Politik | 06.03.2024

Nach 40 Jahren schließt das SPD-Im Lädchen e.V.

Eine Ära geht zu Ende

Die ehrenamtlichen Frauen aus dem SPD-Im Lädchen schauen auf ein höchst erfolgreiches soziales Projekt zurück.  Foto: Rita Schwarz

Neuwied. Vor 40 Jahren, in einer Zeit ohne Kleidungsdiscounter, eröffneten zwanzig engagierte Frauen in der Bahnhofstraße in Neuwied einen der ersten wohlfahrtsorientierten und ehrenamtlich getragenen Second-Hand-Kleidungs-Läden in Deutschland. Das Konzept: Die Neuwieder Bevölkerung spendet einwandfrei erhaltene, aber nicht mehr selbst getragene Kleidungsstücke; die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen sortieren die Kleidung und bestücken passend nach Saison und Stil den bald darauf in der Markstraße bezogenen Ladenraum mit einem qualitativ hochwertigen Sortiment zu geringem Preis; die Kundinnen und Kunden des Lädchens konnten sich immer auf eine herzliche und kompetente Beratung durch die ehrenamtlichen Verkäuferinnen verlassen. So etablierte sich das Lädchen schnell als beliebte Adresse für Mitmenschen, die preisbewusst Kleidung kaufen wollten oder darauf angewiesen waren.

Der Gewinn, den das Lädchen mit dem Kleidungsverkauf erzielte, wurde wiederum an gemeinnützige Organisationen der Stadt und Umgebung gespendet. So erwirtschafteten um die 80 ehrenamtliche Frauen im Lädchen in den letzten vier Jahrzehnten mehr als 400.000 Euro, die gespendet werden konnten. Zum 15. März wird das SPD-Im Lädchen e.V. das Kleidungsgeschäft in der Marktstraße aufgeben. „Leider war es uns nicht mehr möglich die Verluste wegen der Schließungen während der Corona-Virus-Pandemie wieder aufzuholen“, sagt die Geschäftsführerin Agnes Roth. Der Umsatz sei in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Im Laufe der Jahre haben sich viele Möglichkeiten zum Erwerb günstiger und teilweise auch gebrauchter Kleidung etabliert, durch Discounter, Online-Handel und Kleidungsbörsen. Das Alles habe sich im Umsatz bemerkbar gemacht. Hinzu kam, dass sich das Team der ehrenamtlichen Frauen zuletzt altersbedingt verkleinerte und nur wenige neue Ehrenamtliche dazustießen. Manche Frauen sind seit der Gründung vor 40 Jahren im Lädchen tatkräftig engagiert und der Altersdurchschnitt des Teams ist schon seit geraumer Zeit deutlich über die 60 Jahre gestiegen. Nun können bereits keine Kleiderspenden mehr entgegengenommen werden und der Schlussverkauf hat begonnen.

Die ehrenamtlichen Frauen aus dem SPD-Im Lädchen schauen auf ein höchst erfolgreiches soziales Projekt zurück. Stellvertretend für das gesamte Team sagt Agnes Roth: „Wir bedanken uns bei allen Kundinnen und Kunden, die uns über die vielen Jahre treu geblieben sind, sowie bei allen Menschen, die uns über die lange Zeit gut erhaltene Kleidung gespendet haben. Gemeinsam haben wir ein wirklich schönes soziales Projekt über viele Jahre hinweg gestalten können.“ Pressemitteilung

SPD im Lädchen e.V.

Die ehrenamtlichen Frauen aus dem SPD-Im Lädchen schauen auf ein höchst erfolgreiches soziales Projekt zurück. Foto: Rita Schwarz

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Kommentare
06.03.202418:14 Uhr
Helmut Gelhardt

Einen Riesendank an alle ehrenamtlichen Frauen aus dem SPD-Lädchen. Sie haben Großartiges geleistet im Sinne der Menschlichkeit und der Solidarität/Nächstenliebe. In Sinne des Gemeinwohls. Ein wunderbares Beispiel für gelebte soziale Demokratie - 40 Jahre lang! Wir alle müssen vor Ihnen den Hut ziehen und verneigen uns! Uns bleibt nur zu hoffen, dass es Ihnen allen wohlergeht!

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