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Zum 90. Geburtstag von Karen Röder

Die Welt ist groß, schön und ich möchte noch teilhaben

Die Welt ist groß, schön
und ich möchte noch teilhaben

Karen Röder mit Farzana Talukder 2019 in der Wiesenau. Foto: Privat

14.07.2020 - 15:57

Wachtberg. Eine Gruppe Frauen sitzt konzentriert am Tisch. Ihre Augen sind auf ihre Hände gerichtet. Zwischendurch lachen sie, erzählen. Die Hände filzen. Es entstehen Blumen, Kugeln, bunte Hüllen für Telefone. Und mittendrin Karen.

Sie zeigt den Frauen, wie sie aus Wolle und Seifenlauge die Dinge für den geplanten Basar in der Wiesenau filzen können. Das war vor acht Monaten… die Frauen kommen aus Syrien. Karen engagiert sich seit 2018 ehrenamtlich in der Wachtberger Flüchtlingsarbeit, im sogenannten „SamstagsTreff“. Wenn man Karen das erste Mal begegnet, fällt ihr Gesicht auf. Ein Gesicht, das vom Leben erzählt. Ein Leben mit Höhen und Tiefen. Ihre Augen sind interessiert, offen, nehmen wahr – sehen. Und ihr Lachen steckt an, ist wie sie – herzlich. „Ich fühle mich wohl unter Menschen, Menschen interessieren mich.“ Karen wurde 1930 in Reichenbach (Vogtland) geboren. Ihre Eltern hatten eine Apotheke. Während des Zweiten Weltkrieges musste die Familie ihre Heimat verlassen, die Apotheke wurde zerbombt und die Familie dann nach dem Krieg enteignet. Die Familie fand ein neues Zuhause in Glücksburg. Karen machte nach dem Krieg ihr Abitur. Kunst wollte sie studieren, aber die Eltern rieten ihr zum Studium der Pharmazie, um sich ihr Brot verdienen zu können. Während ihres Pharmaziestudiums lernte Karen ihren Mann kennen. Boppard wurde das neue Zuhause der kleinen, größer werdenden Familie. Karen arbeitete in der eigenen Apotheke, sie hatten Freunde, fühlten sich sehr wohl. Alle drei Kinder machten in der kleinen Stadt ihr Abitur. Ihr Mann bekam eine Professur an der Universität in Bonn. Ein Schicksalsschlag ließ sie vor 35 Jahren dann nach Wachtberg kommen. „Das ist meine Heimat jetzt. Ich genieße es, durch die Felder zu gehen, weite Blicke in eine schöne Landschaft zu haben. Ich habe schnell Kontakte geknüpft, Freunde gefunden. Wachtberg hat uns gut aufgenommen.“

Ihrer Liebe zu und ihrem Interesse an Kunst geht sie seit 25 Jahren ehrenamtlich am Kunstmuseum in Bonn nach. Sie führt durch Ausstellungen, leitete Gruppen. Ihre Begeisterung für August Macke und seine Bilder konnte im letzten Jahr eine Gruppe Wachtberger Kinder und Jugendlicher aus vor allem syrischen Familien hautnah erleben.

„Das menschliche Miteinander ist mir wichtig. Menschen sind mir wichtig!“ 20 Jahre engagierte sich Karen bei Amnesty International. 2015 kamen viele Geflüchtete, vor allem aus Syrien, auch in die Gemeinde Wachtberg. Karen, die weiß, was Flucht und Krieg bedeuten, zögerte nicht lange und meldete sich, um ehrenamtlich Geflüchtete in Wachtberg zu unterstützen, um zu helfen. Jetzt ist sie als „Filzoma“ mittendrin, ist eine der guten Seelen im SamstagsTreff in der Wiesenau in Pech gewesen. Sie hofft, dass sie sich nach Corona wieder einbringen kann. Mit ihrer Herzlichkeit und ihrem Interesse an Menschen öffnet sie Herzen und bringt Menschen zusammen.

Jetzt wird Karen 90 Jahre alt. Die Arbeit mit Menschen hält sie jung, sie fühlt sich wohl in der Gruppe ehrenamtlich Engagierter und Geflüchteter. „Ich denke. Ich bin neugierig. Ich fühle mich nicht wie 90. Wie soll man sich mit 90 fühlen?!“

Katja Ackermann, Ehrenamtskoordination und Flüchtlingsarbeit Gemeinde Wachtberg: „Wir ziehen unseren Hut und sind sehr froh, dass Karen so ist, wie sie ist und wir sie kennenlernen durften.“

Pressemitteilung

Gemeinde Wachtberg

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Jürgen Müller:
Der Bitte/Forderung von Anwohnern/Herrn Altmaier ist seitens der STADT zu folgen, die bisher KEINE Weitsicht und Kompetenz gezeigt hat - im Gegenteil.Die Reaktion von Herrn Langner ist mehr als bedenklich und kindergartenmässig.Die Auswüchse von alkohol- und feierwütigen Unbelehrbaren in Coronazeiten hat er NICHT im Griff - auch NICHT seine offensichtliche Eitelkeit und Reaktion auf berechtigte Kritik.
Gabriele Friedrich:
Alkoholverbot in der Öffentlichkeit, ob mit oder ohne Corona. Was in anderen Ländern hervorragend funktioniert, scheint in Deutschland unmöglich. Auch die Pizza-Esserei auf der Straße, da braucht man sich nur einmal die städtischen Müllkörbe anzusehen. Wann raffen die Politiker endlich mal, das sie sich auch unbeliebt machen dürfen, wenn es Sinn macht. Keine Chance den Alkoholikern und so schützt man auch Jugendliche, die ohnehin schon zu viel "saufen" Wenn der OB sich beschwert, soll er halt seine Arbeit machen und zwar so, wie die Wähler das wollen.
Jean Seligmann:
Verbote, Verbote und nochmals Verbote, könnt ihr nichts anderes mehr? Es ist doch klar Erkennbar das die Menschen diese immer mehr unterlaufen, lt. einer Studie haben sich 2/3 der Menschen in Deutschland nicht an die Corona-Verbote gehalten! Es geht auch anders, schaut euch Schweden an, sinkende Infektionszahlen! Und das ohne Panik schüren, Verbote, Strafe, hier wurden ganz wenige Maßnahmen ergriffen, die Freiheit der Menschen wurde nicht eingeschränkt!
Gabriele Friedrich:
Bei der AfD ist es eben schwierig die Leute auszusortieren, die rechtes Gedankengut haben. Ich finde auch, das man nicht generell alles ablehnen sollte, was von dieser Partei kommt. Lieber wäre mir, es würde sie gar nicht erst geben. Zu verdanken haben wir das der versagenden Bundespolitik und auch Landespolitik. [ Zitat] Unterdrückung / Isolierung / Diffamierung / Verächtlichmachung [ Zitat Ende] "Das" können Sie auch ganz normal in Arztpraxen, Krankenkassen, öffentliche Stellen, auf der Straße und eigentlich überall erleben, wo Menschen sich begegnen. Ganz normale Deutsche diffamieren andere Deutsche, nur weil sie sich gegen etwas wehren, etwas einfordern wollen oder einfach nur freundlich behandelt werden wollen. Auch wer eine "andere" Meinung hat, wird verbal niedergetrampelt oder verächtlich gemacht. Deutschland ist nicht unbedingt mehr das Vorbild für andere. Die Menschen haben noch niemals aus der Vergangenheit gelernt, die Fehler geschehen immer in der Gegenwart!
Jean Seligmann:
"auf allen Ebenen der kommunalen politischen Arbeit Anträge der AfD abzulehnen, wurde dabei einstimmig beschlossen." So sieht das demokratische Verständnis der anderen Parteien also aus, INTOLERANT wäre noch geschmeichelt, hier werden Menschen diskriminiert ob ihrer politischen Ansicht, obwohl diese durch Artikel 3 Absatz 3 Grundgesetz im Grunde ausgeschlossen sein sollte. Aber soviel Verständnis für Andersdenkende darf von den anderen Parteien und im besonderen von GRÜNEN nicht erwartet werden! Wo die Unterdrückung / Isolierung / Diffamierung / Verächtlichmachung von anderen Menschen hinführt, dass hat uns die Geschichte hinlänglich gelehrt!
juergen mueller:
Dieser sogenannte "Handlungsbedarf" wurde über JAHRE ignoriert. Jetzt, wo die Kacke am Dampfen ist, wird man munter. Dieses plötzliche Umdenken ist das was Politik ausmacht - erst dann, wenn die Öffentlichkeit auf etwas aufmerksam macht, was über Jahre vernachlässigt wurde, (vermeintlich) aktiv werden. Man sucht sich halt zu seinem persönlichen Vorteil das aus, was eben zur eigenen Profilierung gerade passt. Widerlich und anbiedernd.
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