Aus dem Stadtrat
Der Zustand ist regelkonform - aber verbesserungswürdig
Verbesserungen am Haltepunkt Ahrweiler-Markt sind erst nach 2019 zu erwarten
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler befasste sich in seiner letzten Sitzung mit dem möglichen Ausbau des Bahn-Haltepunktes Ahrweiler Markt. Neben der fehlenden Barrierefreiheit dieser vielbenutzten Verkehrsstation ist die niedrige Bahnsteighöhe für die Verantwortlichen im Stadtrat ein konkreter Anlass, eine grundlegende Verbesserung zu fordern. Die Fraktion der Grünen hatte beantragt, über die Ein- und Ausstiegs für die Bahnbenutzter an diesem Haltepunkt zu diskutieren und angeregt, dass ein Vertreter des zuständigen Zweckverbandes SchienenPersonenNahVerkehr Rheinlandpfalz-Nord (SPNV-Nord) über den aktuellen Sachstand berichtet. Für den Zweckverband war Verbandsdirektor Dr. Thomas Geyer gemeinsam mit Hans-Peter Kohlbecker von der Abteilung Station und Service der DB in der Ratssitzung erschienen, sodass zwei kompetente Fachleute den Stadtrat über die verschiedenen Aspekte dieses Problems informierten. Für den SPNV-Nord erklärte Dr. Geyer: „Zwischen der DB und dem SPNV-Nord besteht Einigkeit darüber, dass an der Verkehrsstation Ahrweiler-Markt umfassende Maßnahmen zur Verbesserung der Einstiegsituation unumgänglich sind.“ Dass dieser Haltepunkt grundlegend verändert werden muss, ist also bei den zuständigen Stellen unstrittig. Es geht nun darum, wann die Situation, mit welchen Maßnahmen konkret verändert werden kann. Dr. Geyer wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass man im Jahr 2015 Lösungsmöglichkeiten für den Haltepunkt in Ahrweiler diskutiert habe, die in Form eines Provisoriums, analog zu den Planungen für den Haltepunkt Rech, eine schnelle Realisierung ermöglichen sollte. „Es hat sich jedoch gezeigt, dass durch den erheblichen Unterschied zwischen der bestehenden und der angestrebten Bahnsteighöhe ein solches Provisorium an dem Haltepunkt im Ahrweiler Markt genehmigungsrechtlich kaum möglich ist“, betonte Dr. Geyer. Auch die Tatsache, dass dort zwei Bahnsteige modernisiert werden müssen, spreche für die Notwendigkeit eines Plangenehmigungsverfahrens. „Aus diesem Grund soll voraussichtlich nach 2019 eine grundlegende Modernisierung der Station Ahrweiler Markt in Angriff genommen werden“, erklärte der Verbandsdirektor des SPNV-Nord. Er zeigte sich zuversichtlich, dass dieses Projekt große Chancen habe, bei der Verabschiedung der neuen Rahmenvereinbarung für Projekte dieser Art in Rheinland-Pfalz, die im Jahr 2017 abgeschlossen wird, in die Liste der Maßnahmen mit Priorität aufgenommen zu werden. Eine positive Bewertung dieses Projekts sei wegen der hohen Fahrgastzahlen des Haltepunktes sehr wahrscheinlich. Bei den Planungen müsse dann auch über einen barrierefreien Zugang der Fahrgäste zu den Zügen nachgedacht werden. Wenn alle Planungs- und Bewilligungsfragen geklärt seien, könne man sich über den Zeitpunkt der Realisierung Gedanken machen. Dr. Thomas Geyer sieht diese Phase jedoch erst nach dem Jahr 2019.
Im kommenden Jahr fallen wichtige Vorentscheidungen
Er geht davon aus, dass bei einem positiven Verlauf des Projektes der sanierte Haltepunkt zur Landesgartenschau 2022 fertig sein könnte. Nachfragen zur derzeitigen unbefriedigenden Einstiegssituation aus dem Stadtrat, beantwortete Hans-Peter Kohlbecker von der DB. „Der jetzige Zustand an dem Haltpunkt Ahrweiler-Markt ist regelkonform“, betonte er. Es gebe aus dieser Perspektive keinen unmittelbaren Handlungsdruck die Situation sofort zu verändern, deren Verbesserungswürdigkeit jedoch unstrittig sei. „Die Ein- und Ausstiegsbedingungen für die Fahrgäste sind dort zwar nicht komfortabel, sie verstoßen aber nicht gegen die Sicherheitsbestimmungen der Bahn,“ erklärte er. In diesem Zusammenhang wurde auch darauf hingewiesen, dass jede provisorische Zwischenlösung für die Stadt eine schlechte Lösung wäre, da so eine umfassende Sanierung der Bahnsteige der Station Ahrweiler-Markt in weite Ferne rücke. Im Jahr 2017 wird sich der Stadtrat also erneut mit dem Thema befassen müssen. Dann wird klar sein, ob es dies Sanierungsprojekt tatsächlich, wie prognostiziert, auf die Prioritätenliste geschafft hat. Gefragt wurde der Schienenverkehrsexperte Dr. Geyer auch nach den Realisierungschancen für den angedachten neuen DB-Haltepunkt Bad Neuenahr-Mitte, der in den Bewerbungsplänen der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler für die Landesgartenschau 2022 erschienen war. Dieser neue Bahnhaltpunkt soll im Anschluss an den Bahnübergang in der Weinbergstraße in östlicher Richtung in Bad Neuenahrs Stadtteil Hemmessen entstehen. „Wir werden über diesen neuen Haltepunkt im Rahmen des Programmes „Stationsoffensive Rheinland-Pfalz“ diskutieren,“ betonte Dr. Geyer, der davon ausgeht, dass die Einbettung dieses Neubauprojektes in das Verkehrskonzept zur Landesgartenschau im Jahr 2022 eine wichtige Rolle bei der Bewertung durch die Fachbehörden spielen werde. Ob dieser Haltepunkt dann tatsächlich realisiert werden kann, wird sich auch erst im nächsten Jahr entscheiden, wenn in den zuständigen Fachgremien des Landes über den Bau neuer Schienenhaltpunkte in Rheinland-Pfalz beraten und entschieden wird.
