Politik | 28.05.2013

Eine Klarstellung

Das Schicksal der Elise David

Anmerkungen zu den Ausführungen von Peter Schürkens im BLICK aktuell Nr. 20 zum Schicksal der Elise David in der NS-Zeit

Im Rahmen der Diskussion zum Thema „Stolpersteine in Rheinbach“ wurde im Blick aktuell ein Leserbrief von Herrn Peter Schürkens veröffentlicht, in dem er auf das Schicksal der ehemaligen jüdischen Mitbürgerin Elise David einging. Er führte in diesem Zusammenhang aus, dass Elise David, die im Vernichtungslager Treblinka ermordet wurde, „zuletzt“ in der Straße „Vor dem Dreeser Tor“ gewohnt habe.

Diese Aussage führte zu einem Einspruch eines Lesers, der darin die falsche Behauptung erkennt, dass mit dieser Formulierung behauptet würde, Frau Elise David sei von ihrem damaligen Rheinbacher Wohnort direkt ins Vernichtungslager deportiert worden.

Ausdrücklich ist dieser Zusammenhang von Herrn Schürkens nicht behauptet worden.

Die Redaktion kann jedoch nicht ausschließen kann, dass durch die Wahl des Wortes „zuletzt“ im Zusammenhang mit dem Wohnort der Elise David in Rheinbach man zu einer solchen Interpretation kommen kann.

Da Blick aktuell an einer umfassenden und objektiven Berichterstattung in der Sache interessiert ist, haben wir eine Stellungnahme zum Schicksal der Elise David beim Stadtarchiv der Stadt Rheinbach angefordert, aus der klar hervorgeht, dass Elise David ihren Lebensmittelpunkt in Rheinbach hatte, jedoch nicht direkt von Rheinbach aus ins Vernichtungslager deportiert wurde.

Helmut Schwarz

Stv. Chefredakteur

Zur umfassenden Information über Elise David hier nun die Ausführungen des Stadtarchivs der Stadt Rheinbach:

Die Bürgerinitiative „Initiative für Stolpersteine in Rheinbach“ wünscht, dass für diejenigen Rheinbacher Juden, an die die Installation „Erinnern für die Zukunft“ im Rathaus namentlich erinnert, Stolpersteine verlegt werden.

Zur Installation „Erinnern für die Zukunft“ gehören Namenstafeln für 34 Rheinbacher Juden, die deportiert und in Konzentrationslagern umgekommen sind. Kriterium für die Aufnahme in die Namensliste war, dass diese Personen auch in der NS-Zeit ihren Lebensmittelpunkt in Rheinbach hatten. Auf der Liste befinden sich 30 Menschen, die im Februar 1942 direkt von Rheinbach in ein ehemaliges Kloster in Endenich gebracht und Mitte 1942 von dort aus in den Osten deportiert wurden. Elise David gehörte nicht dazu. Nachdem ihre Tochter Erna mit ihrem Ehemann Adolf Goldschmidt ihr Wohn- und Geschäftshaus in Rheinbach verkauft hatten und im Februar 1939 nach England übersiedelten, zog Elise David mit einer weiteren Tochter namens Klara nach Köln.

Dort starb Klara 1941. Elise wurde im Juni 1942 zunächst nach Theresienstadt und schließlich in das Vernichtungslager Treblinka gebracht. Da Elise David ihren Lebensmittelpunkt auch in der NS-Zeit eindeutig in Rheinbach hatte, wurde Sie in die Liste der 34 Rheinbacher aufgenommen, an die namentlich auf den Tafeln der Installation erinnert wird. Diese Fakten sind in dem von den Freunden des Archivs herausgegebenen und von Horst Mies und Peter Mohr verfassten Buch „Sie waren Nachbarn – Zur Geschichte der Rheinbacher Juden im Dritten Reich“ nachzulesen. Drei weitere jüdische Bürger wurden auch nicht von Rheinbach aus deportiert, hatten aber ebenfalls ihren Lebensmittelpunkt in Rheinbach. Deshalb befinden sich auch diese Menschen auf der Liste mit den 34 Namen.

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