Initiative Rheinbreitbach 2030
Erpel, ein Ort des Sozialismus?
Offene Bürgerdiskussion in Rheinbreitbach zur Gestaltungssatzung
Erpel/Rheinbreitbach. Die „Initiative Rheinbreitbach 2030 – ein Dorf geht in die Zukunft“ hatte zu ihrer dritten offenen Bürgerdiskussion in das Burghotel Ad Sion eingeladen. Im Rahmen der Innerortsgestaltung, eines der Schwerpunktthemen der Initiative, stand diesmal das Thema „Gestaltungssatzung“ auf der Tagesordnung. Hierzu war als kompetenter Referent der ehemalige Ortsbürgermeister von Erpel, Edgar Neustein, eingeladen. In seiner Amtszeit wurde Erpel zu dem „Schmuckstück“, wie es heute mit Neid oder Bewunderung anerkannt wird. Neustein lobte die Bemühungen der Initiative, die sich zum Ziel gesetzt hat, Rheinbreitbach attraktiver und zukunftsgerecht zu gestalten. Er bestätigte die Einführung der von Thomas Napp zusammengestellten Fotofolge über die Entwicklung des Ortes in den letzten zehn Jahren als den richtigen Ansatz, die Ortsentwicklung auf die richtige Schiene zu setzen. Erpel stand vor der Wahl, sich vom Kreis den Ort als Gesamtdenkmal manifestieren zu lassen, oder sich auf seine Werte zu besinnen und selbstbestimmt zu entscheiden, wie der Ort künftig bürgergetragen seine historisch gewachsen „Kleinode“ erhalten möchte.
Der Ablehnung der Kreisandrohung folgte eine fast einstimmige parteiübergreifende Entscheidung, selbst zu bestimmen, wo es lang geht. Neustein hob hervor, dass sich die im Ortsgemeinderat vertretenen Parteien verpflichtet hatten, gemeinsam an einem Strick zu ziehen, eine wichtige Voraussetzung, die Bürger mit in das Boot zu bekommen. Damit unterstrich er ein Argument: ohne dass Politik und Bürger an einem Strang ziehen, seien alle Bemühungen zum Scheitern verurteilt. Nachvollziehbar schilderte Neustein den Weg zum heutigen Erfolg.
Festlegung der Ziele notwendig
Als Grundvoraussetzung nannte er die Festlegung der Ziele. Dabei wurden drei wesentliche Hauptfelder berücksichtigt: Gestaltung des Ortes, wirtschaftliche Bedürfnisse und das gesellschaftliche Vereinsleben. Natürlich sei alles nicht ohne Kosten zu erzielen. So sei eine große Hilfe gewesen, entsprechende Fördermittel aus dem „Dorfentwicklungsprogramm“ nutzen zu können. In einer überparteilichen Arbeitsgemeinschaft ging man die einzelnen Schwerpunktthemen an. Dabei war die Unterstützung des Planers von unschätzbarem Wert, denn er hatte den Blick für das Erhaltenswerte. Nachdem die Bestandsanalyse erhoben, man sich für Authentizität entschieden hatte und die Ziele definiert waren, wurde eine dorfbezogene Gestaltungssatzung festgelegt. In ihr sind die Regularien enthalten, die künftig bei Sanierungen, Neu- oder Umbauten zu beachten sind.
Entmündigung der Bürger durch die Gestaltungssatzung?
Die sich an den Vortrag Neusteins anschließende Diskussion zeigte auf, dass es sowohl Befürworter aber auch Gegner bezüglich einer Gestaltungssatzung gibt. Das extremste Argument war die Behauptung, dass durch eine Gestaltungssatzung die Bürger entmündigt würden, die Investoren fernblieben, das Diktat des Sozialismus bestimmend werde. Heinz Schmitz wies auf die letzten 20 Jahre hin, in denen in Rheinbreitbach wiederholt Anläufe für ein Dorferneuerungskonzept gestartet wurden. Stets jedoch wurde anstelle der Suche nach einem gemeinsamen Vorgehen aus parteitaktischen Gründen nach Argumenten der Ablehung gesucht. Skepsis sei angebracht, ob sich dieses Verhalten in Rheinbreitbach je ändern werde. Ziel der Initiative ist dennoch, diese Mentalität zu durchbrechen. Die Wunsch- und Ideenliste der Bürger gibt zu Hoffnung Anlass.
Pressemitteilung
Initiative Rheinbreitbach 2030
