Die Grünen besuchten den Michelberg und die Wasserbüffel in den Thürer Wiesen
Der Erhalt der Artenvielfalt ist wichtiger denn je
Region. An der von der Kreisgruppe Mayen-Koblenz des BUND Rheinland-Pfalz organisierten Exkursion nahm eine Gruppe des Grünen Ortsverbandes Maifeld sowie der VG Ratsfraktion teil.
Pestizide in der Landwirtschaft
Diplom-Biologe Jörg Hilgers von der Stiftung für Natur und Umwelt in Mayen-Koblenz führte die Gruppe zunächst am Fuße des Michelbergs an einem konventionell bewirtschafteten Maisfeld vorbei. „Wie sie sehen, sehen sie nichts“, so kommentierte der GRÜNEN Fraktionsvorsitzende Klaus Meurer die Situation am Maisfeld. Durch das Aufbringen von Glyphosat oder anderen Mitteln sei hier jegliches Wachstum von Beikräutern und somit auch von Insekten jeglicher Art unterbunden. Michaela Jubelius, Mitglied der Grünen aus Trimbs, erläutert weiter: „Es wäre naiv zu glauben, dass ausschließlich Pflanzen und Tiere unter dem Pestizideinsatz leiden.
Betroffen sind auch die Bäuerinnen und Bauern beim Ausbringen der Pestizide und am Ende alle Verbraucherinnen und Verbraucher durch Rückstände im Wasser und in der Nahrung.“
Ein paar Schritte weiter, auf dem Michelberg, zeigt sich dagegen ein ganz anderes Bild: durch regelmäßige Pflegemaßnahmen wird der Lebensraum für eine ganze Reihe von seltenen Pflanzen und Tiere (Insekten, Vögel, Reptilien) geschützt und erhalten. Außerdem befindet sich hier das neue Zuhause der umgesiedelten Zauneidechse.
Hartnäckig hielt sich das Gerücht in der Vergangenheit, dass die Zauneidechsen von den Rabenvögeln gefressen worden seien.
Bei den regelmäßigen Beobachtungen konnte dies widerlegt werden. Im Jahr 2015 wurden circa 30 bis 40 Tiere nachgewiesen.
Erhalt von Feuchtwiesenbiotop mit Wasserbüffeln
Die zweite Station der Exkursion führte zu den karpatischen Wasserbüffeln in den Thürer Wiesen. Jörg Hilgers berichtete eindrucksvoll von der anfänglichen Skepsis gegenüber der weit angereisten Tiere aus Thüringen. Die Wasserbüffel können ganzjährig im Freien bleiben und benötigen keinen Unterstand. Vor allem gehen sie durch die Nette auf die andere Seite, was bei heimischen Rindern nicht der Fall ist. Bedingt durch fehlende Schweißdrüsen sind sie sogar auf das Bad im kühlen Nass angewiesen. Die Jungtiere sind bei erheblichen Minusgraden Anfang des Jahres geboren worden, und das ohne jegliche Probleme. Vielmehr handele sich es für die Tiere in Thür eher um ein mediterranes Klima, wenn man es mit dem Klima in ihrem Herkunftsland vergleiche. Die karpatischen Wasserbüffel fressen auf der Weide auch die jungen Schilfe, was der Verschilfung erfolgreich entgegenwirkt. Die Artenvielfalt wird auch hier gefördert: die wiederhergestellten Rohböden für die Wechselkröte, Rastmöglichkeit für Enten und Gänse, Nahrungshabitat für Nilgans oder Silberreiher. Klaus Meurer, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Verbandsgemeinderat Maifeld, resümiert: „Wir werden uns weiter mit all unserer Kraft für den Umwelt- und Naturschutz einsetzen. Umweltschutz ist kein Selbstzweck, sondern schafft Arbeitsplätze und belebt die Wirtschaft, ob in der Energiegewinnung oder auch beim Tourismus. Umweltschutz heißt aber auch für jeden Einzelnen, Verantwortung zu übernehmen für das eigene Handeln. Der Schutz unserer Umwelt wird mit jedem noch so kleinen Baustein sichtbarer und der Erfolg, dass sich fast ausgestorbene Arten in unserer Region wieder ansiedeln, zeigt, dass schon einiges getan wurde, aber vieles noch zu tun ist. Umweltschutz geht uns alle an!“
Pressemitteilung der
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Verbandsgemeinderat Maifeld
