Politik | 11.04.2022

Obwohl die Landesgartenschau 2027 in die Pfalz geht, profitiert Bendorf von seinen Planungen

Ein Gartenschauprojekt soll real werden

7 Millionen Euro für RheinWalk und MobiHub könnte der Bund übernehmen – Stadtrat stimmte Bewerbung zu

Bendorf. „Träume sind Schäume“ besagt ein Sprichwort, das auch für Bendorf gilt, denn die Landesgartenschau 2027 bleibt ein Traum: Sie geht nach Neustadt/Weinstraße entschied die Landesregierung. Dabei hatte sich Bendorf so richtig ins Zeug gelegt mit Workshops im Ideenkino, 17 Fachpläne, bei denen etwa 300 Bürger mitmachten und eine 150-seitige überdimensionale Broschüre, die alles darstellt herausgegeben. Und ist das jetzt alles reif für Tonne, weil feststeht „aus der Traum“? Nicht so ganz, denn eine Idee soll Realität werden, die der Bendorfer Stadtrat bei seiner jüngsten Präsenz-Sitzung in der Stadthalle – keine Youtube-Videoschalte mehr – beschloss: Rheinwalk, Fahrradparkhaus und MobiHub.

Der RheinWalk ist eine etwa 600 Meter lange barrierefreie Fußgänger- und Fahrradbrücke von der Innenstadt über die B 42 zum Rhein und dem Zentrum oder Knotenpunkt (Hub) für Mobilität. Das bedeutet Bahnhaltepunkt, Fahrradparkhaus mit Solarmodulen und Begrünung auf dem Dach sowie Ladestationen auch für Autos und Anbindung an den rechtsrheinischen Radweg. Und wer soll das bezahlen? Das Bundesumweltministerium mit seinem Förderprogramm für Klimaschutz durch Stärkung des Radverkehrs bei modellhaften und investiven Projekten. So könnte in Bendorf das sieben Millionen Euro teure Projekt komplett bezahlt werden. Zwei Voraussetzungen gibt es: Die Bewerbung muss bis 30. April abgegeben werden und Bendorf muss etwa 900.000 Euro für Planungsleistungen und Baunebenkosten selbst tragen. Die Kritik daran beantwortete Bürgermeister Christoph Mohr mit dem Hinweis: „Es gibt wohl ein Förderprogramm, das auch Planungs- und Nebenkosten unterstützt. Das prüfen wir.“ Jedenfalls beauftragte der Rat einstimmig die Verwaltung, die Bewerbung für die Förderung schnell abzugeben. Wegen des Angriffs auf die Ukraine verabschiedete das Gremium  einstimmig eine Resolution für Freiheit und Frieden. Denn „der Bendorfer Stadtrat steht in besonderer Verantwortung. Wir verurteilen den Angriff und stellen Hilfen für Geflüchtete“, heißt es. Dazu passt, dass die Stadt Bendorf dem Bündnis „Bürgermeister für den Frieden (Mayors for Peace)“ beitritt, das sich für die Abschaffung von Atomwaffen einsetzt. Daher wird am 8. Juli am Bendorfer Rathaus die Flagge des Netzwerks aufgezogen. Der Stadtrat genehmigte auch eine überplanmäßige Ausgabe von 140.000 Euro zum Mieten von Wohnraum oder Sammelunterkünfte für Flüchtlinge. Die Stadt bekommt das Geld vom Kreis aber in voller Höhe zurück.

Was beim Ausbau der Hauptstraße möglich ist, zeigte eindrucksvoll Dirk Gastring vom gleichnamigen Ingenieurbüro in einer PowerPoint Projektion. Er betonte: „Es ist ein sehr früher Planungsschritt und daher erstmal Grundlagen und Ideen.“

Diskussionen im Rat gab es wegen eines Dorfgemeinschaftsraums im Stadtteil Stromberg. Denn bei der Dorfmoderation wurde ein solcher Raum gefordert. Daher will der Stromberger Tennis Club seine Räume an die Stadt vermieten für Feiern oder Veranstaltungen der Stromberger. Dafür, so meinten einige Ratsmitglieder, gebe es in Stromberg ausreichend Möglichkeiten, die jedoch nicht genutzt würden. Dennoch stimmte der Rat dem Abschluss eines Mietvertrags mit dem Tennis Club zu, wobei nach einem Jahr ein Sonderkündigungsrecht möglich ist. Zu Beginn der Stadtratssitzung verabschiedeten Bürgermeister Christoph Mohr und Vertreter aller Ratsfraktionen mit Lob und Dank den CDU-Fraktionsvorsitzenden Goran Varvodic. Nach acht Jahren legt er sein Mandat nieder, da er in den Westerwald zieht. „Du hast der Fraktion einen Stempel aufgedrückt und dich dafür engagiert, was wichtig war“, lobte Varvodics Nachfolger Joachim Boos. HEP

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