Kommunen im Westerwald wappnen sich gegen Cyberangriffe
„Einen einhundertprozentigen Schutz gibt es nicht“
Selters/Wirges. Mit zunehmender Digitalisierung, wachsenden Datenmengen und damit steigender Abhängigkeit von IT steigt auch das Risikopotenzial von Cyberangriffen auf Verwaltungen. Ziel der Kriminellen ist es, Chaos anzurichten, aber auch an sensible Daten der Bürgerinnen und Bürger zu gelangen. BLICK aktuell hat bei den Verbandsgemeindeverwaltungen Selters und Wirges nachgefragt, wie die Cyber-Sicherheit vor Ort gewährleistet wird. Allzu viel wollen die Verwaltungen nicht verraten. Zu groß ist die Gefahr, potenziellen Angreifern in die Hände zu spielen.
Angriffe früh erkennen und stoppen
„Neben einer Absicherung des eigenen Netzwerkes durch ein entsprechendes Firewall-System, sind alle Client-Rechner zusätzlich durch Virenschutzsoftware gesichert“, erläutert Oliver Götsch, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Selters. Passwörter müssen bestimmten Voraussetzungen entsprechen und in vorgegebenen Zeitabständen geändert werden. Zugriffe von Extern sind nur noch über gesicherte VPN-Zugänge mit 2-Faktor-Authentifizierung möglich.
Da der Mensch als Anwender ebenfalls einen nicht unerheblichen Risikofaktor darstellt und Phishing-Angriffe immer noch das Haupteinfallstor für Hacker sind, nehmen alle Mitarbeiter der Verwaltung in Selters regelmäßig an sogenannten Cyber-Security-Awareness-Trainings teil. Neben dem hier gewollten Lerneffekt und dem Erkennen von Risiken können selbige ganzheitlich beurteilt und durch entsprechende Maßnahmen messbar reduziert werden. Zur Datensicherheit gehört auch eine automatisierte Backup-Strategie für alle vorhandenen Daten.
„Aktuell beschäftigen wir uns mit einer präventiven „Cybersecurity“. Dies bedeutet, dass Tools mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) den Netzwerkverkehr ständig überwachen und bei verdächtigen Aktionen die entsprechenden Bereiche sofort blockieren“, so Götsch. „Gekoppelt sind diese Tools mit externen Sicherheitsexperten, welche 24/7 zur Verfügung stehen und im Falle eines Angriffes sofort Gegenmaßnahmen einleiten können um Schlimmeres zu verhindern.“ Auf diese Weise sollen Hackerangriffe frühzeitig erkannt und gestoppt werden, bevor ein Schaden entsteht.
„Es wird trotz aller Sicherheitsmaßnahmen niemals einen hundertprozentigen Schutz vor Cyberangriffen geben, aber wir werden versuchen, es den Angreifern möglichst schwer zu machen“, sagt der Bürgermeister.
Thema beschäftigt uns durchgehend
Auch in der VG Wirges sollen Hacker auf größtmögliche Hürden stoßen. Die Verbandsgemeindeverwaltung Wirges orientiert sich bezüglich der Cybersicherheit an den jeweils aktuellen Empfehlungen und passt die bisher getroffenen Maßnahmen der jeweiligen Gefahrenlage an. Dazu gehören sowohl Vorkehrungen technischer Art, wie der Einsatz einer Firewall und Endpoint-Security-Software und2-Faktor-Authentifizierungen, aber auch organisatorische Vorkehrungen, was zum Beispiel die Mitarbeitersensibilisierung betrifft. Details möchte die Verwaltung aber nicht verraten.
Christian Reck, Datenschutzbeauftragter der Verbandsgemeindeverwaltung Wirges, sagt dazu: „Es ist uns ein großes Anliegen, alle bei uns vorhandenen Daten bestmöglich zu schützen. Nicht nur aufgrund der stetig wachsenden Gefahrenlage ist das Thema Cyber-Security zum allgegenwärtigen Thema geworden, das uns durchgehend beschäftigt. Eine konstante Überprüfung der Sicherheitsmaßnahmen ist unabdingbar.“ ROB
