Politik | 02.09.2026, 09:19 Uhr

„Das Erste ist ewig im Kinde!“

Als ehemaliger Pfarrer und Seelsorger von Heimersheim melde ich mich zum Thema „Kindergarten im Pfarrgarten“.

Die o.g. Überschrift stammt von dem Schriftsteller Jean Paul, der vor 200 Jahren das Kind als zarte wachsende Pflanze darstellte. Er war davon überzeugt, dass die ersten Lebensjahre die Wichtigsten des gesamten Menschenlebens sind. Deshalb müssen m. E. alle Fragen, die den Standort „Kindergarten Pfarrgarten“ betreffen, diesem einen Gedanken untergeordnet werden.

150 Kinder wären im Pfarrgarten einem permanenten Stress ausgesetzt, der sich auf ihr ganzes Leben niederschlägt. Die meisten Kinder werden mit dem Auto dort hingebracht und abgeholt. Wo parken die Eltern, wenn sie ein Anliegen mit der Erzieherin besprechen möchten? Kommen jetzt noch um die 120 Autos dazu, die an und abfahren, beginnt der Stau weit vor dem Ortskern. Das Chaos ist vorprogrammiert. Nur sechs Parkplätze werden für die 18 Erzieherinnen vorgehalten. Wo parken die Übrigen, wenn ihnen kein Parkplatz zur Verfügung steht? Wird diese Frage fahrlässig ausgeblendet nach dem Motto: „Kommt Zeit, kommt Rat?“

Warum wird der Kindergarten nicht auf dem Geländer des ehemaligen Altenheims gebaut? Wer hatte die Idee, die Levana Schule nach Heimersheim zu verfrachten? Denn das würde ein weiteres unabsehbares Verkehrschaos bedeuten, das schon in Heppingen und vor dem Bahnübergang beginnt. Oder soll alles nach Heimersheim nach dem Motto: „Einer blutet für alle?“ Welches Feingefühl haben die Verantwortlichen? Das Ganze ist bildzeitungsreif und in Kürze wird Heimersheim über Funk und Fernsehen weltbekannt. Die Republik wird sich den Bauch halten vor Lachen. Und wer profitiert finanziell von diesem Geschiebe? Doch sicher nicht die Bewohner von Heimersheim, die das Ganze „ausbaden“ müssen.

Im Übrigen: Das Geländer hinter dem Pfarrhaus ist die letzte innerörtliche Grünfläche, die ohne Not aufgegeben wird. Wer das nicht verstanden hat, hat den Knall vom Klimawandel noch nicht gehört. Ich wundere mich darüber, dass noch keiner auf die Idee gekommen ist, die älteste spätromanische Kirche weit und breit aus dem Jahre 1222 abzureißen nach dem Motto: „Es geht sowieso keiner mehr rein.“

Ich möchte schließen gegen alle Widerstände mit einem aufrichtigen aus meinem Herzen kommenden Wort:

„Gott schütze Heimersheim!“

Herbert Ritterrath,

Pfarrer in Ruhe,

Sinzig - Bad Bodendorf

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