Integrierte Standortentwicklung für Höhr-Grenzhausen
Die Kommune fit für die Zukunft machen
Innenminister Roger Lewentz überbrachte den Förderbescheid des Landes über 216.000 Euro
Höhr-Grenzhausen. Ein hoher Gast aus Mainz besuchte am vergangenen Donnerstag das Rathaus der Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen: Innenminister Roger Lewentz. Im Gepäck hatte er als frühes Weihnachtsgeschenk einen Zuwendungsbescheid des Landes an die Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen in Höhe von 216.000 Euro. Mit der Förderung soll eine integrierte Standortentwicklung in der Verbandsgemeinde auf den Weg gebracht werden, die unterschiedlichste Aspekte kommunalen Wirkens mit abdecken und die gesamte Verbandsgemeinde inklusive der Stadt und der Ortsgemeinden weiter zukunftsfähig machen soll.
Kommunen stehen vor großen Herausforderungen
Die Verbandsgemeinde steht, wie viele andere Kommunen auch, in den kommenden Jahren vor großen Herausforderungen. Neben aktuellen Fragen wie Flüchtlinge, Kinderbetreuung und Seniorenhilfe bestimmen die gesellschaftlichen Megatrends wie Digitalisierung, Demografie sowie sich verändernde Rahmenbedingungen die kommunale Entwicklung. Für Höhr-Grenzhausen bedeutet das, die vorhandenen Ressourcen und Akteure in einem Prozess zu bündeln, alle relevanten Themen anzugehen und damit den Standort insgesamt attraktiver zu gestalten. Es geht um Kommunalentwicklung und auch kommunale Strukturentwicklung mit dem Ziel, rund um das Thema Keramik einen Standort für Wohnen und Arbeiten mit hoher Lebensqualität zu entwickeln, dabei sollen unter anderen die Bürger die Möglichkeit bekommen, eigenständig an der Entwicklung mitzuwirken.
Neue Impulse sind dadurch entstanden, dass die Stadt Höhr-Grenzhausen seit 2012 Mitglied im Keramiknetzwerk (UNIC – Urban Network for Innovation in Ceramics) ist. Deshalb ist auch eine identitätsstiftende deutlichere Positionierung im Bereich der Keramik angedacht. Mit dem Alleinstellungsmerkmal Keramik in seiner großen Vielfalt kann der Kern und Motor einer Entwicklung geschaffen werden.
Befristete Stelle in der Verwaltung wird geschaffen
In einer Startphase von etwa drei Jahren sollen intensiv Vorarbeiten geleistet, Netzwerke und Projekte geplant und teilweise realisiert werden. Um die notwendigen Managementkapazitäten in der Verwaltung aufzubauen, wird ein zeitlich befristeter Mitarbeiter eingestellt. Die jährlichen Gesamtkosten für den Prozess belaufen sich auf rund 90.000 Euro, für drei Jahre also 270.000 Euro. Bei einem Fördersatz von 80 Prozent und einem Förderbetrag von 216.000 Euro trägt die Verbandsgemeinde für die Maßnahme einen Eigenanteil von 54.000 Euro.
Verbandsbürgermeister Thilo Becker ging in seiner Begrüßungs- und Dankesrede auf die in der Vergangenheit gute Zusammenarbeit mit der Landesregierung ein. An Innenminister Lewentz gerichtet führte er aus: „Die Stadtsanierung wäre ohne die Unterstützung aus Ihrem Ministerium nie möglich gewesen, und auch Ihre Unterstützung war uns da immer gewiss.“ In seinen weiteren Ausführungen wies er darauf hin, dass der Westerwaldkreis zu den stärksten Wirtschaftsregionen in Rheinland-Pfalz gehört. „Aber leider müssen wir erkennen, dass sich Schwerpunkte gebildet haben, zum einen das Oberzentrum Koblenz mit Mülheim-Kärlich sowie Montabaur. Dazwischen liegt die Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen mit der zweitgrößten Stadt des Westerwaldkreises. Ich denke manchmal, wir werden von zwei Mühlsteinen in die Zange genommen und in die Unscheinbarkeit verdrängt. Bei dem Blick auf die zwei Zentren erfolgt dies aber nicht mit Neid oder Missgunst, sondern mit dem Anspruch, etwas daraus zu lernen. Wenn wir Kommunalpolitik vorantreiben wollen, dürfen wir nicht den Kopf in den Sand stecken, wir müssen alle Akteure vereinen und durch wechselseitige Beziehungen Einigkeit erzielen. Als Akteure gelten da nicht nur die Kommunen, Bürgermeister und Ratsmitglieder, wir müssen in unsere Entwicklung die Unternehmen, Vereine, karitative Einrichtungen und vor allem unsere Bürger einbinden. Hier gilt es auf Augenhöhe mit den Beteiligten zu sprechen und in einem offenen Dialog Vertrauen zu schaffen“, so der Bürgermeister weiter. Am Ende bedankte er sich für die Unterstützung des Landes und versprach, die Erfahrungen aus dem Projekt mit der Landesregierung und anderen Kommunen zu teilen.
Öffentliche Hand, Industrie und Tourismus kooperieren
Innenminister Roger Lewentz begrüßte die auf den Weg gebrachte Initiative für eine umfangreiche Struktur-Entwicklung, bei der sich Akteure aus der Keramik, der öffentlichen Hand, der Wirtschaft und aus dem touristischen Sektor zusammenschließen, um an einer integrierten Standortentwicklung zu arbeiten. Lewentz: „Sie zu unterstützen ist ein großes Anliegen von uns, wenn Sie einen so besonderen Weg gehen. Ich freue mich, dass wir Ihnen heute auf der Ebene der Verbandsgemeinde unter anderem für zusätzliches Personal in der Startphase von 2017 bis 2019 eine Unterstützung von 216.000 Euro auf die gesamte prognostizierte Kostensumme von 270.000 Euro überreichen können.“ Nach der Übergabe des Zuweisungsbescheids des Landes Rheinland-Pfalz an Verbandsbürgermeister Thilo Becker konnten sich Lewentz und die Anwesenden an einem kleinen Büffet stärken.
Innenminister Roger Lewentz (l.) übergab den offiziellen Förderbescheid an Verbandsgemeindebürgermeister Thilo Becker.
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