Politik | 07.06.2016

Verbandsgemeinderat Puderbach tagte

Dank für einen verdienten Kommunalpolitiker

1. Beigeordneter Wolfgang Runkel verabschiedete sich nach 37 Jahren aus dem Ehrenamt

Verbandsgemeindebürgermeister Volker Mendel dankte Wolfgang Runkel für seine langjährige ehrenamtliche Tätigkeit in der Kommunalpolitik. UP

Puderbach. Die jüngste Sitzung des Verbandsgemeinderats Puderbach stand neben anderen Punkten ganz im Zeichen der Verabschiedung des verdienten 1. Beigeordneten Wolfgang Runkel, der seine ehrenamtliche Tätigkeit aus persönlichen Gründen nach 37 Jahren niederlegt.

Verbandsbürgermeister Volker Mendel würdigte das politische Urgestein Runkel in seiner Ansprache für die ruhige, sachliche und faire Art, mit der er stets die Menschen, Vereine, Institutionen und Firmen in der Verbandsgemeinde im Blick hatte. Die Entwicklung des Puderbacher Landes trägt ganz deutlich seine Handschrift.

Kommunalpolitisches Urgestein

Seit August 1979 war Runkel im Ortsgemeinderat Dürrholz tätig, übernahm von 1984 bis 1986 weitere Verantwortung als 2. Beigeordneter im Verbandsgemeinderat und war bis 2004 Ortsbürgermeister von Dürrholz. Gleichzeitig war er ab 1989 Mitglied des Verbandsgemeinderats, in den er 2004 nach einer Pause wieder zurückkehrte. Als Fraktionssprecher der Freien Wählergemeinschaft und 1. Beigeordneter verzichtete er in der Zeit von 2009 bis 2014 auf sein Ratsmandat. Über seine politische Tätigkeit hinaus machte sich Runkel als engagierter Schulleiter der Holzbachtalschule und durch sein Engagement im Chor und der Gundlach-Stiftung einen Namen.

„Ich gehe zwar, aber ich verschwinde nicht ganz“, mit diesem schönen und sehr treffenden Satz schloss Bürgermeister Mendel seine Ansprache und übergab Urkunde und Präsente an Wolfgang Runkel, der sich danach mit ein paar persönlichen Worten für die schönen Zeiten und wertvollen Erfahrungen bedankte, die er in den Jahren seiner ehrenamtlichen Tätigkeit erleben durfte. Ganz besonders bedankte er sich bei der Freien Wählergemeinschaft und Ulrich Neitzert für die tolle Unterstützung. Auch die gute Zusammenarbeit mit der Presse in vielen persönlichen Gesprächen würdigte er.

In Tagesordnungspunkt 2 wurde Wolfgang Theis, Ortsbürgermeister von Steimel und Schiedsmann für den nördlichen Teil der Verbandsgemeinde Puderbach, als Kandidat für den Posten des 1. Beigeordneten vorgeschlagen. In geheimer Wahl wurde Theis mit 16 Ja- und acht Nein-Stimmen gewählt und nahm die Wahl an. Er wurde direkt im Anschluss an die Wahl durch Volker Mendel ernannt, vereidigt und in das Amt eingeführt.

In den nächsten Punkten wurde die Prüfung der verschiedenen Jahresabschlüsse vorgetragen und genehmigt.

Diskussionen um Biogasanlage

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Biogasanlage in Neitzert, zu der es am 23. Juni eine Anhörung vor dem Verwaltungsgericht geben wird. Problematisch stellt sich dar, dass es keine Sickerwasseranlage gibt, sodass verunreinigte Sickerwässer über das Grundwasser in die kleinen Zuflüsse und so in den Wambach und den Holzbach gelangen können. Zudem gibt es zunehmende Beschwerden der Bürger wegen Lärmbelästigung und Erschütterungen, die von den schweren Fahrzeugen verursacht werden, die über die schmalen Zufahrtsstraßen zur Anlage müssen. Eine erneute Beschäftigung mit dieser Problematik wird nach dem Normenkontrollverfahren anstehen. Bei der Abstimmung zur nachträglichen Genehmigung der Änderung des Flächennutzungsplans gab es 14 Ja-Stimmen, sieben Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen.

In einem weiteren Punkt machte Verbandsbürgermeister Mendel den Vorschlag, über die Einrichtung eines sogenannten Bürgertaxis nachzudenken. Durch die rechtliche Lockerung sei das möglich, und bereits 41 Verbandsgemeinden in Rheinland-Pfalz hätten Bürgertaxis im Einsatz. Der rechtliche Rahmen sieht lediglich vor, dass der Fahrdienst unentgeltlich und nur innerhalb der Grenzen einer Verbandsgemeinde angeboten wird. So möchte die Verbandsgemeinde Puderbach für Menschen, die nicht mobil sind, die Möglichkeit für Einkäufe, Arztbesuche, Krankenbesuche und andere Erledigungen schaffen. Angedacht ist zunächst ein Fahrdienst an zwei bis drei Tagen pro Woche vormittags und nachmittags. Gefahren werden soll das Taxi durch Ehrenamtler. Der Vorschlag wurde einstimmig vom Rat begrüßt und unterstützt.

Wolfgang Theis wurde als Runkels Nachfolger im Amt des 1. Beigeordneten vereidigt.

Wolfgang Theis wurde als Runkels Nachfolger im Amt des 1. Beigeordneten vereidigt.

Verbandsgemeindebürgermeister Volker Mendel dankte Wolfgang Runkel für seine langjährige ehrenamtliche Tätigkeit in der Kommunalpolitik. Fotos: UP

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