Politik | 18.11.2013

Oedinger Bürger gedachten der Toten aus den beiden Weltkriegen und der Opfer des Nationalsozialismus

„Der Volkstrauertrag verpflichtet, das Vergangene nicht zu vergessen“

Zahlreiche Oedinger Bürger trauerten um die Toten der zwei Weltkriege im vergangenen Jahrhundert und die Opfer des Nationalsozialismus. AB

Oedingen. Zahlreiche Oedinger Bürger nahmen an der Gedenkfeier zum Volkstrauertag teil. Getragenes Liedgut sang der Männerchor Oedingen gemeinsam mit dem Männerchor Fritzdorf. Die Gedenkrede hielt Ortsvorsteher Jürgen Meyer.

„Immer zwei Sonntage vor dem Ersten Advent erinnert der Volkstrauertag an die Toten der zwei Weltkriege im vergangenen Jahrhundert und die Opfer des Nationalsozialismus. Wir geben damit den Toten der Kriege, den gefallenen Soldaten und den zivilen Opfern, eine Stimme. Diese mahnt uns, nicht zu schweigen und möglichen Kriegen keinen Nährboden zu geben“, so Meyer.

Leben in Frieden und Freiheit

„Seit mehr als sechs Jahrzehnten leben wir jetzt in einem Gemeinwesen, das von Krieg und Gewalt verschont geblieben ist. Leben wir in der Europäischen Gemeinschaft in Frieden, Wohlstand und Freiheit. Daran müssen wir uns immer wieder in großer Dankbarkeit erinnern, denn nur die Erinnerung an die Vergangenheit ermöglicht uns auch in Zukunft ein Leben in Frieden.

Bedrohung durch Katastrophen, Krieg, Terror und Vertreibung

Wir leben in einer Welt der Globalisierung, der Aufgeklärtheit und weltweit umfassenden Information. Wir reisen um den ganzen Erdball, tauschen Güter und Dienstleistungen aus und greifen nach den Sternen. Es scheint, als kenne die Menschheit keine Grenzen und löse alle Probleme der Welt. Und dann müssen wir immer wieder aus den Nachrichten mit Schrecken zur Kenntnis nehmen, wie verletzlich und anfällig diese Welt ist, nach wie vor bedroht von Katastrophen, Krieg, Terror, Hunger und Vertreibung“, hob Meyer hervor.

Der Volkstrauertag gebe immer wieder die Möglichkeit, sich damit auseinanderzusetzen. Er verpflichte, das Vergangene nicht zu vergessen und all derer zu gedenken, die unter Unmenschlichkeit leiden mussten.

„Deshalb denken wir heute an die Opfer von Gewalt und Krieg, an Kinder, Frauen und Männer aller Völker. Wir gedenken der Soldaten, die in den Weltkriegen starben, der Menschen, die durch Kriegshandlungen, Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren. Wir gedenken derer, die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderen Volk angehörten, einer anderen Rasse zugerechnet wurden, Teil einer Minderheit waren oder deren Leben wegen einer Krankheit oder Behinderung als lebensunwert bezeichnet wurde. Wir gedenken derer, die ums Leben kamen, weil sie Widerstand gegen Gewaltherrschaft geleistet haben, und derer, die den Tod fanden, weil sie an ihrer Überzeugung oder an ihrem Glauben festhielten. Wir trauern um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage, um die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung, um die Bundeswehrsoldatinnen und -soldaten und anderen Einsatzkräfte, die im Auslandseinsatz ihr Leben verloren. Wir gedenken heute auch derer, die bei uns durch Hass und Gewalt gegen Fremde und Schwache Opfer geworden sind. Wir trauern mit allen, die Leid tragen um die Toten und teilen ihren Schmerz“, betonte Meyer. Zu Ehren aller legte die Trauergemeinde im Namen des Ortsteiles Oedingen und all ihrer Bürgerinnen und Bürger einen Kranz nieder.

Zahlreiche Oedinger Bürger trauerten um die Toten der zwei Weltkriege im vergangenen Jahrhundert und die Opfer des Nationalsozialismus. Foto: AB

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