Flüchtlingsnetzwerk Altenahr eröffnet Kleiderkammer
Eine Fundgrube für Menschen, die sparen müssen
Kleiderkammer ist mittwochs von 15 bis 18 Uhr für alle Bedürftigen geöffnet
Altenahr. Hassan, das Kindergartenkind, ist aus seinen Hosen herausgewachsen. Nun braucht es neue Jeans. Am liebsten würde seine Mama alles neu kaufen, aber das verbietet sich, wenn das Geld zusammengehalten werden muss und demnächst auch noch ein Umzug ansteht. Nadwa aus Syrien, Mutter von fünf Kindern, sieht sich in der neu eingerichteten Kleiderkammer des Flüchtlingsnetzwerkes Altenahr um - und ist überwältigt. So viele niedliche und gut erhaltene Sachen für Kinder. Schnell hat sie sich entschieden. Ein paar Hemden, drei Pullis, drei Hosen, eine warme Jacke. Und für sich selbst hat sie noch einen Pullover entdeckt. Sie zahlt dafür eine bescheidene Summe und ist glücklich.
Die Kleiderkammer in dem früheren Gasthof Eifelstube steht natürlich allen bedürftigen Menschen offen, nicht nur Flüchtlingen. Bevor sie eröffnet werden konnte, haben Thekla Kräuter, ihr Mann und ein paar Helferinnen, darunter Gerlinde Zavelberg und Helga Esser, sehr viel Arbeit gehabt. Sie haben ganz selbstverständlich ungezählte Stunden investiert, um für Menschen in Not da zu sein – so wie Tag für Tag in aller Stille auch andere Ehrenamtler Flüchtlingsfamilien unterstützen. Manche bis an ihre Grenzen. Deshalb ist Verstärkung dringend notwendig. Die Kleiderkammer-Crew ist aber schon komplett. Und was sie geschafft hat, kann sich sehen lassen. Fast zwei Lkw-Ladungen mit Säcken voller Schuhe, Blusen, Hemden, Hosen und Sweatshirts mussten sortiert und eingeräumt werden. Dabei gab es anfangs keine Schränke dafür. Ikea hat Regale spendiert, Theklas Mann hat aus alten Türen weitere geschreinert. Und jetzt ist alles untergebracht und wird übersichtlich dargeboten. Die Kleidung stammte zunächst aus Beständen der aufgelösten Kleiderkammer des Deutschen Roten Kreuzes in der Bedarfs-Erstaufnahme-Einrichtung in der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz in Bad-Neuenahr-Ahrweiler. Dabei handelte es sich aber vor allem um Sachen für Kinder und Frauen. Das Sortiment ist nun auch um Herrenkleidung ergänzt worden. Gregor Doege, Koordinator des Flüchtlingsnetzwerkes, hatte Gemeindemitglieder in Ahrbrück, Altenahr und Dernau dazu aufgerufen, nach Gottesdiensten gut erhaltene Stücke für Männer abzugeben. Und nun ist genug da (weitere Spenden sind zurzeit nicht nötig, es mangelt an Raum). Den ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern und ihren Schützlingen bietet sich nun eine wahre Fundgrube. Thekla Kräuter erwartet sie jeden Mittwoch, Sahrstraße 34, Kirchsahr, von 15 bis 18 Uhr. Und Nadwa wird bald die Sachen, die ihrer jüngsten Tochter Maria nicht mehr passen, waschen, bügeln und in die Kleiderkammer bringen. Maria braucht auch etwas „Neues“. Pressemitteilung
Flüchtlingsnetzwerk Altenahr
