Neue Investoren beim Rhenser Mineralbrunnen
Die Gebrüder Berentzen übernehmen die Geschäfte des Traditionsunternehmens
Durch den Verkauf sind 128 Arbeitsplätze gesichert
Rhens. Es ist amtlich und das Aufatmen laut hörbar: das Traditionsunternehmen Rhenser Mineralbrunnen wird weitergeführt, behält seinen Namen und 128 Arbeitsplätze sind gesichert. Seit 1577 bietet das Unternehmen mit Sitz in Rhens natürliches Mineralwasser und Mineralwasserprodukte an. Es waren Probleme beim Umbau einer Abfüllanlage und gleichzeitige Umsatzrückgänge durch den Umbau der Produktion, die zu finanziellen Engpässen und in der Konsequenz zur Zahlungsunfähigkeit führten. Am 1. Dezember des vergangenen Jahres stellte die Rhenser Mineralbrunnen GmbH beim Amtsgericht Koblenz einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung. Daraufhin eröffnete das Amtsgericht am 1. Februar 2017 das Insolvenzverfahren und bestellte Rechtsanwalt Jens Lieser zum Insolvenzverwalter. In Rhens gelang es dem Büro Lieser Rechtsanwälte und dem Sanierungsgeschäftsführer Holger Sieck, das Unternehmen zu stabilisieren, Verlustbringendes abzubauen und den Geschäftsbetrieb fortzuführen. Seit Ende November 2016 hatte Sieck im Auftrag von Lieser das Unternehmen geleitet. „Ein Investorenprozess ist für ein Unternehmen immer eine schwierige Phase. Umso mehr gilt mein Dank den Mitarbeitern, dem Betriebsrat und der Gewerkschaft NGG, die immer konstruktiv und engagiert mitgearbeitet und so maßgeblich zum Erhalt vom Rhenser Mineralbrunnen beigetragen haben“, sagt Holger Sieck heute, nachdem der Verkauf unter Dach und Fach ist. Zwischenzeitlich hat er die Geschäftsführung an die Gebrüder Berentzen abgegeben. Mit den Gebrüdern Berentzen übernehmen zwei Fachleute den Betrieb. Sie kennen den Markt, haben gute Ideen und werden den Rhenser Mineralbrunnen zukunftsfähig weiterentwickeln, davon ist Jens Lieser überzeugt. Friedrich und Christian Berentzen sind Nachkommen der gleichnamigen Gründerfamilie der Kornbrennerei Berentzen aus dem Emsland. Daraus resultiert, dass sie über Erfahrungen im Bereich der Getränkeindustrie und des Getränkevertriebes sowie über hervorragende Kontakte verfügen. Ihre mehrheitlichen Anteile am Familienunternehmen Berentzen hatten sie vor zehn Jahren verkauft und sich aus dem Geschäftsleben zurückgezogen. Durch den Erwerb des Rhenser Mineralbrunnens steigen sie nun wieder in die Getränkebranche ein und legen mit ihrem Investment den Grundstein für einen Neubeginn. Das Unternehmen hat sie überzeugt, und sie sehen interessante ausbaufähige Produkte und zusätzliches Innovationspotential. Weitere Pluspunkte sehen sie im engagierten, motivierten Team, im festen Kundenstamm und in der Marke, die ausbaufähig ist. In den kommenden Jahren sollen Millionen in das Unternehmen investiert werden, etwa für die Modernisierung der Produktion und der Abfüllanlage. Es ist eine neue, erfolgsversprechende Perspektive, die sich mit der neuen Geschäftsleitung dem Unternehmen und den Mitarbeitern bietet. EP
