Politik | 04.01.2023

Sandra Weeser, MdB zum Böllerverbot

„Das Problem ist der mangelnde Respekt“

Sandra Weeser Copyright: Teresa Marenzi

Kreis Neuwied. Nach den Ausschreitungen und Übergriffen auf Polizei- und Feuerwehrkräfte in der Silvesternacht in Berlin, anderen Großstädten und auch in Betzdorf sind erneut Forderungen nach einem bundesweiten allgemeinen Böllerverbot aufgekommen. Die heimische Bundestagsabgeordnete Sandra Weeser lehnt ein solches allgemeines Verbot ab: „Die gezielten Angriffe auf Einsatzkräfte in der Silvesternacht sind entsetzlich und erschütternd. Ob Berlin oder Betzdorf - überall wo Menschen Polizei- und Rettungskräfte attackieren, darf es null Toleranz geben. Gewalttäter müssen mit der vollen Härte des Gesetzes bestraft werden. Nach dem Gesetz zur Stärkung des Schutzes von Vollstreckungsbeamten und Rettungskräften drohen bei tätlichen Angriffen auf Sicherheitskräfte bis zu fünf Jahre Haft. Der rechtliche Rahmen ist gegeben und muss nun auch in vollem Umfang durchgesetzt werden. Ein generelles Böllerverbot ist allerdings nicht verhältnismäßig oder zielführend. Lokale Feuerwerksverbote können beispielsweise in bestimmten Zonen in Großstädten sinnvoll sein. Viele Menschen gehen aber auch sicher und verantwortungsbewusst mit Feuerwerk an Silvester um. Die Vorfälle zeigen vor allem, dass das Problem der mangelnde Respekt vor dem Staat, seinen Gesetzen und denjenigen, die diese durchsetzen, ist. Das lösen wir nicht, indem wir an Silvester den privaten Gebrauch von Feuerwerk generell deutschlandweit verbieten. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, wieder mehr Achtung und Respekt für die Blaulichtfamilie zu erreichen.“

Pressemitteilung

Sandra Weeser, MdB

Sandra Weeser Copyright: Teresa Marenzi

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Kommentare
05.01.202317:24 Uhr
Peter-Paul Ruthsch

Schön wäre es ja, wenn die Politiker, die sich durch die Bank weg gegen ein Böller-Verbot aussprechen auch mal an die denken, die in jeder Sylvester-Nacht Todesängste ausstehen müssen und nicht wissen, wohin sie in ihrer Panik fliehen sollen,- nämlich Haustiere und Tiere, die auf Koppeln und Wiesen ihr Dasein fristen.
Im übrigen kann man von Jugendlichen, die diese Art von Gewalt an Staatsbedienstete ausüben, wohl kaum Respekt fordern, wenn diese bei allen Straftaten nur mit einer Bewährungsstrafe davon kommen.
Ich selber habe Arbeitskollegen mit Migrationshintergrund (Polen, Russen, Rumänen, Bulgaren, Türken) die sich in
dieser einen Sache alle einig sind:
1.) Straftaten regeln die unter einander ohne unsere Justiz.
2.) Ein Staat, der über Jahrzehnte mit Jugendlichen nur einen Kuschelkurs fährt, darf von diesen wohl kaum Respekt erwarten.

04.01.202312:34 Uhr
juergen mueller

Ergänzend darf ich noch hinzufügen:
Das Problem sind doch diejenigen, die nicht in der Lage sind, Respekt bereits z.B. ihren Kindern zu vermitteln oder diejenigen, die zwar als sogen. Vorbilder davon reden, jedoch nach "Jeder ist sich selbst der Nächste" handeln u. damit anderen die Bedeutungslosigkeit des eigenen Wortes aufzeigen.
Politik u. Wirtschaft haben durch ihr entgegenwirkendes Handeln einen nicht gerade geringen Anteil an dieser Bedeutungslosigkeit.

04.01.202312:09 Uhr
juergen mueller

Gesamtgesellschaftliche Aufgabe? Der Werteverlust in unserer Gesellschaft ist seit Jahrzehnten rückläufig u. hat mittlerweile Ausmaße angenommen, die doch fast nicht mehr kontrollierbar sind. Die Abnormität, mit der dieser weiter voranschreitet, ist beängstigend. Dafür gibt es vielerlei Gründe, für die sich auch die gesamtpolitische u. wirtschaftliche Entwicklung in unserem Land verantwortlich zeigen. Respekt hat in unserer Gesellschaft keinen Platz mehr, ist längst zu einem immer mehr verblassenden Unwort geworden. Die fortschreitende Brutalität, mit der bereits Minderjährige das Nichtkennen dieses Wortes in ihrem eh schon begrenzten Wortschatz komplett ausgrenzen, ist, bewegt man sich mit offenen Augen u. Ohren, täglich allgegenwärtig. Zeitgemäße bzw. überhaupt Denkprozesse, wenn sie denn überhaupt noch bei dem ein oder anderen stattfinden, sind mangelware. Die Zeitenwende in Bezug auf Respekt, Hilfsbereitschaft, sozialer Verantwortung hat doch bereits vor Jahrzehnten stattgefunden.

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