Politik | 08.09.2020

FDP Rheinbach setzt sich weiter für schnelle Internetanbindung in Rheinbach ein

Die Corona Pandemie als Beschleuniger für die Digitalisierung

Digitale Bildung und Beratung auf der Agenda

Rheinbach. Infolge der CoronaPandemie mussten wir erleben, dass sich tiefgreifende Veränderungen unseres Lebens für alle Altersgruppen, unserer Berufsleben, das Bildungswesen nebst vorschulischem Bereich und auch für unsere Freizeit ergeben haben.

Ab März 2020 konnten viele Bürgerinnen und Bürger ihrer Arbeit plötzlich nicht mehr nachgehen, Schulen und Kindergärten wurden geschlossen, die wichtigen sozialen persönlichen Kontakte stark eingeschränkt. Diejenigen, die noch berufstätig sein konnten, erlebten oftmals, dass die zuvor mit Vehemenz in den Unternehmen oder Behörden verteidigte Präsenzkultur am Arbeitsplatz auf den Prüfstand gestellt wurde. Vor der Pandemie galt Studien zufolge häufig der Grundsatz, dass ein Arbeiten von zu Hause aus (Home Office) sowohl aus Sicht der Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber als auch der Beschäftigten angesichts der ausgeübten Tätigkeiten nicht möglich und auch nicht karriereförderlich sei. So lag die Bundesrepublik Deutschland im Bereich von Home Office deutlich hinter anderen europäischen Staaten wie etwa Frankreich oder den Niederlanden zurück. Inzwischen wird die Tätigkeit im Home Office mit Zugriff über das Festnetz oder Mobilfunk auf die unternehmens- oder behördeneigene Informationstechnik (IT) in unserem Land deutlich positiver bewertet. HomeOffice bietet angesichts der geltenden Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln eine ernstzunehmende Alternative zur Präsenz am Arbeitsplatz.

Die Corona-Pandemie beschleunigt den Prozess der Digitalisierung.

Die Häufigkeit von Geschäftsreisen nimmt voraussichtlich zugunsten von Video- oder Telefonkonferenzen spürbar ab, die Digitalisierung wird innovative informationstechnisch (IT) gestützte Geschäftsmodelle unterstützen und damit viele traditionelle verdrängen.

Um an der Digitalisierung teilhaben und diese auch auf der globalen Ebene mitgestalten zu können, ist das Erwerben digitaler Kompetenz und deren Nutzung von breiten Bevölkerungskreisen zwingend erforderlich. Schadsoftware oder IT-Angriffe, die zu nicht vorhandener Verfügbarkeit von IT-Systemen, dem ungewollten Abfluss vertraulicher Informationen oder Vermögensschäden (z.B. „gehackten“ Bankkonten) gehören inzwischen zu unseren unliebsamen Alltagserfahrungen. Digitale Kompetenz schließt daher auch das Wissen um IT-Sicherheit mit ein. Das Erwerben profunder digitaler Kompetenz sollte wie das Erlernen einer Fremdsprache bereits in frühem Kindesalter beginnen. Wegen der anhaltenden rasanten technologischen Weiterentwicklung ist dieser Lernprozess nach der Ausbildung oder dem Studium nicht abgeschlossen. Lebenslanges Lernen ist geboten, um an zukünftigen Entwicklungen weiter teilhaben zu können. Allerdings gilt aus Sicht der Freien Demokraten in Rheinbach auch der Grundsatz, dass Bürgerinnen und Bürger, die von der digitalen Welle überspült wurden und hierdurch oftmals Ängsten ausgesetzt sind, nicht allein gelassen werden dürfen. Es ist zu prüfen, wie zukünftig IT-Beratungsangebote bürgernah, unbürokratisch und kosteneffizient in Rheinbach bereitgestellt werden können.

Digitalisierung braucht IT-Vernetzung. Ende 2015 setzte der Bund ein Förderprogramm für den Breitbandausbau auf. Der Rhein-Sieg-Kreis bewarb sich als einer der ersten in Deutschland erfolgreich um Fördermittel, der Förderbescheid wurde Ende 2016 überreicht. Ziel des Rhein-Sieg-Kreises ist eine flächendeckende Versorgung mit mindestens 50 Mbit/s für seine Bürger und Gewerbetreibenden.

Am 26. März 2019 fiel der Startschuss für den Glasfaserausbau in den Ortschaften Hardt, Loch, Queckenberg und Sürst, hieran war auch Ratsherr Lorenz Euskirchen für die Freien Demokraten maßgeblich beteiligt. Bei einer stichprobenartigen Prüfung der Bandbreitenverfügbarkeit in diesen Ortschaften im Internet zeigt sich, dass hier aktuell häufiger schon 50 Mbit/s, in Seitenstraßen immerhin noch 18 Mbit/s und an wenigen Stellen sogar schon 250 Mbit/s verfügbar sind. Auch für die weiterführenden Rheinbacher Schulen und den hier ansässigen Teil der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg zeigt sich mit 250 Mbit/s im Download, 40 Mbit/s im Upload und bei Stichproben in der Kernstadt mit in der Regel 50 Mbit/s bezogen auf die Situation im Kreis ein erfreuliches Bild.

Ausreichende Netzanbindung ist wichtig, dennoch gibt es noch viel zu tun, damit Abbrüche bei Telefon-, Videokonferenzen oder Datenübertragungen, schlechte Ton, Bildqualität der Vergangenheit angehören und sich zusätzlich auch der Datenschutz und die IT-Sicherheit erhöhen. Selbst wenn Nordrhein-Westfalen das erste Bundesland ist, das Lehrer sowie bedürftige Schüler mit Notebooks oder Computern und Schulen mit IT-Plattformen (u.a. Logineo) ausstattet, ist die Frage zu beantworten, wer die hierfür zwingend erforderliche IT-Unterstützung einschließlich der Durchführung von Nutzerschulungen übernimmt. Und wenn beispielsweise Fördermittel aus dem Digitalpakt für Schulen infolge bürokratischer Hürden oder fehlender Verwaltungsgrundlagen nur langsam abfließen, und damit die Digitalisierung im Vergleich zu anderen europäischen Ländern weiter zurückbleibt, ist hier dringend nachzusteuern. „Wir haben bereits Anträge und Anfragen für ein digitales Bürgerbüro, verbesserte IT-Sicherheit und bessere DSL-Versorgung gestellt. Dafür werden wir uns auf allen politischen Ebenen weiter einsetzen“ betont FDP-Ratskandidat Dietrich Schleimer zum Abschluss.

Pressemitteilung

FDP Rheinbach

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