Politik | 07.10.2014

Rheinbacher Grüne werden Seniorenbeauftragten nach besten Kräften unterstützen

Dialog zwischen den Grünen und Herrn Wittmer

Rheinbach. Beim letzten Ortsverbandstreffen der B90/Grünen stellte der Seniorenbeauftragte der Stadt Rheinbach, Herr Wittmer, sich und seine Arbeit vor. Der Schwerpunkt seines Vortrags lag bei Informationen zum demografischen Wandel, der sich in der Gesellschaft vollzieht und von dem die derzeit 30- bis 50-Jährigen am stärksten betroffen sein werden. Er glaubt, dass weiten Bevölkerungsschichten nicht bewusst ist, welche Aufgaben, Veränderungen und Kosten auf sie zukommen werden.

Anhand einiger Beispiele zeigte Herr Wittmer die Problematik auf: 1. Durch den Ausbau von Neubaugebieten (Ansiedlung junger Familien) oder Ärztehäusern und Altenheimen (Konzentration von Senioren) in verschiedenen Orts- oder Stadtteilen kommt es zu unterschiedlichen demografischen Entwicklungen innerhalb der Bevölkerung im Verhältnis von Jung und Alt, deren Auswirkungen als negativ empfunden werden und zu Spannungen führen können.

2. Bei den Hausärzten ist eine Überalterung zu erkennen, gleichzeitig wird nur die Hälfte der benötigten Ärzte ausgebildet.

3. Es besteht ein großer Mangel an Pflegepersonal, der sich in den nächsten 15 bis 20 Jahren mehr als verdoppeln wird.

4. Es sind mittel- bis langfristige Auswirkungen z.B. auf Mieten, ÖPNV, Gesundheitsversorgung, Einzelhandel zu erwarten.

5. Es kann zu unterschiedlichen Altersstrukturen zwischen Gemeinden kommen, aber auch innerhalb einer Gemeinde (Beispiel Rheinbach: Flerzheim mit 18 Prozent über 60-Jähriger, Todenfeld mit 37 Prozent).

Der Seniorenbeauftragte beklagt das fehlende Interesse der Ärzteschaft und der kassenärztlichen Vereinigung, an einer Informationsveranstaltung teilzunehmen, weshalb diese abgesagt wurde. Er bemängelt zudem das Interesse der Bevölkerung, bestimmter Berufsgruppen und Teilen von Parteien, sich mit dem demografischen Wandel auseinanderzusetzen. Für ihn besteht die Notwendigkeit einer Aufklärung auf ganzer Breite und „von unten“. Deshalb wünscht er sich mehr Rückhalt, auch parteiübergreifend: Denn der demografische Wandel ist ein gesellschaftliches Problem, das nicht Folge falscher Politik einer Partei ist, sondern die Folge der Geschichte und langfristig fehlerhafter politischer Entscheidungen. Und er betrifft alle Schichten auf unterschiedliche Weise. Herr Wittmer hat ein Team von vier Mitstreitern, die alle ehrenamtlich und unentgeltlich tätig sind. Ihm steht für seine Arbeit ein jährlicher Betrag von 1000 Euro zur freien Verfügung.

Die Rheinbacher Grünen haben dem Seniorenbeauftragten ihre Mithilfe zugesichert. Sowohl im Rat als auch in den Ausschüssen wollen sie seine Anregungen und Vorschläge kritisch unterstützen und mit dazu beitragen, dass seine Aktivitäten die gebührende Öffentlichkeit erhalten und notwendige Maßnahmen zeitnah erfolgen.

Gerade in der Stadt Rheinbach gibt es im Bereich Seniorenbedarf viel zu tun: Die Einsetzung eines Seniorenbeauftragten durch einen gemeinsamen politischen Beschluss aller Parteien im Rat war ein erster wichtiger Schritt. Ihm müssen Taten folgen: Es kann nicht sein, dass dem Seniorenbeauftragten lediglich die Funktion des „Rufers in Wüste“ zukommt!

Pressemitteilung Bündnis 90/

Die Grünen - OV Rheinbach

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