Politik | 23.10.2018

FWG Dierdorf e.V. zum Hallenbad Aquafit und Neubau Verwaltungsgebäude

Die Substanz nicht kaputtsparen

Verbandsgemeinderatsitzung vom 27. September in Dierdorf

Dierdorf. In der letzten Sitzung hat die FWG bereits darauf hingewiesen, dass man beim Hallenbad schon vor den gleichen Problemen stehe wie beim alten Bad. Bei jährlichen Verlustzuwächsen aus dem laufenden Betrieb in Höhe von 30.000 Euro auf jetzt 567.000 Euro wächst das Risiko, dass wieder die Substanz kaputt gespart wird. Das ist für die FWG aber keine Option. Die Attraktivität muss gewahrt bleiben und der zuständige Ausschuss mit bestehenden Problemen befasst werden, um nach guten Lösungen und Verbesserungen zu suchen.

In Sachen Rathaus-Neubau bewahrheitet sich die FWG-Sicht der Dinge: Die Zahlen waren passend gerechnet. Die räumliche Kapazität des Neubaus reicht nicht aus. Die FWG hatte es früh genug thematisiert; jetzt gibt der Bürgermeister zu, dass erhebliche Räumlichkeiten im alten VG-Gebäude weiter benötigt werden, ein Dachausbau im neuen Gebäude wird auch noch optional angedacht.

Die entsprechend anfallenden Kosten wurden in die Vergleichsberechnung Sanierung Altbau zu Neubau nicht einbezogen. Die dem Rat vorgelegten, vorteilhaften Zahlen, die für einen Neubau sprechen sollten, sind jetzt widerlegt. Der Beschluss fußt also auf falschen Grundlagen.

Obendrein wird zwingend weiter in das „alte Rathaus“ investiert, was so auch nicht geplant war. Das hat auch damit zu tun, dass die Kreisverwaltung in Neuwied den Dierdorfer Beschluss zur Erstellung eines neuen Rathauses offensichtlich erst mal als „gar nicht so wichtig“ eingestuft und die Bearbeitung des Zuschussantrags auf 2019 geschoben hat.

Derzeitiger Stand ist: Die VG Dierdorf hat beschlossen, dass ein Neubau billiger wird, ohne wichtige Fakten mit zu berücksichtigen. Über den Förderantrag und damit die Höhe der Förderung ist aber auch noch gar nicht entschieden, die Finanzierung also noch nicht fixiert. Es liegt aber schon ein fast fertiger Bauplan für das neue Gebäude vor. Wer von den Bürgern würde wohl im privaten Bereich so handeln?

Statt die Risiken so gering wie möglich zu halten, beschließt der Rat nun auch noch eine möglichst moderne äußere Gebäudeansicht mit unsichtbarer Regenrinne sowie innen liegenden Fallrohren mit notwendigen Wartungsöffnungen, die ausführungsbedingt erheblich problembehaftet sind.

Der Besucher, der zum Beispiel seinen Pass abholen möchte, beurteilt sicher nicht die Schönheit des Gebäudes. Wohl aber die Parkplatzsituation, die sich in dem gesamten Bereich spätestens verschärfen wird, wenn das frühere Rathaus einmal zusätzlich vermietet ist.

Vorschlag der FWG-Fraktion im Verbandsgemeinderat war, das Rathaus zu sanieren und das Feuerwehr-Gerätehaus als Erweiterung für den zusätzlichen Platzbedarf mit einzubeziehen und für die Verbandsgemeindeverwaltung zu nutzen.

Nicht nur, dass eine neue Generation Feuerwehr-Fahrzeuge und Material benötigt wird, was natürlich auch finanziert werden muss, das Gebäude der Feuerwehr platzt jetzt schon aus allen Nähten und müsste dann diesen größeren Fahrzeugen angepasst, und umgebaut werden. Diese Kosten wurden noch gar nicht berechnet. Die FWG-Fraktion hat sich für einen Neubau für die Feuerwehr an anderer Stelle eingesetzt, mit ausreichendem Platz im Außenbereich. Es kam nicht zur Diskussion, Bürgermeister und Rat haben den Vorschlag sofort verworfen. Politik ist leider so, die Mehrheit entscheidet.

Spätestens aber nach dem letzten Großeinsatz ( ICE-Brand) konnte jeder sehen, dass die Platzverhältnisse am derzeitigen Feuerwehr-Standort für die Mannschaft der Feuerwehr und die Anwohner im Umfeld nicht mehr zumutbar sind.

Pressemitteilung

FWG Dierdorf

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