Politik | 12.05.2017

Leserbrief

Eine vernünftige Wohnbebauung wäre besser

Anmerkung zum Bericht in Blick Aktuell Nr. 19/2017 „Keine Empfehlung nach der Ausschuss-Sitzung“

Am 4. Mai 2017 nahm ich als einer der ca. 30 Zuhörer an der übergreifenden Ausschuss-Sitzung im Sinziger Rathaus teil. Zunächst informierte der Planer des NVZ Herr Thomas Lang vom BKS – Büro Trier die anwesenden Ausschussmitglieder ausführlich über das von der Stadt Sinzig forcierte Großprojekt „ Nahversorgungszentrum“. Wer bislang noch nie etwas von einem Gefälligkeitsgutachten gehört hatte, erhielt nun eine kostenlose Lehrstunde. Für Herrn Lang bestand kein Zweifel , dass dieses Projekt alternativlos ist. Die Unterschriftenaktion vieler Sinziger Bürger sowie die 162 schriftlichen Eingaben von Privatpersonen gegen den NVZ – Bau bezeichnete er als unbedeutend. Obwohl mir bekannt ist, dass man es bei Planungsgutachten mit Zahlen nicht immer so genau nimmt, können einige Angaben von Herrn Lang nicht unwidersprochen bleiben. Er erwähnte zum Beispiel, dass 5540 Einwohner Sinzigs fußläufig im NVZ einkaufen könnten. Wer die Standortsituation kennt, der weiß, dass hier mit utopischen Zahlen jongliert wird. Auch die von Herrn Lang genannten 8 Prozent Umsatzeinbußen, mit denen der Einzelhandel in der Innenstadt angeblich rechnen muss, sind aus der Luft gegriffen und viel zu niedrig angesetzt. Die von ihm erwähnte bisherige zentrale Versorgung von 80 Prozent ist ebenfalls falsch. Nachweislich liegt die zentrale Versorgung mit Edeka, Rewe, Kaufland und Penny ( ohne Aldi ) jetzt schon bei 103 Prozent. Dass man bei einem von der Stadt Sinzig bestellten Planungsgutachten mit solchen Zahlen rechnen muss, musste ich zur Kenntnis nehmen. Dass Herr Lang während seiner Ausführungen allerdings versucht hat das Rickgelände für eine Wohnbebauung als nicht empfehlendwert darzustellen, lässt mich für seine Reputation als Planer zweifeln. Denn dieses Gelände wäre zum Bau von Einfamilien- Häuser für junge Familien mit Kindern geradezu ideal. Herr Friedhelm Münch , Fraktionsvorsitzender der Freien Wählergruppe, ist leider anderer Ansicht und will am 18. Mai für den Bau des NVZ stimmen. Natürlich ist dies sein gutes Recht. Allerdings hat er den Vorteil, dass er weit weg vom Geschehen wohnt und später nicht mit ansehen muss, wie die Kernstadt Sinzig langsam verödet und der Einzelhandel abwandert oder schließt. Ich hoffe, dass alle anderen Stadtratsmitglieder sich noch einmal überlegen, ob sie mit ihrer Stimme einem zu befürchtenden Verdrängungswettbewerb im Einzelhandel Vorschub leisten oder für eine vernünftige Wohnbebauung plädieren wollen !! Werner Hoffmann

Für die Freunde

der Kernstadt Sinzig

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