Politik | 11.04.2023

Kritik am Land wegen der Anhebung der Nivellierungssätze

Einstimmige Beschlüsse bei Haushaltsberatungen

Haushaltsberatung in der Ortsgemeinde Königsfeld.  Foto: privat

VG Brohltal. Die Haushalte der 17 Ortsgemeinden in der Verbandsgemeinde Brohltal für das Jahr 2023 sind beschlossen. Fast alle Gemeinderäte votierten einstimmig für die umfangreichen Zahlenwerke (teilweise mit Enthaltungen), lediglich in einer Ortsgemeinde gab es eine Gegenstimme.

Bürgermeister Johannes Bell freut sich über die deutlichen Abstimmungsergebnisse und war selbst bei allen Haushaltsberatungen dabei, um die teils komplizierten Zusammenhänge den Ratsmitgliedern und Zuschauern der Sitzungen zu erläutern: „Die Beschlussfassungen zeigen, dass der Zusammenhalt in den Räten im Brohltal derzeit sehr gut ist. Die Ratsmitglieder haben erkannt, dass man mit einem geschlossenen Auftreten nach außen deutlich mehr bewirken kann und Auseinandersetzungen möglichst vermieden werden oder intern bleiben sollten. Das positive Klima in den Räten ist darüber hinaus ein Beleg für die gute Vorbereitung und Aufarbeitung der komplexen Materie durch die Verwaltung.

Deutliche Kritik gab es hingegen in den Räten über die vom Land Rheinland-Pfalz beschlossene Erhöhung der Nivellierungssätze für die Grundsteuern und die Gewerbesteuer. Mit dem Ende November letzten Jahres vom Landtag verabschiedeten neuen Landesfinanzausgleichsgesetz (LFAG) FAG sind die Nivellierungssätze für die Gewerbesteuer ab Jahresbeginn um 4,1 %, die Grundsteuer A für landwirtschaftliche Flächen um 15 % und die Grundsteuer B für bebaute Grundstücke sogar um 27,4 % (!) angehoben worden.

Unabhängig von der örtlichen Situation zwingt das Land die Ortsgemeinden die Steuern zu erhöhen, da andernfalls unausgeglichene Haushalte nicht genehmigt, Fördermöglichkeiten versagt oder Umlagen auf fiktive Einnahmen gezahlt werden, die tatsächlich nicht vorhanden sind. Zu guter Letzt profitieren die Ortsgemeinden von der Anhebung der Steuersätze nur marginal, da der Großteil der Mehreinnahmen durch Umlagen abgeschöpft wird.

Die Steuererhöhungen wurden kritisch diskutiert und Begriffe wie legalisierte Erpressung, hoheitlicher Zwang oder Aushöhlung der Selbstverwaltung machten dabei die Runde. Viele Ratsmitglieder konnten der als unverschämt empfunden Vorgabe nicht folgen und verweigerten den Steuererhöhungen daher ihre Zustimmung.

„Die Zeche zahlen die Bürger sowie Unternehmen - und das in Zeiten mit ohnehin steigenden und hohen Belastungen in allen Bereichen. Die zusätzlichen Aufwendungen stellen einen unternehmerischen Wettbewerbsnachteil und Mehrkosten für die Menschen gerade in den ländlichen Regionen dar. Unsere Ortsgemeinden sind die Buh-Männer, hatten de facto aber keine andere Wahl, als die Steuern anzuheben“, fasst Johannes Bell zusammen.

Nach seiner Ansicht wird der neue Kommunale Finanzausgleich - wie auch vom Gemeinde- und Städtebund bewertet - den Erwartungen der Kommunen nicht gerecht. Bell sieht bei den schon angekündigten Klagen gegen das LFAG gute Aussicht auf Erfolg, allerdings auch einen langen Weg, bis die Verfassungsmäßigkeit von der obersten Instanz überprüft wird.Pressemitteilung

Verbandsgemeinde Brohltal

Haushaltsberatung in der Ortsgemeinde Königsfeld. Foto: privat

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, Juli 2026
Kooperation Klangwelle 2026
Gesundheit im Blick
Imageanzeige, 2. Anzeige "2+1" Aktion
Bestellung Nr.: 4300003040-W100-606
Imageanzeige HUK, Auftragsnummer 4700022057, 1. Anzeige "2+1" Aktion
Neueröffnung HUK-Coburg Kundendienstbüro Mittelbar in Rech
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Vor wenigen Wochen veröffentlichte die Polizeiinspektion Andernach eine Mitteilung, in der sie über verstärkte Kontrollen in der Andernacher Fußgängerzone informierte.
958

Anlass waren zahlreiche Beschwerden von Bürgerinnen und Bürgern. Immer wieder werde die Fußgängerzone trotz des geltenden Fahrverbots von Radfahrern sowie Fahrerinnen und Fahrern von E-Scootern befahren. Lesen Sie mehr in unserem RegioMAGAZIN

Weiterlesen

Da die Bundesstraße im Bereich der Unfallstelle über eine Hochbrücke verläuft und der Lkw auf der zerstörten Leitplanke direkt vor dem Abgrund stehen geblieben war, gestaltete sich die Bergungssituation als anspruchsvoll.
2137

Altenahr / VG Altenahr. Am heutigen Freitagmorgen wurde die Freiwillige Feuerwehr der Verbandsgemeinde Altenahr um 09:56 Uhr durch die Integrierte Leitstelle (ILS) Koblenz zu einem Verkehrsunfall mit einem Lkw auf der Bundesstraße 257 in Fahrtrichtung Adenau alarmiert. Die Einsatzstelle befand sich nur wenige hundert Meter vom temporären Standort der Freiwilligen Feuerwehr Altenahr entfernt, unmittelbar hinter dem Übigs-Tunnel.

Von Verbandsgmeindeverwaltung Altenahr Presse- und Öff aus Altenahr

Weiterlesen

Symbolbild.
1298

PETA Streetteam Koblenz protestiert gegen Speziesismus

18.07.: „Tiere“ verspeisen Menschen bei blutigem Mahl

Koblenz. In Koblenz wird ein Protest gegen Speziesismus organisiert. Am 18. Juli 2026 veranstaltet das freiwillige PETA Streetteam Koblenz eine eindrucksvolle Demonstration auf dem Richard Wilke Platz. Die Aktion, die von 15 bis 16 Uhr stattfindet, soll auf die weit verbreitete Diskriminierung von Tieren in der Gesellschaft aufmerksam machen. Teilnehmende in Tierkostümen werden symbolisch einen Menschen...

Weiterlesen