Politik | 13.01.2015

Rheinbacher Grüne beantragen Kastrationspflicht von Freigängerkatzen

Einführen einer Katzenschutzverordnung

Wahlprogramm zum Tierschutz wird konsequent umgesetzt - Ausschuss lehnt ab

Rheinbach. Wie in ihrem Wahlprogramm im Bereich Tierschutz vorgesehen, haben die Rheinbacher Grünen den Antrag (07.10.2014) gestellt, für Rheinbach eine Verordnung zur Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht von Freigängerkatzen einzuführen (kurz: Katzenschutzverordnung).

Wesentlicher Grund für den Antrag ist, dass Katzen ab dem Alter von fünf Monaten zwei bis drei Mal im Jahr bis zu sechs Junge bekommen können, die sich ab diesem Alter ebenso fortpflanzen. Das hat zur Folge, dass bereits nach drei Jahren von einer Katzenmutter ausgehend etwa 400 Katzen in die Welt gesetzt werden können. Nicht nur aufmerksame Bürgerinnen und Bürger sondern auch Tierschutzvereine und Jäger beobachten seit Langem mit Sorge die Zunahme der Katzenpopulation - auch in Rheinbach und Umgebung ist dies ein Problem. Die Grünen fordern deshalb, statt streunende Katzen abzuschießen, eine Katzenschutzverordnung einzuführen: Diese setzt nämlich schon an, bevor das Problem überhaupt entstehen kann.

Die durch Steuergelder mitfinanzierten Tierheime sind in der Regel voll belegt und haben zunehmend Schwierigkeiten, herrenlose Streunerkatzen artgerecht zu versorgen. Für Privatleute, Tierärzte und Initiativen ist es nicht einfach, sich um diese Tiere zu kümmern und sie müssen hohe Kosten tragen, um die betreffenden Katzen zu versorgen.

Die Recherchen der Grünen ergaben folgende Zahlen:

- Das für Rheinbach zuständige Tierheim Troisdorf betreut derzeit knapp 600 Katzen.

- Der Katzenschutz Rhein-Sieg versorgt jährlich 400 bis 500 Katzen.

- Der Gnadenhof Anna e. V. in Rheinbach kümmert sich um weitere 150 Katzen.

- Zusätzlich existiert eine Dunkelziffer von derzeit unversorgten Katzen, die sich unkontrolliert weiter vermehren. (Den Grünen sind hierzu mehrere Aufenthaltsorte auf dem Stadtgebiet und in den Ortschaften genannt worden).

Besonders brisant werden diese Zahlen vor dem Hintergrund, dass einige regionale Tierschutzvereine sich aufgrund hoher Tierarztkosten und bedingt durch Auflagen in finanziellen Engpässen befinden und sogar von einer Schließung bedroht sind. Gleichwohl bemühen sie sich weiter darum, den betroffenen Tieren zu helfen.

Die Schließung solcher Einrichtungen wäre nicht nur ein Rückschlag für den Tierschutz, sondern würde sich auch auf die Stadt Rheinbach negativ auswirken: sie hätte dann die Fundtierbetreuung als kommunale Pflichtaufgabe zu finanzieren. Da Rheinbach anteilig die Kosten des Tierheims in Troisdorf mit trägt, entstünden der Stadt andererseits durch die Verordnung langfristig geringere Kosten, weil das Tierheim weniger Fundtiere aufnehmen müsste.

Mit der Katzenschutzverordnung würden Katzenbesitzer verpflichtet, Tiere durch einen Arzt kastrieren und evtl. chippen zu lassen. Eine Registrierung erfolgt dann bei Tasso, für den Halter kostenlos. Zudem stellt eine freiwillige Tätowierung der Katze am Ohr oder das Tragen eines katzensicheren Halsbandes sicher, dass das Tier als registrierte Hauskatze erkannt wird. Vorteil: der Besitzer kann ermittelt und ggf. in die Pflicht genommen werden.

Die leider immer noch praktizierte tierquälerische Variante, Katzennachwuchs zu erschlagen oder zu ertränken, könnte durch die Verordnung zu einem erwünschten Auslaufmodell werden. Zusätzliche Vorteile: weniger Stress hinsichtlich Fortpflanzung und Aufzucht der Jungen, weniger Verletzungen, kein Urinmarkieren u. a. m.

Die beantragte Verordnung macht keine behördliche Registrierung nötig, ebenso wenig eine regelmäßige Kontrolle durch MitarbeiterInnen der Stadt. Sie würde vielmehr die BürgerInnen unterstützen, die sich bereits in diesem Umfeld engagieren und auf dieser Grundlage mehr Handlungssicherheit für ihre Arbeit bekämen.

In NRW haben bereits 72 Städte und Gemeinden die Kastrationspflicht eingeführt.

In unmittelbarer Umgebung gehören Bonn und Swisttal dazu, die als Vorbild dienen können. Der Antrag von Bündnis 90/Die Grünen in Rheinbach unterstützt die vorbildliche Einstellung dieser Gemeinden.

Leider wurde der Antrag der Grünen, der auch von SPD befürwortet wurde, im Ausschuss für Umwelt Planung und Verkehr am 02.12.2014 mit der Mehrheit der übrigen Parteien abgelehnt. Der Beschlussvorschlag der Verwaltung war, die beantragte Verordnung nicht zu erlassen, da „glücklicherweise Rheinbach von einer übermäßigen Katzenvermehrung nicht betroffen“ sei. Viele Bürger sind da anderer Ansicht! Die Grünen sehen aus den oben angeführten Gründen weiterhin einen dringenden Handlungsbedarf und sind zudem der Meinung, dass eine Pflicht besteht, die Bemühungen der Gemeinden zu unterstützen, die bereits eine Verordnung erlassen haben. Denn Katzen machen auf der Suche nach einem Platz zum Überleben an den Stadtgrenzen nicht Halt.

Die Grünen in Rheinbach werden sich auch weiterhin diesem Thema widmen und sind offen für diesbezügliche Fragen, Anregungen und Ideen.

Pressemitteilung

Bündnis 90/Die Grünen

OV Rheinbach

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Sandra Sattler: Der Zustand der L330 zwischen. Nassau und Zimmerschied ist eine absolute Katastrophe- und das nicht erst seit gestern! Wir sind wohnhaft in Hömberg und werden seit vielen Jahren mit diversen Ausreden vom LBM vertröstet.
  • Janek: Wer die Strecke kennt, kann sich den Grund bereits denken … Der Straßenzustand ist dort so schlecht, dass er besonders für Motorradfahrer ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko darstellt. Dem verunglückten...
  • Siegfried Kowallek: Verwunderlich ist weiterhin, dass die SPD der Neuwieder CDU vorhält, gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss der Christdemokraten in Bund und Land im Hinblick auf die Partei Die Linke zu verstoßen. In insgesamt...
  • Siegfried Kowallek: Die Nennung von BSW und der Partei Die Linke im selben Kontext ist sachlich nicht gerechtfertigt und damit unredlich. Prominentester linker Befürworter deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine ist Bodo...
  • Beatrix Biskup: Ich habe Bibliotheken immer geliebt und ich freue mich über jeden Schritt den die Stadtbibliothek in Richtung Zukunft geht und über jede Veranstaltung die diese durchführen würde.
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Dauerauftrag 2025
Alles rund ums Haus
Koblenz blüht
Stellenanzeige Personalsachbearbeiter/in
Blütenfest
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0220#
Empfohlene Artikel
Symbolbild.
54

Troisdorf. Am Mittwochmittag, dem 8. April, geriet eine 67-jährige Frau aus Troisdorf in die Fänge von Telefonbetrügern. Durch einen sogenannten Schockanruf wurde die Seniorin dazu gebracht, einem unbekannten Mann an ihrer Haustür eine Summe von 30.000 Euro in bar zu übergeben.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Stadt Mayen trauert um ihren Ehrenbürger Mario Adorf.
55

Im Foyer des Rathauses in der Rosengasse liegt ein Kondolenzbuch aus, in das sich Bürgerinnen und Bürger eintragen können

Stadt Mayen trauert um Mario Adorf

Mayen. Die Stadt Mayen trauert um ihren Ehrenbürger Mario Adorf, der am 8. April 2026 im Alter von 95 Jahren verstorben ist.

Weiterlesen

Pfarrer Jörg Meyrer. Foto: privat
14

Sie ist gerade nicht besonders verlässlich. Kriege, Krisen, harte Worte in der Politik. Vieles ist in Bewegung, manches gerät aus den Fugen. Für uns Erwachsene ist es schon nicht einfach, alles zu verfolgen – und erst recht nicht, alles zu verstehen. Und zu begreifen, warum die Mächtigen ihre Gewalt- und Kriegsspiele treiben. Wie machen Kinder das?

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Rund ums Haus
Wir helfen im Trauerfall
Dauerauftrag 2026
Rund ums Haus
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Auftrag, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Schulze Klima -Image
Vortrag: Arthrose des Hüft- und Kniegelenk
Innovatives rund um Andernach
SB Standesamt
Feierabendmarkt Bad Neuenahr / o.B. Sponsoring
Mitarbeiter IT-Administrator
Stellenanzeige Kita
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, April 2026