Politik | 25.04.2016

Brückeninitiative Linz-Remagen löst sich auf

Das Ende der Bemühungen

Enttäuschung über Ergebnis der Koalitionsverhandlungen in Rheinland Pfalz

Remagen/Linz. Mit großer Enttäuschung hat die Brückeninitiative zum Bau einer Rheinquerung zwischen Linz und Remagen von den Ergebnissen der Koalitionsverhandlungen in Mainz Kenntnis genommen. In diesem heißt es auf Seite 48 und 49, dass 600 Millionen Euro dem Landesbetrieb Mobilität zukünftig zur Verfügung gestellt werden sollen, um das Straßennetz in Rheinland-Pfalz zu erhalten. Grundsätzlich gelte: Erhalt vor Neubau. Als Neubauprojekte sollen lediglich eine Machbarkeitsstudie für eine Brücke in Bingen-Rüdesheim und die Planungen für die Mittelrheinbrücke wieder aufgenommen werden. Zusätzlich sollen die Fährverbindungen im Mittelrheintal erhalten bleiben, da sie eine hohe verkehrliche Bedeutung haben und Bestandteil des Weltkulturerbestatus sind.

Für die Initiative ist dies das Ende der Bemühungen um eine Rheinquerung bei Linz-Remagen. Denn, wenn der Welterbestatus auf das untere Mittelrheintal zukünftig ausgeweitet wird, bedeutet es, dass die Fähre zwischen Linz und Remagen ebenfalls erhalten werden muss. Eine Brücke wäre in diesem Fall paradox, da das Land neben dem Bau der Brücke, auch dafür Sorgen müsste, dass die Fähre trotz Brücke weiterfährt. In diesem Fall ist es mehr als fraglich, ob eine Brücke noch wirtschaftlich wäre, wenn das Land gleichzeitig eine Fähre subventionieren muss, die neben der Brücke ohne Autos hin und her pendelt.

"Ein reiner Symbolakt"

Zudem ist eine Priorisierung der Mittelrheinbrücke ein reiner Symbolakt. Faktisch gesehen wäre eine Brücke am unteren Mittelrheintal wesentlich wirtschaftlicher als bei Sankt Goar. Dies lässt sich allein schon an der prognostizierten Zahl von 10.000 Fahrzeugen pro Tag sehen, die eine Brücke bei Linz/Remagen überqueren würden. Im Mittelrhein sollten es lediglich 7000 Fahrzeuge sein.

Enttäuscht zeigte sich die Initiative auch von der Industrie und Handelskammer in Koblenz. Eine Anfrage vor der Wahl, ob die Handelskammer eine Rheinquerung bei Linz/Remagen befürworte, wurde zwar positiv zur Kenntnis genommen, öffentlich wollte aber niemand richtig dazu Stellung beziehen. Die Handwerkskammer betrieb lieber Stimmungsmache für die Mittelrheinbrücke. Erst nach der Wahl wurde anhand der Pendlerströme festgestellt, dass eine Rheinquerung im Norden von Rheinland-Pfalz eine sinnvolle und notwendige Infrastrukturmaßnahme sei. Diese Unterstützung hätte die Initiative vor der Wahl gebraucht und nicht erst nach Abschluss der Koalitionsverhandlungen in Rheinland Pfalz.

Die Initiative ist der festen Überzeugung, dass in diesem Falle weit mehr als die 1.000 gesammelten Unterschriften hätten zusammenkommen können, die im März an den Innenminister Roger Lewentz übergeben worden waren. Besonders ernüchtert zeigt sich die Initiative gegenüber der FDP. Die Liberalen in Rheinland-Pfalz hatten die Unterschriftensammlung stark unterstützt und die Rheinquerung zwischen Linz und Remagen sogar im Wahlprogramm stehen. Alle Hoffnungen, dass zumindest die Planungen für die Querung nach dem Ausscheiden der Brücke aus dem Bundesverkehrswegeplan vom Land neu aufgenommen werden, wurden nicht erfüllt. Die Chance, eine Rheinquerung an dieser Stelle in den nächsten 15 bis 20 Jahren zu realisieren, wurde vertan. Die Initiative stellt aus diesem Grund ihr Engagement ein.

Pressemitteilung

Brückeninitiative Linz-Remagen

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