Politik | 27.05.2013

KURT-PAULI-STIFTUNG Remagen

„Das Gemeinwesen von morgen stärken“

1.600 Stiftungsvertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik trafen sich zur Jahrestagung

Carsten Jacob, Helmut Lauterbach, Barbara Boespflug, Detlef von Moers, Dr. Kurt Pauli und Dr. Manuel Lauterbach auf der Stiftungstagung in Düsseldorf.privat

Düsseldorf. Unter dem Motto: „Das Gemeinwesen von morgen stärken! Stiftungen in einer sich verändernden Welt“, tagte die deutsche Stiftungsszene zum ersten Mal seit zwölf Jahren wieder in Nordrhein-Westfalen, diesmal im Congress Center Düsseldorf (CCD) sowie in der Tonhalle in Düsseldorf. Zu Europas größtem Stiftungskongress kamen rund 1.600 Teilnehmer, darunter erstmals auch fünf europäische Stiftungsverbände aus Spanien, Russland, Ukraine, Finnland und der Schweiz. Ziel der Stiftungstage war es, deutlich zu machen, dass sich das Tragen gesellschaftlicher Verantwortung lohnt. In ihrer Grußrede ging die stellvertretende NRW-Ministerpräsidentin und Schulministerin Silvia Löhrmann auch auf die 750-jährige Stadtfeier der Landeshauptstadt Düsseldorf ein. Stiftungen generell, und in erster Linie gemeinnützige Stiftungen, sorgen dafür, dass das Geld nicht einfach nur „wegrollt“, sondern nachhaltig Gutes bewirkt. Um dieses zu zeigen, wurden in mehr als 90 Einzelveranstaltungen auch das Thema Stiftungen und Gemeinwohl diskutiert und dabei auch gelungene Stiftungsarbeit vorgestellt. Ferner wurde über Krankheit und Pflege als zentrale Herausforderung der Gesellschaft nachgedacht. Ein weiteres zentrales Thema waren die seit einigen Jahren niedrigen Zinsen. Sie bringen Stiftungen immer öfter in Not, weil die Erträge merklich spärlicher ausfallen. Für Baukredite mag dies ideal sein, für Stiftungen zum Wohl von Kunst, Kultur und Sport jedoch eher nicht. Die Ausschüttungen an die Empfänger gingen in den letzten Jahren teils bis zu 30 Prozent zurück. Wer Einnahmen haben will, müsste ein Spekulationsrisiko eingehen, welches man als gemeinnützige Stiftung jedoch tunlichst vermeiden sollte und diese auch nicht statthaft ist.

Aktuelle Tendenzen

Der Vorstand der Remagener KURT-PAULI-STIFTUNG lud traditionell anlässlich dieses alljährlich stattfindenden Stiftungsevents zu ihrer eigenen Jahrestagung seine Kuratoren und Gäste ein, um über die Erfüllung des Stifterzweckes zu beraten. Mit Vorstand, Kuratoren und Gästen diskutierten sie in der nordrheinwestfälischen Landeshauptstadt aktuelle Tendenzen aus der Stiftungsgesetzgebung, Stiftungstheorie und Stiftungspraxis. Die nun schon über zehn Jahre bestehende KURT-PAULI-STIFTUNG, mit Sitz in Remagen-Rolandseck, ist eine gemeinnützige Stiftung mit dem Zweck der gezielten Förderung besonders begabter, innovativer junger Menschen im Bereich der Informationstechnologie. Die jungen Menschen sollen persönlich und fachlich in die Lage versetzt werden, später wichtige Aufgaben in Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zu übernehmen. Das Lebenswerk von Prof. Konrad Zuse und der Stifter haben dabei Vorbildcharakter. Die Stiftung, die auch Mitglied der Fraunhofer-Gesellschaft, der Max-Planck-Gesellschaft und der Bundesvereinigung Deutscher Stiftungen ist, hat sich im Laufe der Jahre fest in der deutschen Stiftungslandschaft etabliert und nun in Düsseldorf durch die Berufung von Pastor i.R. Manfred Häuser und Dr. Werner Meisser, zwei Rolandsecker Mitbürger, in das Kuratorium der Stiftung auch komplettiert. Derzeit gibt es in der Bundesrepublik circa 17.000 Stiftungen und die Zahl der Neugründungen wächst rasch an. Milliardenbeträge in zweistelliger Höhe geben die Stiftungen jedes Jahr für gemeinnützige Zwecke aus, tragen so zur Vielfalt der Gesellschaft bei und erfüllen wichtige gesellschaftspolitische Aufgaben. Die Projekte der KURT-PAULI-STIFTUNG sind mittlerweile sehr vielschichtig und meist mündet die Zielsetzung der Stiftung, neben der Begabtenförderung, in der Vergabe von Zuschüssen für Stipendien und die Öffentlichkeitsarbeit über die Entwicklungsgeschichte der Informatik, um unter anderem den Bekanntheitsgrad des deutschen Erfinders Prof. Konrad Zuse zu verstärken sowie Computermuseen und -archive zu fördern. „Eine Stiftung übernimmt nicht nur gesellschaftliche Aufgaben, sondern sie regt als „Motor des Wandels“ zunehmend Innovationen an. Mittels unkonventioneller und mutiger Projekte können Stiftungen Neuerungen fördern und begünstigen so den gesellschaftlichen Fortschritt. Sie schaffen vor allem damit eine langfristige Nachhaltigkeit.“, so der Gründer seiner Stiftung Dr. Kurt Pauli.

Nachdenkliche Töne

Der letzte Stiftungstag in der Landeshauptstadt begann mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Lambertus Kirche und endete bei einem Festakt in der Tonhalle. Der 86-jährige Ehrenbürger der Stadt Düsseldorf, Udo van Meeteren, wurde für sein herausragendes Engagement mit dem Stifterpreis 2013 geehrt. 1000 Gäste, darunter Honoratioren der Stadt, des Landes und viele Vorstände und Kuratoren von Stiftungen, nahmen an dem Festakt teil. 70 Grundschulkinder vom Musikprojekt „Singpause“ ehrten den Mäzen mit einem Ständchen. In seiner Dankesrede schlug der Geehrte, der als Unternehmer zu Wohlstand kam, nachdenkliche Töne an: „Die Welt entwickelt sich in ungeheuerlicher Geschwindigkeit. Nie zuvor in der Menschheitsgeschichte sind in so kurzer Zeit solche dramatische und globale Umwälzungen ausgelöst worden. Wir müssen reagieren und Lösungen finden für die komplexen Probleme wie die Globalisierung und die sich ausbreitenden kulturellen und religiösen Gegensätze. Die Gesinnung auf ethische und moralische Werte droht unterzugehen!“ Worte, über die es sich lohnt, nachzudenken. Oberbürgermeister Dirk Elbers, der auch Gastgeber der Festveranstaltung war, bewirtete anschließend seine Gäste mit Düssel-Alt und Currywurst und ließ es sich in seiner Abschlussrede nicht nehmen zu erwähnen, dass in der Bundesrepublik Deutschland derzeit nur zwei Städte schuldenfrei sind - Dresden und Düsseldorf.

Pressemitteilung der

Kurt-Pauli-Stiftung Remagen

Carsten Jacob, Helmut Lauterbach, Barbara Boespflug, Detlef von Moers, Dr. Kurt Pauli und Dr. Manuel Lauterbach auf der Stiftungstagung in Düsseldorf.Foto: privat

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