Zu Gast in der Moschee in Remagen
Ein Blick in den Gebetsraum
Sozialdemokraten besuchten mit Marcel Hürter die islamische Gemeinschaft in der Fährgasse
Remagen. Mit den Menschen vor Ort sprechen, das hat sich der Landtagsabgeordnete Marcel Hürter auf die Fahnen geschrieben.
Der 33-jährige Sozialdemokrat und Wahlkreisabgeordnete zeigte sich erfreut und überrascht über die Gastfreundschaft und Offenheit, die ihm in der türkischen Moschee in Remagen entgegen schlug. Ehmine Balfi, seit mehr als 30 Jahren in Remagen lebend und Mitglied im Migrationsbeirat, hatte das Treffen herbeigeführt. Sehr gerne, so Mevlüd Kaynak, der Iman der türkischen Moscheegemeinschaft, habe man sich zu dem Gespräch zusammengefunden. Ahmet Bulut, Stadtratsmitglied und Vorsitzender des Migrationsbeirats, begrüßte die SPD-Delegation mit Fraktionsvorsitzender Christine Wießmann an der Spitze.
Migration und Integration werden in Remagen seit Jahren groß geschrieben, das unterstrichen alle Beteiligten. Als gutes Beispiel diente da das Bündnis für Frieden und Demokratie, von dessen Arbeit Agnes Menacher berichten konnte, und die Aktionen um den „Lokalen Aktionsplan“, die Veranstaltungen gegen Rechts und für Frieden und Toleranz, an denen sich auch die Moscheegemeinschaft rege beteiligt.
Dafür galt den türkischen Mitbürgern ein herzlicher Dank von Stadtratsmitglied Rolf Plewa.
150 Mitglieder hat die türkische Gemeinschaft an der Fährgasse. Jugendarbeit und Integrationsbemühungen in Sachen Spracherziehung stehen ganz oben auf der Liste der Gemeinschaft. „Nur über die Bildungsarbeit“, so der Iman, „sind die Bemühungen um die Gleichstellung der Kulturen in der Gesellschaft zu lösen.“
Hürter machte aus seiner Meinung kein Hehl, dass er ein absoluter Befürworter der Gleichstellung aller Religionsgemeinschaften ist. Auch will der Sozialdemokrat den „Doppelpass“ als Normalität angesehen wissen.
„Unsere ausländischen Mitbürger müssen das Recht auf aktives und passives Wahlrecht bekommen“, will er von der Politik einfordern.
Denn dort, wo man seinen Lebensmittelpunkt habe, müsse auch das Recht auf Mitbestimmung zuhause sein. Den „Nachzug“ von Kindern zu ihren Eltern, die emigriert seien, sieht der Politiker ebenfalls als selbstverständlich an.
Die Forderung des Iman nach türkischer Sprache als Pflichtfach an den Schulen sahen die Sozialdemokraten eher skeptisch. Als Wahlfach, wie in einigen Städten des Landes bereits praktiziert, das könne man sich vorstellen, so Wießmann.
Im Remagener Alltag, das stellte die Diskussion heraus, haben türkische Mitbürger aber immer noch unter Diskriminierung zu leiden.
Gerade das „Kopftuchproblem“ zeige sich sowohl im gesellschaftlichen Bereich wie auch im Arbeitsleben als noch nicht überwunden, hieß es. Auch die Probleme im Jugendbahnhof zwischen deutschen und türkischen Jugendlichen wurden angesprochen, Ahmet Bulut will diesen in seiner Gemeinschaft nachgehen.
An einem Integrationskonzept für Remagen arbeitet zurzeit der Migrationsbeirat, erläuterte der Vorsitzende dieses Gremiums. Nach Fertigstellung soll es den städtischen Gremien vorgestellt werden.
Auf der Wunschliste der türkischen Mitbürger steht eine Städtepartnerschaft zwischen Remagen und einer türkischen Stadt ganz oben. „Werden Sie aktiv“, konnten da die Remagener nur raten.
„Bringen sie sich in die Kommunalpolitik ein,“ wünschte Marcel Hürter. Abschließend besuchten die Gäste die Moscheeräume, in denen ihnen Mevlüd Kaynak die islamische Religion näher brachte.
„Unser gemeinsamen Ziel“, so der Iman, „ist doch immer der Frieden in der Welt und die Integration der Kulturen vor Ort.“
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