Politik | 29.11.2016

Integrierte Standortentwicklung für Höhr-Grenzhausen

Die Kommune fit für die Zukunft machen

Innenminister Roger Lewentz überbrachte den Förderbescheid des Landes über 216.000 Euro

Verbandsgemeindebürgermeister Thilo Becker (l.) und Stadtbürgermeister Michael Thiesen (r.) versprechen sich von der Förderung seitens des Ministeriums einen weiteren Schub für Stadt und Gemeinden.  GM

Höhr-Grenzhausen. Ein hoher Gast aus Mainz besuchte am vergangenen Donnerstag das Rathaus der Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen: Innenminister Roger Lewentz. Im Gepäck hatte er als frühes Weihnachtsgeschenk einen Zuwendungsbescheid des Landes an die Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen in Höhe von 216.000 Euro. Mit der Förderung soll eine integrierte Standortentwicklung in der Verbandsgemeinde auf den Weg gebracht werden, die unterschiedlichste Aspekte kommunalen Wirkens mit abdecken und die gesamte Verbandsgemeinde inklusive der Stadt und der Ortsgemeinden weiter zukunftsfähig machen soll.

Kommunen stehen vor großen Herausforderungen

Die Verbandsgemeinde steht, wie viele andere Kommunen auch, in den kommenden Jahren vor großen Herausforderungen. Neben aktuellen Fragen wie Flüchtlinge, Kinderbetreuung und Seniorenhilfe bestimmen die gesellschaftlichen Megatrends wie Digitalisierung, Demografie sowie sich verändernde Rahmenbedingungen die kommunale Entwicklung. Für Höhr-Grenzhausen bedeutet das, die vorhandenen Ressourcen und Akteure in einem Prozess zu bündeln, alle relevanten Themen anzugehen und damit den Standort insgesamt attraktiver zu gestalten. Es geht um Kommunalentwicklung und auch kommunale Strukturentwicklung mit dem Ziel, rund um das Thema Keramik einen Standort für Wohnen und Arbeiten mit hoher Lebensqualität zu entwickeln, dabei sollen unter anderen die Bürger die Möglichkeit bekommen, eigenständig an der Entwicklung mitzuwirken.

Neue Impulse sind dadurch entstanden, dass die Stadt Höhr-Grenzhausen seit 2012 Mitglied im Keramiknetzwerk (UNIC – Urban Network for Innovation in Ceramics) ist. Deshalb ist auch eine identitätsstiftende deutlichere Positionierung im Bereich der Keramik angedacht. Mit dem Alleinstellungsmerkmal Keramik in seiner großen Vielfalt kann der Kern und Motor einer Entwicklung geschaffen werden.

Befristete Stelle in der Verwaltung wird geschaffen

In einer Startphase von etwa drei Jahren sollen intensiv Vorarbeiten geleistet, Netzwerke und Projekte geplant und teilweise realisiert werden. Um die notwendigen Managementkapazitäten in der Verwaltung aufzubauen, wird ein zeitlich befristeter Mitarbeiter eingestellt. Die jährlichen Gesamtkosten für den Prozess belaufen sich auf rund 90.000 Euro, für drei Jahre also 270.000 Euro. Bei einem Fördersatz von 80 Prozent und einem Förderbetrag von 216.000 Euro trägt die Verbandsgemeinde für die Maßnahme einen Eigenanteil von 54.000 Euro.

Verbandsbürgermeister Thilo Becker ging in seiner Begrüßungs- und Dankesrede auf die in der Vergangenheit gute Zusammenarbeit mit der Landesregierung ein. An Innenminister Lewentz gerichtet führte er aus: „Die Stadtsanierung wäre ohne die Unterstützung aus Ihrem Ministerium nie möglich gewesen, und auch Ihre Unterstützung war uns da immer gewiss.“ In seinen weiteren Ausführungen wies er darauf hin, dass der Westerwaldkreis zu den stärksten Wirtschaftsregionen in Rheinland-Pfalz gehört. „Aber leider müssen wir erkennen, dass sich Schwerpunkte gebildet haben, zum einen das Oberzentrum Koblenz mit Mülheim-Kärlich sowie Montabaur. Dazwischen liegt die Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen mit der zweitgrößten Stadt des Westerwaldkreises. Ich denke manchmal, wir werden von zwei Mühlsteinen in die Zange genommen und in die Unscheinbarkeit verdrängt. Bei dem Blick auf die zwei Zentren erfolgt dies aber nicht mit Neid oder Missgunst, sondern mit dem Anspruch, etwas daraus zu lernen. Wenn wir Kommunalpolitik vorantreiben wollen, dürfen wir nicht den Kopf in den Sand stecken, wir müssen alle Akteure vereinen und durch wechselseitige Beziehungen Einigkeit erzielen. Als Akteure gelten da nicht nur die Kommunen, Bürgermeister und Ratsmitglieder, wir müssen in unsere Entwicklung die Unternehmen, Vereine, karitative Einrichtungen und vor allem unsere Bürger einbinden. Hier gilt es auf Augenhöhe mit den Beteiligten zu sprechen und in einem offenen Dialog Vertrauen zu schaffen“, so der Bürgermeister weiter. Am Ende bedankte er sich für die Unterstützung des Landes und versprach, die Erfahrungen aus dem Projekt mit der Landesregierung und anderen Kommunen zu teilen.

Öffentliche Hand, Industrie und Tourismus kooperieren

Innenminister Roger Lewentz begrüßte die auf den Weg gebrachte Initiative für eine umfangreiche Struktur-Entwicklung, bei der sich Akteure aus der Keramik, der öffentlichen Hand, der Wirtschaft und aus dem touristischen Sektor zusammenschließen, um an einer integrierten Standortentwicklung zu arbeiten. Lewentz: „Sie zu unterstützen ist ein großes Anliegen von uns, wenn Sie einen so besonderen Weg gehen. Ich freue mich, dass wir Ihnen heute auf der Ebene der Verbandsgemeinde unter anderem für zusätzliches Personal in der Startphase von 2017 bis 2019 eine Unterstützung von 216.000 Euro auf die gesamte prognostizierte Kostensumme von 270.000 Euro überreichen können.“ Nach der Übergabe des Zuweisungsbescheids des Landes Rheinland-Pfalz an Verbandsbürgermeister Thilo Becker konnten sich Lewentz und die Anwesenden an einem kleinen Büffet stärken.

Innenminister Roger Lewentz (l.) übergab den offiziellen Förderbescheid an Verbandsgemeindebürgermeister Thilo Becker.

Innenminister Roger Lewentz (l.) übergab den offiziellen Förderbescheid an Verbandsgemeindebürgermeister Thilo Becker.

Verbandsgemeindebürgermeister Thilo Becker (l.) und Stadtbürgermeister Michael Thiesen (r.) versprechen sich von der Förderung seitens des Ministeriums einen weiteren Schub für Stadt und Gemeinden. Fotos: GM

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare

Die alte Ockenfelser Linde soll fallen

  • Claudia W. : Ich bin in der Bergstraße aufgewachsen, meine Großeltern lebten dort. So traurig das ein einzelner so etwas durchsetzt! Ich hoffe das es noch abgewendet wird und dieser schöne alte Baum erhalten bleibt.
  • Iris Arens : Es wiederholt sich immer und überall: Auswärtige ziehen in Kenntnis der Sachlage zu und klagen anschließend gegen die bei Zuzug bereits bestehenden und bekannten Umstände. Hoffentlich bleibt die Linde...

Verschiebung wegen Planungsunsicherheit

  • Sabine Weber-Graeff: Da werden Abermilliarden in die Aufrüstung der Bundeswehr,respektive die Landesverteidigung gesteckt und dann wird seitens von Grün ernsthaft erwogen in den Sichtbereich des militärischen Radars zwei...
  • Joschi Hund: Leider kann man nicht mehr von einem Antik und Trödelmarkt sprechen, warum ? Wenn über die Hälfte der Händler Neuware anbieten und Ihre Waren mit Festpreisen ausgezeichnet haben. Man kann sagen über 80 % der Aussteller waren Händler.
Dauerauftrag 2026
Innovatives rund um Andernach
10 Jahre NoWi Bau
10 Jahre NoWi
Anzeige Show Alive
AZ_Gelenk 2026
Heizöl/Diesel/Holzpellets
125 jähriges Jubiläum Moses - Aktionsanzeige
Nachruf-Anzeige Marjanca Maguin
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
In den Thürer Wiesen wächst das Beweidungsprojekt weiter: Zwei Kühe und vier Kälber der Karpatischen Wasserbüffelherde sind am Dienstag in eine neu erschlossene Projektfläche umgezogen.Foto: Stiftung für Natur und Umwelt im Landkreis Mayen-Koblenz
14

Beweidungsprojekt wächst auf fast 30 Hektar

Wasserbüffel erobern neue Flächen in den Thürer Wiesen

Thür. In den Thürer Wiesen wächst das Beweidungsprojekt weiter: Zwei Kühe und vier Kälber der Karpatischen Wasserbüffelherde sind am Dienstag in eine neu erschlossene Projektfläche umgezogen. Damit stehen der Stiftung für Natur und Umwelt im Landkreis Mayen-Koblenz ab sofort zusätzliche zehn Hektar Feuchtwiesen westlich der L113 als Ökokontofläche zur Verfügung. Insgesamt umfasst die Projektfläche in den Thürer Wiesen nun fast 30 Hektar.

Weiterlesen

Die Stadt Andernach hat ihr beliebtes Naherholungsgebiet, die Mayener Hohl, in den vergangenen Monaten umfassend forstwirtschaftlich aufgewertet. Foto: Stadtverwaltung Andernach / Regina Unruh
18

Stadt Andernach entwickelt innerstädtischen Grünzug ökologisch weiter

500 neue Bäume für die Mayener Hohl

Andernach. Die Stadt Andernach hat ihr beliebtes Naherholungsgebiet, die Mayener Hohl, in den vergangenen Monaten umfassend forstwirtschaftlich aufgewertet. Entlang des rund 600 Meter langen innerstädtischen historischen Weges standen vor allem zwei Ziele im Fokus: die Wiederherstellung der Verkehrssicherheit und die nachhaltige Stärkung des gesamten Gehölzbestandes.

Weiterlesen

10

Ab dem 28. Mai auf dem Unkeler Sportplatz

Deutsches Sportabzeichen in Unkel erwerben

Unkel. Es ist wieder so weit: Ab Donnerstag, dem 28.05.2026, besteht die Möglichkeit, zwischen 18:00 Uhr und 20:00 Uhr nach telefonischer Absprache das Deutsche Sportabzeichen auf dem Unkeler Sportplatz zu erwerben. Dies erfolgt im Rahmen von Training und Abnahme.

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Dauerauftrag 2026
Rund ums Haus
Imageanzeige
Holz Loth-Entsorgung
Schulze Klima -Image
Dauerauftrag 2026
10 Jahre NoWi
Media-Auftrag 2026/27
Grünpflegedienst
Zukunft trifft Tradition KW 18
10 Jahre NOWI
10 Jahre Nowi
10 Jahre NoWi
Stellenanzeige Bauingenieur Trinkwasserversorgung/Abwasserbeseitigung
Nachruf-Anzeige Andreas Meyer