SPD-Ortsverein Rheinbach wählte neue Spitze
Dietmar Danz ist Chef der Rheinbacher Sozialdemokraten
Folke große Deters legte nach sieben Jahren das Amt wegen anderweitiger zeitintensiver Verpflichtungen nieder
Rheinbach. Rheinbachs Sozialdemokraten haben einen neuen Chef. Der bisherige Ortsvereins-Vorsitzende Folke große Deters legte nach sieben Jahren das Amt nieder, weil er nach der Kommunalwahl auf Kreis- und Landesebene verantwortungsvolle und zeitintensive Ämter angetreten habe. Er hatte auch gleich einen Nachfolger in petto. Mit überwältigender Mehrheit wählten die 25 Wahlberechtigten im Hotel Haus Streng seinen bisherigen Stellvertreter Dietmar Danz zum neuen Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins Rheinbach, es gab nur eine Gegenstimme und eine Enthaltung. Das gleiche Ergebnis verzeichnete Andrea Kaminski, die zur neuen stellvertretenden Vorsitzenden neben Jürgen Lüdemann gewählt wurde. Die Vorsitzende der Stadtschulpflegschaft war erst wenige Tage zuvor in die Partei eingetreten, hatte aber als Parteilose schon bei der jüngsten Kommunalwahl für die SPD kandidiert. Nach der Kommunalwahl im Mai habe er eine Reihe von neuen Aufgaben übernommen, begründete Deters seinen Rücktritt. „Es hat mir immer Spaß gemacht, keiner von Euch hat mich geärgert“, schmunzelte er. Doch mittlerweile sitzt der Jurist und Büroleiter des SPD-Bundestagsabgeordneten Sebastian Hartmann im Kreistag und übernahm dort den stellvertretenden Vorsitz der SPD-Fraktion, darüber hinaus auch noch das „interessante, aber arbeitsreiche Amt“ des Geschäftsführers. Weiter ist er Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Juristinnen und Juristen NRW. All diese Aktivitäten seien sehr zeit- und arbeitsintensiv, was sich mit dem wichtigen Amt des Ortsvereinsvorsitzenden nicht vereinbaren lasse. Dennoch behalte er sein Mandat im Stadtrat, wo er auch den Vorsitz im Ausschuss für Generationen, Integration und Soziales übernommen hat.
Guter Zeitpunkt für Wechsel
„Der Zeitpunkt für einen Wechsel an der Spitze ist gut, denn wir haben bei der Kommunalwahl sehr gut abgeschnitten“, erklärte Deters den Genossen. Bei der Wahl zum Stadtrat habe er noch an der Spitze des Ortsvereins bleiben wollen, um als „Vorstopper“ für Bürgermeisterkandidat Dietmar Danz zum Erfolg beizutragen. Mit einem Zuwachs von sieben Prozentpunkten liege die Rheinbacher SPD deutlich über dem Landes- und Kreistrend, man habe aus den Wahlergebnissen auch etwas gemacht. So sei Karl-Heinz Kerstholt mittlerweile zum Vizebürgermeister gewählt worden, die SPD stelle zwei Ortsvorsteher und dazu auch noch zwei Ausschussvorsitzende. Dabei habe die CDU im Vorfeld der Entscheidungen mit taktischen Spielchen zu hintertreiben versucht, dass die SPD ihrem Stimmenanteil entsprechend in der Stadtspitze repräsentiert werde. Das habe er dem politischen Gegner noch nicht verziehen. Leider habe die SPD bei der Kommunalwahl ein ganz großes Ziel verfehlt, „denn wir wollten die schwarz-gelbe Mehrheit in Rheinbach ablösen.“ Es bleibe weiterhin die Hoffnung, in absehbarer Zeit wieder eine Gestaltungsmehrheit zu erringen, wie es in den 1980er Jahren schon einmal gewesen sei. Dazu trage auch bei, dass die früheren Grabenkämpfe innerhalb des Ortsvereins mittlerweile überwunden und einer überaus freundschaftlichen Atmosphäre gewichen seien.
Eine wahrnehmbare Opposition in Rheinbach
Erfreulicherweise sei es gelungen, in Rheinbach eine wahrnehmbare Opposition zu sein, was zu einem gesteigerten Selbstbewusstsein der Genossen geführt habe: „Wir treten heute auf als künftige Regierungspartei und sagen ganz klar: Wir können es besser! Wir sind die stolze SPD und wir werden irgendwann einmal in Rheinbach regieren!“ Außerdem habe man das soziale Profil der Partei gezielt gestärkt, und man setzte sich mittlerweile noch stärker für die Schwachen in der Gesellschaft ein. Als seinen Nachfolger schlug Deters seinen bisherigen Stellvertreter und Ex-Bürgermeisterkandidaten Dietmar Danz vor. Der 63-jährige Verwaltungsdirektor und Betriebsleiter eines kommunalen Eigenbetriebs habe sich im Kommunalwahlkampf erhebliche Verdienste um den Ortsverein erworben. Aufgrund seiner politischen Erfahrung sei Danz die geeignete Person, den Prozess des Neuaufbaus im Hinblick auf die Kommunalwahl 2020 zu moderieren und zu begleiten.
Thematisch stärker in die Öffentlichkeit treten
„Es wird meine Hauptaufgabe sein, zusammen mit dem gesamten Vorstand den Schwung des Wahlerfolges zu verstetigen und das Pfund im Hinblick auf 2020 gut einzusetzen“, erläuterte Danz seine Pläne. Dafür seien insbesondere mehr Aktivitäten in den einzelnen Wahlkreisen erforderlich, in denen man künftig kontinuierlich präsent sein wolle. Auch thematisch werde man stärker in die Öffentlichkeit treten, besondere die Themen Stadtfinanzen, Monte Mare und Hauptstraße als Fußgängerzone wolle man weiterverfolgen. In seiner Antrittsrede versprach Danz: „Wir bleiben eine engagierte und lebhafte Opposition.“
