BI „lebenswerte Stadt“
Die Schönheit der Stadt im Sinn…
Online Neujahrsempfang und Premiere der ersten Online- Sehschule geben Ausblick auf aktives und buntes Jahresprogramm 2021
Bad Neuenahr-Ahrweiler. „Wer regiert, muss vor allem die Schönheit der Stadt im Sinn haben…!“ Die Eröffnungsworte von Markus Hartmann zum Neujahrsempfang der BI „lebenswerte Stadt“ gemahnten Einsatz für eine behutsame Stadtgestaltung mit Blick auf Historie, mit Respekt vor dem Gewachsenen, mit einem Herz für die Region und ihre Baukultur. Hartmann griff dabei auf einen Beschluss des Stadtrats von Siena von 1296 zurück, der nichts an Gültigkeit verloren habe: er diene der toskanischen Stadt bis heute: „zur Freude und zum Entzücken der Besucher“, und gereiche „der Ehre, dem Wachstum und dem Wohlstand der Stadt und der Bürger!“ Dieser Beschluss veranschauliche die Tragweite, wenn mit Weitsicht und vorausschauend regiert wird. Neuland betrat die BI „lebenswerte Stadt“ mit ihrem Online-Jahresempfang. Leben die Aktivitäten der Initiative üblicherweise aus Begegnung, Miteinander und Konfrontation, so verlagert sie nun einen Teil ihres Engagements coronakonform ins Internet. 80 Menschen fanden sich Mitte Februar zum ersten Treffen dieser Art, um auf ein überraschend berichtsreiches Jahr 2020 zurückzuschauen und zu überlegen, was im nicht mehr ganz jungen Kalenderjahr 21 ansteht. Höhepunkt der Veranstaltung war die virtuelle Sehschule durch die Villa Wilhelmstraße 51, einem schmucken Bau im Heimatstil von 1911. Auch dieses hochwertige Gebäude sollte der Abrissbirne zum Opfer fallen. Dieses Ansinnen wurde nur durch das beherzte Eingreifen des Denkmalschutzes in letzter Sekunde gerettet. Nun bietet die Bürgerinitiative einen filmischen Rundgang durch die Villa an – kommentiert von Kunsthistoriker Dr. Martin Bredenbeck (abrufbar auf www.lebenswertestadt.jimdo.com/ Häusergeschichten). Eine gelungene Premiere – weitere Häusergeschichten werden folgen und sollen die Schönheit historischer Bausubstanz zeigen und für ihren Erhalt sensibilisieren.
Für eine Jahresversammlung unumgänglich: Berichte. Dr. Jürgen Hambrink erhellte im Rückblick u.a. das Engagement der BI zum Erhalt der Kurparkliegenschaft. Die Vorgänge glichen „einem Trauerspiel in Endlosschleife“ und seien ein besonderes Ärgernis, das auch überregional weiterhin auf Kritik stoße. Den Besucher des Kurparks erwarte nun eine Schotterfläche statt historischer Bauten und die temporäre Nutzung des Parks, u.a. mit der Kirmes im letzten Sommer, gebe einen Vorgeschmack auf den sich abzeichnenden Niveauverlust dieses für die Identität der Kurstadt zentralen Ortes. André Gerth lenkte das Augenmerk im Ausblick auf die alte Rentmeisterei, deren Veräußerung die BI durchaus kritisch sieht. Die Frage müsse nicht lauten: brauchen wir dieses Gebäude noch, sondern wie können wir das wertvolle, geschichtsträchtige Haus weiterhin zum Wohle der Allgemeinheit nutzen? Wie kann es als südliche Begrenzung des Kurviertels in dieses gut integriert werden? Groß denken, mahnte Gerth, statt Flickschusterei. Charmant warb Ute Pauling dafür, dass sich die zahlreichen Mitglieder auch trotz Corona kreativ und mit ihren Anliegen, Ideen und Talenten in der BI einbringen. Mit munteren Quizfragen lockerte Pauling das Onlinetreffen auf und sorgte dafür, dass trotz der vielen Inhalte der Abend kurzweilig wurde. Die BI „lebenswerte Stadt“ setzt sich für eine behutsame Stadtentwicklung und eine geschichtsbewusste Stadtbildgestaltung ein, die die Historie der Ortsteile würdigt und Regionalität und Identität stärkt. Weitere Informationen und Film zur Sehschule online auf www.lebenswertestadt.jimdo.com.
Pressemitteilung
BI „lebenswerte Stadt“
