Bündnis 90 / Die Grünen-Fraktion im Mendiger Stadtrat bezieht Position:
Eine Bewusstseins- änderung ist nicht eingetreten
Mendig. Der politische Alltag hat wieder begonnen und der Ortsverband der Mendiger Grünen nimmt wieder am kommunal- politischen Geschehen teil. Beinahe drei Monate beherrschte alleine der Bürgermeister mit seinen Beigeordneten (SPD/ CDU) das Tagesgeschäft. Trotz Nachfragen der grünen Fraktion war man seitens der Stadtspitze nicht willens die Opposition in Entscheidungsprozesse ein zu binden. Lediglich ein rudimentäres Info- Protokoll zur Halbzeit der Corona- Einschränkungen sollte den Schein demokratischer Arbeit wahren.
Hinsichtlich der Themen/ Abstimmungsergebnisse der Stadtratssitzung vom 9. Juni möchten die Grünen Folgendes festhalten:
1. Die mehrheitliche Annahme des Bebauungsplans „Verlängerung Eichenweg“ war so zu erwarten und verwundert nicht. Erstaunlich ist jedoch die Argumentation im Bezug auf die Ablehnung einer permanenten neuen Zuwegung zur Entlastung derzeitiger Straßen im bestehenden Wohngebiet. Man versteigt sich zur Aussage, dass in erster Linie ökologische/ landwirtschaftliche Gründe gegen eine Zufahrtsstraße sprechen. Bei dem ohne Weiteres in Kauf genommenen immensen Flächenverbrauch des Baugebietes erscheint diese Behauptung beinahe lächerlich. Zudem erstaunt es dann doch, dass weder CDU-, noch SPD- Fraktion bzgl. der Reduzierung des Volumens eines Stauwasserkanals von einem Fünfzig- zu einem 10-jährigen Hochwasserereignis Gesprächsbedarf sehen. Erst nach Einwänden der grünen Fraktion beeilte man sich, vorsichtige Skepsis an den Tag zu legen. Am Abstimmungsergebnis änderte das naturgemäß aber nichts. Alleine die ökonomischen Faktoren waren in diesen Punkten ausschlaggebend. 2. Im Rahmen des Mendiger Innenstadt-Konzeptes wird nun der Hospitalplatz erneuert. Nach einer Planungsphase von ca. vier Jahren war es dann soweit. Der Platz nahm auf dem Papier langsam Formen an. Auf eine zwischenzeitliche Beteiligung der Anwohner/ Bevölkerung wurde, trotz Vorschlag der Grünen, explizit verzichtet. Ob dieses Vorgehen im Einklang mit den Förderrichtlinien des Landes RLP steht, bedarf zumindest der Überprüfung. Im Rahmen der letzten Bauausschusssitzung einigte man sich in der Folge auf einen Kompromiss. Dabei sollte erwähnt werden, dass trotz Aufforderung seitens der Verwaltung lediglich die Grünen zu diesem Termin einen eigenen grünen Entwurf präsentierten.
Da aber im letzten Entwurf weder die grünen Ideen ansatzweise Niederschlag fanden, noch die Bausumme annähernd eingehalten wurde, sah sich die Fraktion außerstande diesem Projekt zu zu stimmen.
3. Die Anträge der grünen Fraktion schafften es, letztendlich erst nach Aufforderung durch die ADD Koblenz, nach sechs Monaten tatsächlich auf die Tagesordnung und wurden und an die Ausschüsse verwiesen:
• Verabschiedung einer Baumschutzsatzung
• Umwandlung sämtlicher öffentlicher Flächen unter ökologischen/ klimatischen Gesichtpunkten
• Mendig soll pestizidfreie Stadt werden
• Jugendrat
• Innerstädtisches Radfahrnetz
• Detaillierter Vorschlag zur Verkehrsberuhigung der Innenstadt
Im Überblick hat sich wenig geändert. Die sogenannte „Große Koalition“ bestimmt naturgemäß die Richtung. Eine Bewusstseins-Änderung hinsichtlich der Erkenntnis zur Notwendigkeit von aktivem Umwelt- und Klimaschutz in der Stadt Mendig, ist augenscheinlich nicht eingetreten. Pressemitteilung
Bündnis90 / Die Grünen
Ortsverband Mendiger
Fraktionsvorsitz
Stephan Retterath
