Politik | 08.11.2023

25. November: Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

DGB Neuwied fordert Frauenhausplätze

Kreis Neuwied. Im Landkreis Neuwied leben mehr als 180.000 Menschen. Nach der auch von der Bundesregierung unterzeichneten Istanbuler Konvention in 2018 müsste es im Landkreis Neuwied mindestens 18 Frauenhausplätze für Frauen mit ihren Kindern geben. Tatsächlich gibt es im Kreisgebiet kein Frauenhaus und damit auch keinen einzigen Platz.

Betroffene Frauen, die häuslicher Gewalt entfliehen wollen, können sich nur an die Frauenhäuser in Ahrweiler, Mayen oder Koblenz wenden sowie an das Frauenhaus in Hachenburg. In allen vier Häusern zusammen stehen insgesamt 25 Plätze zur Verfügung. Im Rhein-Lahn-Kreis, in Cochem-Zell und in Altenkirchen gibt es ebenfalls keine Frauenhäuser. Für das nördliche Rheinland-Pfalz mit insgesamt 1.156.000 EinwohnerInnen stehen statt der nach der Istanbuler Konvention nötigen 115 Plätzen also weniger als ein Viertel zur Verfügung.

Die Folgen für die Frauen liegen auf der Hand. Sie bleiben in für sie bedrohlichen Situationen, zumal sich die Verweildauer in den Frauenhäusern durch den engen Wohnungsmarkt verlängert und somit auch oft kein freier Platz in absehbarer Zeit in Sicht ist.

Dazu kommt, dass ein Wechsel in einen anderen Landkreis auf jeden Fall einen Schulwechsel für die Kinder bedeutet und für alle damit auch den Verlust von sozialen Bezügen.

Angesichts dieser Situation fordert der DGB Neuwied die verantwortlichen kommunalen Stellen auf, die Istanbuler Konvention umzusetzen und für den Landkreis 18 Frauenhausplätze mit entsprechender Ausstattung bereitzustellen für Frauen mit ihren Kindern.

„Es ist unzumutbar, dass Frauen in für sie brenzligen Situationen bleiben, weil es keinen sicheren Ort für sie und ihre Kinder gibt. Mit der Ratifizierung hat Deutschland sich auch zur Umsetzung verpflichtet. Diese muss nun erfolgen. Worte allein reichen nicht“, sagt Alexandra Eidenberg, die Vorsitzende des DGB Neuwied anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen.

Pressemitteilung

des DGB Neuwied

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