Politik | 03.06.2016

Andrea Nahles sprach beim Tag der Organspende

Das Vertrauen wächst nur langsam

Andre Nahles möchte mehr Klarheit bei der Organspende. privat

Kreis Mayen. „Das Wichtigste beim Thema Organspende ist, dass für die Ärzte und Angehörigen Klarheit darüber besteht, wie der Betroffene zur Organspende steht“, betonte Andrea Nahles. „Jede Bürgerin und jeder Bürger sollte sich Gedanken machen und ggf. seinen Willen auf einem Organspendeausweis bekunden.“ Nach Erhebungen der Deutschen Stiftung Organspende (DSO) kann nur bei ca. 40% der Fälle auf einen vorher bekundeten Willen des potenziellen Spenders zurückgegriffen werden. Häufiger muss der Wille vermutet werden oder Angehörige gefragt werden. Bei Ablehnung der Organspende geht dies sogar zu 32% auf den Willen der Angehörigen zurück. „Nach wie vor ist die Bereitschaft zur Organspende sehr gering. Das bedaure ich sehr.“, führte Andrea Nahles weiter aus. „Gleichzeitig ist es verständlich, dass nach dem Skandal von 2010 und 2011 Vertrauen nur langsam wieder aufgebaut wird. Wir setzen jetzt mit dem Transplantationsregistergesetz einen weiteren Baustein, um in Zukunft eine stärkere Koordinierung und damit auch Kontrolle im gesamten Bundesgebiet über die Spender, Organe und Empfänger zu erhalten.“ Die Zahl der Organspender ist 2015 auf einen neuen Tiefstand gesunken. Waren es 2009 noch 14,9 Spender pro Million Einwohner, sank diese Zahl 2015 auf nur noch 10,7. Der Tag der Organspende findet seit 1983 jährlich am ersten Samstag im Juni statt, um für das Thema zu sensibilisieren und mehr Menschen auf die Möglichkeit eines Spenderausweises aufmerksam zu machen. Ausweise zum Download gibt es zum Beispiel unter www.organspende-info.de/organspendeausweis/erstellen

Andre Nahles möchte mehr Klarheit bei der Organspende. Foto: privat

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