Gegen das Vergessen – Projekt „Stolpersteine“ nun digitalisiert im Stadtportal

„Ein Mensch ist vergessen, wenn sein Name vergessen ist“

28.04.2020 - 09:51

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Man findet die goldglänzenden Pflastersteine in der Bachstraße in Heimersheim, der Kreuzstraße in Bad Neuenahr, der Ahrhutstraße in Ahrweiler und in vielen weiteren Straßen im Stadtgebiet. Gemeint sind sogenannte „Stolpersteine“.


Stolpersteine sind Gedenksteine, die an die Vertreibung und Ermordung der Juden, der Zigeuner, der politisch Verfolgten, der Homosexuellen, der Zeugen Jehovas und der Euthanasieopfer im Nationalsozialismus erinnern.

Vor genau 75 Jahren, im April 1945, wurden unter anderem die Konzentrationslager Bergen-Belsen, Ravensbrück und Sachsenhausen befreit. Mit der Befreiung und dem Bewusstwerden der Gräueltaten wurde der Grundstein für die intensive Aufarbeitung des Holocaust und der damit verbundenen deutschlandweiten Erinnerungsarbeit gelegt.

Die Stolpersteine sind ein Teil dieser Erinnerungskultur. Sie erinnern an Menschen, die oftmals noch nicht einmal ein Grab haben. Sie erinnern an Menschen, deren Menschsein und Menschenwürde innerhalb kürzester Zeit systematisch ausgelöscht wurde. Sie werden vom Kölner Künstler Gunter Demnig persönlich vor dem letzten frei gewählten Wohnort des Opfers mit der Aufschrift „Hier wohnte…“ in das Pflaster des Gehwegs eingelassen.

Ziel der „Stolpersteine“ ist die zufällige Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus im Alltag. 70 Jahre nach Beginn der Deportationen in Bad Neuenahr-Ahrweiler von April bis Juli 1942 verlegte Gunter Demnig am 19. April 2012 die ersten Stolpersteine im Stadtteil Bad Neuenahr. Weitere Stolperstein-Verlegungen folgten in den Stadtteilen Ahrweiler und Heimersheim.


Das größte dezentrale Holocaust-Mahnmal der Welt


Im Dezember 2019 waren es insgesamt 75.000 Steine, die Gunter Demnig im Rahmen seines Projekts europaweit verlegt hat. Damit ist das Erinnerungsprojekt des Kölner Künstlers das größte dezentrale Holocaust-Mahnmal der Welt.

Die 75.000 Steine in den unterschiedlichsten Städten und Dörfern verbinden die europäischen Länder in ihren Bemühungen gegen das Vergessen und die Verharmlosung des Holocaust und haben sich zu einem wichtigen Bestandteil der europäischen Friedensarbeit entwickelt.

72 Stolpersteine sind es heute allein in den Stadtteilen Ahrweiler, Bad Neuenahr und Heimersheim. Sie erinnern an deportierte und ermordete Bürgerinnen und Bürger in der Zeit des Nationalsozialismus, die von April bis Juli 1942 aus dem Stadtgebiet in die Vernichtungslager abtransportiert worden waren.

Im Stadtportal der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler gibt es in der Rubrik Kultur (www.bad-neuenahr-ahrweiler.de/kultur/stolpersteine/) die Materialen nun digitalisiert und aufbereitet. Darüber hinaus findet sich hier Videomaterial zur Verlegung der Stolpersteine in der Kreisstadt.

Pressemitteilung

Stadtverwaltung

Bad Neuenahr-Ahrweiler

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