Nostalgie am Remagener Rheinufer
Eine Stadtchronik in Bildern
Fotografien von Baptist Schneider zieren die Promenade
Remagen. Große Aufmerksamkeit bekommen sie, die nostalgischen Fotos, die seit kurzer Zeit die Geländer an der Rheinpromenade schmücken. „Remagen einst“ könnte man dazu sagen, denn um 1900 hat ein Remagener Fotograf diese Werke seiner Stadt auf Glasplatte abgelichtet. Mit einem Bollerwagen und in Knickerbockern zog der Künstler der Fotografie durch die Lande, begutachtete Licht und Wetter, „lieh“ sich Menschen zur Dekoration aus und lichtete seine Heimat ab. Links und rechts des Rheins war Baptist Schneider unterwegs und überlieferte so der Nachwelt Dokumentationen von einmaligem Wert. In der Fürstenbergstraße hatte er sein Atelier, in dem später seine beiden Töchter sein Handwerk fortsetzten, sich aber auf Porträts spezialisierten. Kinderbilder waren ihre Stärke, und manch älterer Remagener wird sich noch an die „Sitzungen“ erinnern, die solch ein Kunstwerk nun einmal erforderte. Ein Familienmitglied der Schneiders hat die alten Glasplatten jahrzehntelang gehütet, bevor Rolf Plewa, ebenfalls Fotograf, darauf aufmerksam wurde. Der Hobbyfofograf Peter Lüdtke digitalisierte die Glasplatten in wochenlanger Arbeit, und es entstanden Kunstwerke, die heute Bewunderung bei Gästen der Stadt oder auch bei den beliebten Stadtführungen hervorrufen. SPD-Fraktionsvorsitzende Christine Wießmann hatte nun im Stadtrat den Antrag gestellt, diese Bilder am Rheinufer aufzustellen. Bei der Remagener Verwaltung bedankte sich die SPD, nachdem diese den Vorschlag sofort aufgriff und umsetzte – zur Freude der Menschen, die die Rheinpromenade genießen.
