Politik | 13.01.2016

Kreissportbund Rhein-Sieg feiert 50-jähriges Gründungsjubiläum

Eine sportpolitische Bilanz

Jahrbuch des Rhein-Sieg-Kreises 2016 widmet sich dem Sport

Rhein-Sieg-Kreis. 50 Jahre „KreisSportBund Rhein-Sieg e.V.“ sind ein würdiger Anlass, um auf eine sportpolitische Ära Rückschau zu halten. Wenn der Kreissportbund im Juli 2016 sein 50-jähriges Gründungsjubiläum feiert, so verbindet sich damit die Geschichte des Wiederaufbaus des Sports im Siegkreis seit 1945. Sie wurde von prägenden Persönlichkeiten geschrieben und reicht bis zur Vielfalt des Sportgeschehens heute. Kurzum „eine sportpolitische Erfolgsbilanz“, die detailreich und unterhaltsam im neuen Jahrbuch des Rhein-Sieg-Kreises mit dem treffenden Titel „Sport“ gezogen wird. Am 23. Juli 1966 gründeten die Vertreter von elf Fachverbänden und 41 Sport- und Turnvereinen des Siegkreises den „Kreissportbund“. Ihm gehörten als Mitglieder die Sport- und Turnvereine des Siegkreises an. Zum ersten Vorsitzenden wählten die Gründungsmitglieder Dr. Wilhelm Nöbel. Er sollte die Geschicke des Vereins mehr als 26 Jahre lang, bis zum 5. Februar 1993, lenken. Ihm folgte Sebastian Schuster, der nach seiner Wahl zum Landrat des Rhein-Sieg-Kreises den Staffelstab am 28. Oktober 2014 an Wolfgang Müller aus Eitorf weitergab. Dieser wirkte zu dem Zeitpunkt bereits über 30 Jahre in unterschiedlichen Funktionen und Gremien im Kreissportbund mit, seit 1996 auch als stellvertretender Vorsitzender. Viele Jahre prägte ebenso Hans-Peter Colombo, in Personalunion stellvertretender Vorsitzender sowie Geschäftsführer und Leiter der Sportabteilung in der Kreisverwaltung, die Arbeit des Kreissportbundes. Dass die Anfänge des verbandlichen Sports im damaligen Siegkreis nach dem Zweiten Weltkrieg von schwierigen Umständen geprägt waren, belegen Dokumente aus der Zeit der britischen Militärregierung. Nach der Nazi-Herrschaft waren alle „vor der Kapitulation in Deutschland bestehenden sportlichen, militärischen oder paramilitärischen athletischen Organisationen“ untersagt. So wurde es in der Direktive Nr. 23 des Alliierten Kontrollrats vom 17. Dezember 1945 verfügt. Diese Organisationen seien „bis zum 1. Januar 1946 spätestens aufzulösen“. Freilich gestattete die genannte Direktive „das Bestehen nichtmilitärischer Sportorganisationen örtlichen Charakters auf deutschem Gebiet“. Diese Organisationen durften „das Niveau des Kreises“ nicht übersteigen und „jede neugegründete sportliche Organisation örtlichen Charakters“ bedurfte „der Genehmigung der örtlichen Alliierten Besatzungsbehörde“. Diese führte Aufsicht, ob alle Auflagen eingehalten wurden. Eine wichtige Rolle bei der Neuorganisation des verbandlichen Sports übernahm das sogenannte Sportamt für den Siegkreis. Es war am 3. September 1945 im Einvernehmen mit der Militärregierung errichtet worden, allerdings nicht, wie der Name zunächst nahelegt, als behördliche Instanz, sondern als koordinierendes Gremium mit ehrenamtlichen Ausschüssen unter Leitung des Bürgermeisters des Amtes Menden, Josef (Joe) Gardener. Unter der Regie des Sportamtes konnte sich das sportliche Leben neu organisieren und aufbauen, es sorgte für die reguläre Durchführung von Veranstaltungen und Wettkämpfen. Nach fünf Jahren hatte das Sportamt für den Siegkreis die Aufgabe der Neuorganisation erfüllt und konnte aufgelöst werden. Ihm folgte, mit der Gründungsversammlung am 24. Februar 1951 im Hotel „Zum Stern“ in Siegburg, der „Zweckverband für Leibesübungen des Siegkreises“. Dieser hatte bis 1966, bis zur Gründung des Kreissportbundes, Bestand. Heute gehören dem Kreissportbund (KSB) als Spitzenverband 570 Vereine mit rund 150.000 Mitgliedern an. Der verbandliche Sport im Rhein-Sieg-Kreis der Gegenwart ist inklusiv und integrativ, er verbindet Frauen und Männer, Junge und Ältere, Einheimische und Zugezogene. Mehr erfahren interessierte Leserinnen und Leser im Jahrbuch des Rhein-Sieg-Kreises 2016. Es widmet sich aus Anlass des 50-jährigen Jubiläums des KreisSportBundes in erster Linie dem Sport im Rhein-Sieg-Kreis: Auf 223 prall gefüllten Seiten mit mehr als 500 Abbildungen spannen die 32 Autorinnen und Autoren den Bogen von den großen sportlichen Ereignissen, den spannenden Endspielen und besonderen Meisterschaften, zum vermeintlich unspektakulären und alltäglichen Sport, der überall auf den Plätzen, in den Hallen und Bädern, in der freien Natur stattfindet. Die beliebte Publikation rückt auch in den Fokus, dass der Sport die Menschen in Vereinen und Gruppen zusammenführt und dadurch ein sozialer Zusammenhalt entsteht, der so wichtig ist in unserer Gesellschaft. Nähere Informationen gibt es im Internet unter www.rhein-sieg-kreis.de/jahrbuch sowie beim Kultur- und Sportamt des Rhein-Sieg-Kreises unter der Rufnummer (0 22 41) 13 33 65 oder per E-Mail an jahrbuch@rhein-sieg-kreis.de.

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