Politik | 16.04.2025

CDU-Landtagsabgeordnete Jenny Groß informierte gemeinsam mit Verbraucherzentrale

Die Tricks der Abzocker – und wie man sich schützt

(v.l.) Andrea Steinbach und Jenny Groß.  Foto: Marcel Willig

Siershahn. „Achtung, Abzocke!“ – unter diesem Titel hatte die CDU-Landtagsabgeordnete Jenny Groß am Donnerstagabend ins Bürgerhaus Siershahn eingeladen. Ziel der Veranstaltung: Aufklärung über aktuelle Betrugsmaschen und konkrete Hilfestellung für den Alltag.

Landtagsabgeordnete Jenny Groß zeigte sich erfreut über die rege Teilnahme und das große Interesse am Thema. Sie sagte in der Begrüßung: „Verbraucherschutz betrifft uns alle. Gerade im digitalen Zeitalter ist es wichtiger denn je, Bürgerinnen und Bürger über Risiken aufzuklären und ihnen konkrete Hilfestellungen mitzugeben - denn es trifft alle Generationen.“

Als Referentin war Andrea Steinbach, Juristin bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, zu Gast. Sie gab tiefe Einblicke in ihren Beratungsalltag und warnte eindringlich vor immer raffinierteren Betrugsversuchen – sowohl analog als auch digital.

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf sogenannten Phishing-Mails und gefälschten Anrufen, bei denen sich Betrüger als Mitarbeitende von Banken, Paketdiensten oder sogar der Polizei ausgeben. Steinbach erklärte eindrücklich, wie professionell solche Täuschungen mittlerweile aufgebaut sind: „Die Anrufer sprechen unter Druck, bauen Angst auf und drängen zu schnellem Handeln – das ist Teil ihrer Masche.“ Ihre klare Empfehlung: Sofort auflegen, keine sensiblen Daten preisgeben und sich direkt bei der echten Institution rückversichern. Auch Mails mit Links zu angeblichen Sendungsverfolgungen oder gesperrten Konten sollten niemals angeklickt werden. „Solche Nachrichten immer kritisch prüfen, Absenderadresse genau anschauen und im Zweifel ignorieren oder löschen.“

Darüber hinaus warnte Steinbach vor unseriösen Gewinnspielangeboten, Knebel-Abos, Postwurfsendungen mit versteckten Kosten sowie Dienstleistern, die überteuerte Leistungen telefonisch oder an der Haustür verkaufen wollen. Ihre wichtigste Botschaft: Keine schnellen Entscheidungen treffen, nie unter Druck setzen lassen und im Zweifel immer eine zweite Meinung einholen.

Ein weiterer wichtiger Hinweis von Andrea Steinbach bezog sich auf Betrugsversuche am Telefon, wie sie bei angeblichen Zeitschriften-Abos oder Lotterie-Verträgen immer häufiger vorkommen. Die Juristin stelle dar, dass unseriöse Anbieter oft wesentliche Informationen verschweigen – etwa zur Identität des Vertragspartners, zu Preis und Laufzeit des Vertrags oder zu Kündigungsrechten. Häufig treten Fantasie-Firmen wie „Lotto 24“ auf. Steinbach stellte klar: Ein Vertrag kommt nur zustande, wenn die Betroffenen umfassend informiert wurden und dem ausdrücklich zugestimmt haben. Ist das nicht der Fall, können auch keine Zahlungen verlangt werden. „Lassen Sie sich am Telefon niemals zu einem schnellen ‚Ja‘ drängen – und bestehen Sie auf einer schriftlichen Bestätigung“, so der Appell der Expertin.

Auch digitale Entwicklungen standen im Fokus – insbesondere Supermarkt-Apps, die mit Rabatten locken, gleichzeitig aber erhebliche Datenschutzprobleme aufweisen. Steinbach kritisierte, dass viele Apps persönliche Daten auslesen, Konsumverhalten analysieren und nicht eindeutig ausweisen, wie sich die Preise mit und ohne App unterscheiden. „Gerade weil oft der Grundpreis fehlt, ist für Verbraucher kaum ersichtlich, ob ein Angebot wirklich günstiger ist“, so Steinbach. Die versprochene Ersparnis sei häufig eine Mogelpackung.

Neu ist dabei auch das Phänomen des Quishing – eine besonders perfide Form des Phishings, bei der gefälschte QR-Codes verwendet werden, etwa auf angeblichen Paketbenachrichtigungen, Plakaten, E-Ladesäulen oder sogar Restaurant-Tischen. Scannt man den Code, wird man auf eine manipulierte Webseite weitergeleitet, die vertraulich wirkende Logos und Designs nutzt, um persönliche Daten wie Zugangsdaten oder Kreditkarteninformationen abzugreifen. „QR-Codes wirken harmlos, sind aber ein neues Einfallstor für Betrüger – deshalb auch hier: misstrauisch sein, niemals sensible Daten eingeben und im Zweifel die Quelle hinterfragen“, warnte Steinbach.

Jenny Groß MdL, die selbst auch im Ausschuss für Familie, Jugend, Integration und Verbraucherschutz ist, betonte die Bedeutung solcher Veranstaltungen: „Wir erleben täglich, wie kreativ Betrüger werden. Deshalb müssen wir aufklären, sensibilisieren und den Menschen konkrete Handlungsmöglichkeiten an die Hand geben. Nur so können wir uns als Gesellschaft wehren.“ Die vielen Nachfragen aus dem Publikum zeigten deutlich, wie groß der Bedarf an seriöser Information ist.

Die Veranstaltung bot nicht nur Fakten, sondern vor allem praktische Tipps – ein Abend, der zeigt: Aufklärung ist der beste Schutz vor Abzocke.

Pressemitteilung

CDU-Landtagsabgeordnete

Jenny Groß

(v.l.) Andrea Steinbach und Jenny Groß. Foto: Marcel Willig

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