Politik | 16.12.2016

Stadtrat beschloss die Einführung der landesweiten Rabattierung

Ehrenamtskarten für die Engagierten

Neidlos erkannten alle politischen Fraktionen an, dass die Einführung der Ehrenamtskarte dem beharrlichen Drängen der FWG Fraktion mit Karl-Josef Heinrichs (r.) an der Spitze zu verdanken ist.  FF

Neuwied. Einstimmig beschloss der Neuwieder Stadtrat die Einführung der landesweiten Ehrenamtskarte mit vielerlei Vergünstigungen vor Ort und in ganz Rheinland-Pfalz. Darunter die Ermäßigung auf den Eintritt in die Landesmuseen Trier, Koblenz und Mainz sowie bei Burgen, Schlössern und Altertümern, die von der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz verwaltet werden. Die entsprechende Beschlussvorlage monierte die FWG Fraktion nur insoweit, als dass sie die Urheberschaft für sich reklamierte. „Ihre Beharrlichkeit war vorbildlich“, bestätigte und lobte Regine Wilke vom Bündnis 90/Die Grünen anerkennend für alle Kollegen. Ihre Fraktion werde es der FWG mit eigenen Anliegen gleichtun. Zuvor hatte Karl-Josef Heinrichs (FWG) darauf hingewiesen, dass man den Antrag zur Einführung bereits im Februar 2015 formulierte und immer wieder nachbohren musste. Es sei schade, dass Neuwied so lange gebraucht habe. Knapp einhundert Kommunen hätten die Karte früher eingeführt. Oberbürgermeister Nikolaus Roth erklärte die lange Bearbeitungsdauer mit fehlenden Personalkapazitäten und dem Ansinnen, bei Einführung auch entsprechende Angebote vorhalten zu können.

Viele Vergünstigungen

Dies sei nun gelungen. Neben den notwendigen zwei Vergünstigungen der einführenden Kommune, geworden sind es fünf, darunter drei Euro Ermäßigung bei den Rommersdorf-Festspielen und jeweils ein Euro Ermäßigung auf Stadtführungen sowie Führungen in der Stadtgalerie, konnten fünfzehn Gastronomiebetriebe beziehungsweise Gewerbebetriebe gewonnen werden. „Die Liste ist damit aber noch nicht abgeschlossen“, kündigte Nikolaus Roth an. Das hofft auch Karl-Josef Heinrichs. Er nannte den Zoo Neuwied und Schloss Monrepos als Vorschläge. Ehrenamtliche sollten sich aber nicht zu früh freuen. Die Landesregierung hat die Messlatte sehr hochgelegt. So reicht ein zweimal wöchentliches zweistündiges Vereinstraining mit Kindern nicht aus. Die Karte darf nur beantragen, wer mindestens fünf Stunden pro Woche beziehungsweise 250 Stunden im Jahr ehrenamtlich engagiert ist. Das kann auch bei unterschiedlichen Vereinen und Institutionen sein. Das Mindestalter beträgt zudem 16 Jahre. „Das Ehrenamt soll die verdiente Wertschätzung erfahren“, begründete der Oberbürgermeister die Ehrenamtskarte. Die Bedeutung des Ehrenamtes wurde zuletzt bei der Flüchtlingshilfe deutlich. Ein positives Echo kam auch von allen anderen Fraktionen, sodass die Einführung der Ehrenamtskarte einstimmig erfolgte. „Bürgerschaftliches Engagement erzeugt soziales Kapital“, sagte Petra Grabis von der SPD Fraktion. In der Flüchtlingshilfe käme zum Vorschein, wie viel positive Energie in der Gesellschaft stecke. „Das Ehrenamt bezeichnete die sozialdemokratische Ratsfrau als unbezahlbar.

Freiwillige würdigen

Die Ehrenamtskarte sei eine moderne und attraktive Möglichkeit, die Freiwilligen zu würdigen. Von einem Instrument der Anerkennung und Wertschätzung sprach Pascal Badziong (CDU Fraktion). Er rief die Neuwieder Vereine dazu auf, ihre aktiven Mitglieder und guten Geister zur Beantragung der Ehrenamtskarte zu motivieren. Denn je größer die Beteiligung sei, desto größer und vielseitiger würden die Angebote in der Stadt werden. Dem positiven Tenor schloss sich auch die Fraktion des Bündnis 90/Die Grünen an. Von der Stadtverwaltung fordert die Fraktionsvorsitzende Regine Wilke allerdings eine Rückmeldung, wie sich die Angebote und die Nachfrage nach der Ehrenamtskarte entwickelt? Entweder im Stadtrat oder im Ältestenrat der Stadt Neuwied. FF

Neidlos erkannten alle politischen Fraktionen an, dass die Einführung der Ehrenamtskarte dem beharrlichen Drängen der FWG Fraktion mit Karl-Josef Heinrichs (r.) an der Spitze zu verdanken ist. Foto: FF

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