Swisttaler Hauptausschuss fühlte sich beim Sportplatz Heimerzheim zwischen den Stühlen
Ein weiteres Gutachten muss her
Gebührenordnung der Volkshochschule ändern
Swisttal. „Die Wirtschaftlichkeit der Volkshochschule muss rasch und deutlich verbessert wird“, machte SPD-Sprecher Joachim Euler bei der jüngsten Sitzung des Swisttaler Hauptausschusses deutlich. Das Gremium beriet über die geplante Änderung der Gebührenordnung der VHS Meckenheim-Rheinbach-Swisttal mit Wachtberg und befürwortete am Ende einstimmig den von VHS-Direktor Adrian Güter vorgestellten Entwurf. Die vier Vertreter der Gemeinde in der Zweckverbandsversammlung wurden außerdem angewiesen, für eine Herabsetzung des Erwachsenenalters in der Gebührenordnung von bisher 27 auf 25 Jahre zu stimmen. Grüters Vorschlag gehe in die richtige Richtung, so Euler, die SPD unterstütze dies ausdrücklich.
Keine Kündigungen
Seit einem Jahr sei Grüter nun im Amt, die Erwartungen an ihn hinsichtlich der Verbesserung der Wirtschaftlichkeit seien hoch, und so langsam müssten positive Erfolge sichtbar werden. Monika Wolf-Umhauer (FDP) wies außerdem darauf hin, Swisttal fordere schon lange, dass bei der VHS und der Musikschule keine fest angestellten Lehrkräfte mehr beschäftigt werden dürften und nach Möglichkeit der Unterricht mit Honorarkräften bestritten werden solle. Der VHS-Direktor machte allerdings darauf aufmerksam, dass der Zweckverband vor Jahren beschlossen habe, dass zumindest die Funktionskräfte weiterhin fest angestellt bleiben sollten. Bei den übrigen fest angestellten Mitarbeitern werde man die Verträge auslaufen lassen, es gebe aber keine Kündigungen, machte er klar.
Kooperation prüfen
Eine Kooperation oder ein Personalaustausch mit anderen Volkshochschulen, wie von Wolf-Umhauer ins Gespräch gebracht, sah Grüter als durchaus möglich an, das müsse aber noch geprüft werden. Sven Kraatz (Grüne) wies darauf hin, dass es sich bei dem Angebot der Volkshochschule seiner Ansicht nach um ein Element der Daseinsvorsorge handele, das zwar Geld koste, andererseits aber auch einen großen Nutzen bringe und dabei helfe, den Bildungsauftrag zu erfüllen und das kulturelle Leben zu bereichern.
Umgestaltung des Sportplatzes
Keinen Beschluss hingegen fasste das Gremium hinsichtlich der geplanten Umgestaltung des Sportplatzes in Heimerzheim. Hier soll zunächst ein neues, neutrales Gutachten eingeholt werden über die Frage, ob ein Kunstrasenplatz oder eine Hybridrasenlösung den Erfordernissen des Sportstättenbedarfsplanes besser entspricht. Ursprünglich hatte das Ingenieurbüro Dr. Fischer (Rheinbach), das auch den Sportstättenbedarfsplan insgesamt erarbeitet hat, für Heimerzheim einen Kunstrasenplatz als optimale Lösung ausgegeben und dafür rund 540.000 Euro angesetzt. Vor allem die ganzjährige Nutzbarkeit des Kunstrasens war eines der ausgegebenen Argumente für diese Variante. Doch das war dem SSV Heimerzheim zu teuer, so dass sich der Vorstand nach Alternativen umschaute und beim Atelier Esser (Rheinbach) fündig wurde. Nach dessen Kalkulation und Wirtschaftlichkeitsbetrachtung würde ein Hybridrasenplatz 441.000 Euro kosten und damit etwa 100.000 Euro billiger sein. Nach den Vorstellungen des Vereins soll die Verringerung der Baukosten ausschließlich ihm zugutekommen, er müsse dadurch weniger Darlehen aufnehmen. Der Investitionskostenanteil der Gemeinde in Höhe von 325.000 Euro soll hingegen trotz der Kostenreduzierung beibehalten werden, ebenso wie der in Aussicht gestellte jährliche Zuschuss zur Platzpflege in Höhe von 12.000 Euro. Bei einer neuerlichen Gegenüberstellung der beiden Sanierungsvarianten in Form einer Kosten-Nutzen Analyse kam das Planungsbüro Dr. Fischer jedoch zu einem anderen Ergebnis als das Atelier Esser. Demnach werde beim Bau eines Hybridrasens lediglich im Frühjahr, Sommer und Herbst der Bedarf rechnerisch gedeckt, im Winter sei der Platz kaum bespielbar. Außerdem sei der Aufbau in der vorliegenden Planung nicht DIN-konform, und auch die Beregnungsanlage müsse nach Ansicht des Büros Fischer für einen Hybridrasen erneuert werden. Diese Kosten seien in der Kostenaufstellung des Ateliers sei nicht enthalten.
Weiteres Gutachten muss her
„Wir haben also zwei Gutachten, die sich widersprechen“, konstatierte Euler. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte, vermutete er. Deshalb sei es unabdingbar, dass ein dritter, neutraler Gutachter, sich die Sache noch einmal anschaue. Manfred Lütz (CDU) sah das ebenso: „Wir sitzen jetzt zwischen den Stühlen und wissen nicht, was der richtige Weg ist.“ Deshalb sei man auch derzeit nicht in der Lage, sich für eine der beiden Alternativen zu entscheiden. Er sah es darüber hinaus als dringend notwendig an, die künftigen Nutzer mit in die Entscheidung einzubeziehen. Kraatz fand, es habe schon „ein Geschmäckle“, dass ausgerechnet der Verfechter des Kunstrasens das Gegengutachten zum Hybridrasen erstellen durfte. Eine neutrale Instanz wäre hier von vornherein besser gewesen, fand er. Das soll nun nachgeholt werden, beschloss der Ausschuss einstimmig bei einer Enthaltung von Monika Wolf-Umhauer. Außerdem soll Bürgermeister Eckhard Maack dem Atelier Esser eine Stellungnahme zum Fischer-Gutachten ermöglichen. Die SPD will außerdem die Kosten und die Finanzierung der gesamten Sanierungsmaßnahme für den Sportplatz Heimerzheim dargelegt und dessen Konformität mit den Sportstättenbedarfsplan aufgezeigt werden. Nicht zuletzt müsse man die aktuelle Bedarfssituation ermitteln, denn sowohl Wolf-Umhauer als auch Kraatz wollten gehört haben, dass die Zahl der aktiven Mannschaften in Heimerzheim seit 2011 deutlich zurückgegangen sei. Mit weniger Mannschaften brauche man naturgemäß auch weniger Nutzungszeit auf dem Sportplatz, das müsse bei den Planungen berücksichtigt werden.
