Seniorensicherheitsberater Karl-Heinz Jost sensibilisiert Mitglieder und Freunde der CDU Senioren Union
Die eigene Sicherheit treibt immer mehr ältere Menschen um
Koblenz. Als die Vorsitzende Monika Artz Anfang 2016 ihr Jahresprogramm verschickte, ahnte niemand, wie aktuell das Thema der Jahresschlussveranstaltung würde.
Jetzt sind alle Medien fast täglich voll von Berichten über das Ausmaß und neue Methoden der organisierten Kriminalität im Land und der Stadt Koblenz. Da war das Thema „Sicherheit“ hoch aktuell und sehr willkommen. Ja, viele kennen die Empfehlungen, wie sich vor Taschendiebstählen, Einbrechern und so weiter geschützt werden kann, aber geht das wirklich unter die Haut? Richten sich alle danach? Das passiert doch nur den anderen.
Dem „Enkeltrick“ keine Chance geben
Wie Karl-Heinz Jost arbeitet und informiert ist sehr konkret und anschaulich. So wird der „Enkeltrick“ in einem fingierten Gespräch im Video gezeigt. Die Teilnehmer erfuhren, dass 2015 in Koblenz sechs Fälle bei der Polizei gemeldet wurden. In fünf Fällen verhielten sich die Angerufenen richtig, legten gleich auf oder sprachen sich mit der Polizei bei der Geldübergabe ab.
Die Dunkelziffer ist ungeahnt hoch. Auch Diebstähle von Geld, das gerade aus einem Automaten gezogen worden war, wurde gezeigt.
Ein Täter fotografiert das Eingeben der PIN Nummer mit seinem Handy und beobachtet, wohin das Geld gesteckt wird. Der Komplize als Zieher wird verständigt und hat meist Erfolg. Karl-Heinz Jost machte darauf aufmerksam, dass es nach Verlust einer Scheckkarte wichtig ist, innerhalb von zwei Stunden die Nummer 116 116 anzurufen, damit die Karte gesperrt wird und damit das abgehobene Geld durch eine Versicherung erstattet werden kann. Die Rufnummer ist kostenfrei, nur aus dem Ausland gebührenpflichtig.
Auch der „Zettel-“ oder „Wasserglastrick“, oft von ausländisch aussehenden Frauen verübt, ist im Video gezeigt worden. Neu ist, dass sich in einem Vielparteienhaus, in dem Handwerker tätig sind, „unechte“ Handwerker sich einschleichen und angeblich zur Kontrolle Zugang zu Wohnungen verschaffen, dabei Schmuck und Geld rauben.
Handtaschendiebstahl und Geldbörsenraub ist immer ein Thema
Das Thema Handtaschendiebstahl bei Frauen und Geldbörsenraub bei Männern ist besonders prekär. Karl-Heinz Jost erzählte, dass er mit einer Polizistin in Zivil im Löhrcenter und auf der Löhr zwischen Kaufhof und Plan beobachten konnte, wie leichtfertig Frauen mit offenen Reißverschlüssen an den Taschen im Gespräch bei einander stehen und bestohlen werden können. Er griff bewusst robust in die offene Tasche, zog die Börse raus und stellte sich dann als Sicherheitsberater vor. Diese Frau hat ihre Lektion gelernt.
Oft sind mit den Geldbörsen auch Scheckkarten und wichtige Papiere verschwunden. Ein kostspieliger Schaden.
Karl-Heinz Jost berichtete sehr konkret über die Schwachstellen in Häusern und Wohnungen, die den Dieben leichten Einstieg ermöglichen. Haustüren, die so gesichert sind, dass sie nicht in drei Minuten geöffnet werden können, sind der beste Schutz, aber nicht billig. Oft wird es den Einbrechern in Gärten liegenden Einfamilienhäusern sehr leicht gemacht, wenn Fenster gekippt oder Terrassentüren leicht aufzuhebeln sind.
Die Teilnehmer erzählten immer wieder von selbst erlittenen oder im eigenen Umfeld miterlebten Fällen.
Monika Artz dankte dem Vortragenden, der auch stellvertretender Kreisvorsitzender der Senioren Union ist, mit einem Weinpräsent. Da die CDU Senioren Union ja eine politische Vereinigung sei, forderte sie, die Polizei müsse personell verstärkt und besser ausgestattet werden.
Auf Bundesebene müssen solche Delikte stärker unter Strafe gestellt, vor allem aber von der Justiz entsprechend geahndet werden.
Anschließend blieben die Teilnehmer bei einem köstlichen Wein von Toni Reif, sie tagten nämlich im „Antoniushof“ in Moselweiß, und einem leckeren Winzerteller noch in gemütlicher Stimmung beisammen.
Pressemitteilung des
CDU-Kreisverbandes Koblenz
