Die CDU Senioren Union lud zu einer hochinteressanten Zeitzeugen Veranstaltung ein
Die frühen Jahre am Deutschen Eck ab 1945
Koblenz. Die Vorsitzende Monika Artz freute sich sehr, dass der Saal der Begegnungsstätte des Roten Kreuzes an der Liebfrauenkirche schon früh komplett gefüllt war. Auch der Kreisvorsitzende der CDU, der Bundestagsabgeordnete Josef Oster war gekommen. In seinem Grußwort hat er die derzeitigen Probleme angesprochen, die Politik und Bürger umtreiben: die Gas- und Stromkrise und die Inflation in den europäischen Demokratien als Folge des Überfalls Putins auf die Ukraine. Oster forderte die Anwesenden auf selbst mitzuhelfen, dass die Krise bewältigt wird.
Es hatte sich herumgesprochen, dass die Jubiläumsveranstaltung des Landeshauptarchiv Koblenz und des Landesbibliothekszentrum im Juni im Bundesarchiv bei den Besuchern Begeisterung ausgelöst hatte. Dort hatten Frau Dr. Göbel und Frau Dr. Kölges Texte aus dem Archivmaterial vorgetragen, die die Situation der Menschen seit dem Einmarsch der Amerikaner beschrieben. Als Zeitzeugin war die Koblenzer Politikerin Roswitha Verhülsdonk eingeladen. Die beiden Autorinnen erlaubten es, eine Wiederholungsveranstaltung mit ihren Texten durchzuführen. Diese las Kirsten Steinebach vor. Was in den Dokumentationen und den Erzählungen der Zeitzeugin über die Lage am Kriegsende berichtet wurde, zeigte auf, was ein Volk, das zusammensteht, an schrecklichen Kriegsfolgen bewältigen kann. Die 95-jährige Roswitha Verhülsdonk erzählte spannend, wie sie diese Zeit erlebte.
Im ersten Teil ging es um den Einmarsch der Amerikaner und die anschließende Besatzungszeit der Franzosen. Die Amerikaner hatten früh begonnen Verwaltungsstrukturen aufzubauen und eine Entnazifizierung einzuleiten. Die von den Amerikanern unter Vertrag genommene 18-jährige Schülerin hatte die Aufgabe, das Material zu ordnen. Die Bürger mussten Fragebogen ausfüllen über ihre Mitgliedschaft in NS Organisationen. Anhand gefundener Mitgliedsbücher konnten die Aussagen kontrolliert werden.
Im zweiten Kapitel ging es um Hunger und Not; da wurden die unterschiedlichen Wege beschrieben, wie die Menschen versuchten, nicht zu verhungern.
Im dritten Abschnitt ging es um die Wiedererstehung der politischen Parteien und die Neugründung einer Christlich Demokratischen Partei durch Konrad Adenauer. Auch in Koblenz fanden sich Gründer zusammen. Die Parteien beschäftigten sich nicht mit sich selbst, sondern mit den Nöten der Menschen. Es gab keinen Abstand zwischen Politikern und Bürgern.
Ein weiteres Kapitel beschrieb das Wiedererstehen kultureller und Vereinsstrukturen. Trotz aller Not war der Hunger der Menschen nach Kultur gewaltig.
Koblenz war von den Besatzungsmächten als vorübergehende Hauptstadt des neugegründeten Landes Rheinland-Pfalz bestimmt worden. Es wurden gute Verwaltungsstrukturen aufgebaut; die Bürger zogen durch eigene Investitionen mit und Koblenz blühte auf. Die Währungsreform und der später von den Amerikanern finanzierte Marshall-Plan halfen zu der als Wirtschaftswunder beschriebenen Entwicklung des Landes. Dazu beigetragen hat auch die von den Koblenzern als schmerzlich empfundene Verlegung der Hauptstadt nach Mainz. Roswitha Verhülsdonk kommentierte diese Entwicklung aus eigenem Erleben.
Das Publikum bedankte sich für die spannende Veranstaltung mit großem Applaus. Monika Artz kündigte für Ende September die nächste Veranstaltung an. Sie wird sich mit dem Thema Patientenverfügung beschäftigen.
Pressemitteilung der
CDU Senioren Union Koblenz
