieder Schlosstheater von der Pandemie in Mitleidenschaft gezogen. Im Frühjahr lief wochenlang gar nichts, dann fanden die Vorstellungen mit begrenzter Kapazität und unter strengem Hygienekonzept statt und jetzt ist das Theater wieder in Zwangspause. 250.000 Euro benötigt der Kulturbetrieb zur Liquiditätssicherung. Das Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur sicherte der Landesbühne RLP bereits eine Unterstützung in Höhe von 200.000 Euro unter der Voraussetzung zu, dass seitens der Stadt und des Landkreises Neuwied der verbleibende Zuschussbedarf abgedeckt wird. Der Landkreis hat bereits eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 10.000 Euro zugesagt. Vergangene Woche taten die Stadträte ihr übriges. Einstimmig wurden 40.000 Euro an Liquiditätshilfen verabschiedet. FF

Als Voraussetzung für die Landeshilfe in Höhe von 200.000 Euro bewilligte der Stadtrat dem Schlosstheater 40.000 Euro.

Als Voraussetzung für die Landeshilfe in Höhe von 200.000 Euro bewilligte der Stadtrat dem Schlosstheater 40.000 Euro.

Unter strengen Hygienemaßnahmen tagte der Stadtrat, um wichtige Beschlussvorlagen zu verabschieden.Fotos: FF

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