Entscheidungsgremium der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Rhein-Eifel traf Projektauswahl
Erste LEADER-Mittel vergeben
Sechs Projekte zur Stärkung des ländlichen Raumes als förderwürdig eingestuft
Adenau. Der LEADER-Ansatz zielt darauf ab, dass die Akteure aus der Rhein-Eifel ihre Region selbst mitgestalten. Dafür hat die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Rhein-Eifel Fördermittel von der EU und dem Land Rheinland-Pfalz erhalten, die sie an Projektträger weiterreichen kann. Dabei handelt es sich um Mittel, mit denen gezielt der ländliche Raum gestärkt werden soll. In sogenannten Projektaufrufen wird mindestens ein Mal jährlich eine bestimmte Fördersumme bereitgestellt. In Niederzissen fand nun die erste Projektauswahl durch das LAG-Entscheidungsgremium statt. Das Entscheidungsgremium besteht aus den Bürgermeistern der Verbandsgemeinden Adenau, Bad Breisig, Brohltal und Vordereifel, dem Oberbürgermeister der Stadt Mayen, vier Partnern aus der Wirtschaft und vier Partnern aus der Zivilgesellschaft. Von neun eingereichten Projekten erhielten in dieser Runde sechs Projekte einen Zuschuss. Ein Projektträger zog seinen Antrag vor der Auswahlentscheidung zurück. Zwei Vorhaben wurden durch die LAG zurückgestellt, da für die Umsetzungsreife noch wichtige Antragsunterlagen fehlen. Die in dieser Runde nicht berücksichtigten Antragsteller haben die Möglichkeit, im nächsten Projektaufruf ihr Vorhaben erneut einzureichen. Alle Projektträger erhielten in der Sitzung die Chance, ihr Projekt persönlich vorzustellen. Die sechs Projekte wurden anschließend einstimmig durch das LAG-Entscheidungsgremium anhand festgelegter Projektauswahlkriterien als förderwürdig eingestuft. Konkret handelt es sich dabei um folgende Vorhaben:
„Unser Notarzt“
Das Projekt „Unser Notarzt“ des Fördervereins St. Josef-Krankenhaus Adenau dient als übertragbare Strategie zur regionalen Nachwuchsgewinnung und Ausbildung von Medizinstudenten, Rettungsassistenten und Notärzten. Eine nachhaltige Steigerung der notärztlichen Versorgungsqualität, besonders an ländlichen Notarztstandorten, soll unter anderem durch Einführung von innovativen Techniken erreicht werden. Das Projekt „Unser Notarzt“ gliedert sich in mehrere Teilprojekte. Im Teilprojekt „Innovation & Tradition“ geht es konkret um die Anschaffung von Ausbildungs- und Patientensimulationstechnik. Hierfür beantragte der Förderverein des St. Josef Krankenhauses einen Zuschuss zu den Gesamtkosten. Da das Projekt über die Region hinaus innovativ ist, Arbeitsplätze schafft und eine hohe Bedeutung für das Gemeinwohl hat, beschloss das LAG-Entscheidungsgremium, eine Premiumförderung von 50 Prozent zu vergeben. Weitere Informationen zum Projekt: http://unser-notarzt.de/
Sicherung der ärztlichen Versorgung in der Region Rhein-Eifel
Die Lokale Aktionsgruppe Rhein-Eifel hat sich in ihrer Integrierten Ländlichen Entwicklungsstrategie (LILE) zum Ziel gesetzt, die Gesundheitsversorgung in der Region Rhein-Eifel langfristig zu sichern. Hierzu hat die LAG selbst einen Antrag eingereicht. Diese möchte die Erarbeitung eines Konzepts inklusive konkreter Maßnahmen zur Sicherung der ärztlichen Versorgung beauftragen und hierfür eine Förderung erhalten. Der Leitgedanke des Konzepts ist, dass eine intensivere Kooperation ein entscheidender Baustein zur Entwicklung und Umsetzung neuer, demografiefester Versorgungslösungen ist. Dabei soll es sowohl um neue Lösungen zur Sicherung der medizinischen Grundversorgung (zum Beispiel Nachfolge beziehungsweise Nachwuchsgewinnung im hausärztlichen Bereich) und der notärztlichen Versorgung / Erstversorgung als auch um die wichtiger werdenden Schnittstellen zur pflegerischen und häuslichen Versorgung gehen. Die LAG hat das Vorhaben als förderwürdig anerkannt und einen Zuschuss von 75 Prozent beschlossen.
Gesunde Ernährung von Kindesbeinen an
Der Landfrauenverband Ahrweiler möchte kindgerechte Kurse zur Ernährungsbildung in Grundschulen unter Mitwirkung qualifizierter Fachfrauen für Ernährungsbildung in der Region Rhein-Eifel anbieten. Dabei sollen vom Landfrauenverband geschulte Fachkräfte zum Einsatz kommen, die den Kindern wichtige Grundkenntnisse einer gesunden und ausgewogenen Ernährung unter Berücksichtigung der Ernährungspyramide vermittelt. Es sollen Ernährungsfehler analysiert sowie Folgen und Auswirkungen einer falschen Ernährung angesprochen werden. Aufgrund der hohen Qualität des Projekts sollen die Landfrauen einen Zuschuss von 75 Prozent (Premiumfördersatz) erhalten.
„Traumorte rund um die Burg Eltz und den Laacher See“
Die Partner der Kooperation „Elzerland - Traumorte rund um Burg Eltz und Laacher See“ haben sich unter Federführung der Stadt Mayen zusammengeschlossen, um ihre Einrichtungen und Attraktionen unter einer gemeinsamen Bezeichnung zu vermarkten. Vereinbart ist die gemeinsame Vermarktung der Sehenswürdigkeiten, Einrichtungen und Museen. Ziel der Kooperation ist es, die Partner als „Marke“ am touristischen Markt zu positionieren. Beantragt wurden Fördermittel für Marketingmaßnahmen (unter anderem eine Webseite). Für die Gesamtkosten soll die Kooperation Elzerland einen Zuschuss von 65 Prozent erhalten.
Premium Spazierwanderwege
Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises Mayen-Koblenz möchte an den Erfolg der „Traumpfade“ anknüpfen. Auf den bisherigen guten Erfahrungen mit dem Traumpfaden basierend, sollen nun Spazierwanderwege (sogenannte Traumpfädchen) entwickelt werden. Die „Premium-Spazierwanderwege“ sind etwa drei bis sieben Kilometer lang. Die Qualitätsanforderungen ähneln denen von Premiumwanderwegen, allerdings folgen die Erlebnismomente auf kleinerem Raum dichter aufeinander. Anstiege sind weniger steil und lang. Dafür gewinnt die Wegeinfrastruktur an Bedeutung, Wegweiser, Rast-Angebote und Gastronomie am Weg sind obligatorisch. Beantragt wurde ein Zuschuss zur Umsetzungsplanung und Wegweisung. Das Entscheidungsgremium beschloss, das Vorhaben mit 35 Prozent Zuschuss zu unterstützen.
Ausbau der Stationen der Brohltalbahn
Die Interessengemeinschaft Brohltal-Schmalspureisenbahn e. V. möchte zur Information der Fahrgäste und Touristen an allen im LEADER-Gebiet liegenden Bahnhöfen eine vandalismusresistente Aushangvitrine im Format DIN-A0 aufstellen. Diese soll neben den Fahrplanaushängen des „Vulkan-Express“ Platz für Sonderaushänge (Sonderveranstaltungen, Sonderzüge, besondere Tarifangebote und so weiter) bieten und insbesondere über eine bedruckte Rückwand statische Informationen zum jeweiligen Ort und zu touristischen Ausflugsmöglichkeiten, die vom jeweiligen Bahnhof aus fußläufig oder per Rad erreichbar sind, bieten. Die Gesamtkosten sollen durch die LAG mit 40 Prozent bezuschusst werden. Weitere Informationen zum Projekt: http://vulkan-express.de. Die Ergebnisse der Projektauswahl werden unter www.leader-rhein-eifel.de zusätzlich veröffentlicht. Gleichzeitig wurde in der Sitzung des Entscheidungsgremiums über die Höhe der Fördermittel für den nächsten Projektaufruf Beschluss gefasst. Dieser soll im Spätsommer erfolgen, sodass bis Ende des Jahres die Möglichkeit besteht, Projektideen bei der LAG einzureichen. Schon jetzt können sich Interessierte, die ein Projekt im zweiten Aufruf einreichen möchten, an die Regionalmanagerin Hannah Reisten (hannah.reisten@sweco-gmbh.de oder Tel.: (02 61) 3 04 39 27) wenden.
Pressemitteilung der
Verbandsgemeinde Adenau
