Politik | 11.08.2022

Stadtwerke Neuwied

Erweiterung des Fernwärmenetzes

Stadt, SWN und Flohr wollen Lage neu bewerten

Neuwied. Die Stadtverwaltung, die Stadtwerke Neuwied und die Flohr AG wollen gemeinsam erneut prüfen, ob die Integration der Wärme des Blockheizkraftwerks auf dem ehemaligen Rasselstein-Gelände ins Fernwärmenetz der Stadt umgesetzt werden kann.

Ein erstes Gespräch fand auf Initiative von Vorstand Ralf Engel mit Oberbürgermeister Jan Einig und Geschäftsführer Stefan Herschbach bereits statt. „Wir müssen die Lage neu bewerten“, so Einig, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der SWN ist. „Die Parameter sind bekannt und haben sich nicht verändert. Aber vor dem Hintergrund der drohenden Gaskrise kommen sie auf den Prüfstand.“ Das Fernwärmenetz der SWN wird durch das Biomasseheizkraftwerk im Sandkauler Weg (bei W+D) sowie dem Blockheizkraftwerk in der Museumstraße versorgt. Eine Integration der Wärme von Flohr wurde aus der Hafenstraße wegen der enormen Investitionen und der technischen Komplexität bisher nicht weiterverfolgt. Die Argumente gegen das Kraftwerk von Flohr sehen die Beteiligten als ausgeräumt an, insbesondere die Umweltbelastung. Während im Sandkauler Weg Holzhackschnitzel der Brennstoff erster Wahl ist, kommen bei Flohr auch A1- bis A4-Hölzer in die Verbrennung. „Die von uns eingebaute Rauchgasreinigung ist so wirksam, dass es selbst bei ungünstiger Wetterlage und im direkten Umfeld keine Belastungen gibt.“ Feinstäube und andere Schadstoffe werden so effektiv gefiltert, dass laut Engel die gesetzlich vorgegebenen Grenzwerte deutlich unterschritten werden. Klar ist aber auch: Kurzfristig lassen sich die Kapazitäten von dem Rasselsteingelände nicht nutzen. Das BHKW der SWN in der Museumstraße kann noch weitere Wärmeabnehmer versorgen. Zudem reicht heute die Wärme im Rücklauf mit etwa 70 Grad, um auch Neubauten zu versorgen. Doch der OB will eine Option, die auch langfristige Überlegungen beinhaltet: „80 Prozent aller Haushalte in Neuwied hängen am Gas. Das ist weit mehr als der Bundesschnitt, wo es 50 Prozent sind.“ Diese Struktur sei über Jahrzehnte gewachsen, ergänzt Herschbach: „Das werden wir nicht von einem auf den anderen Tag ändern können. Der Ausbau der Photovoltaik und von Wärmepumpen braucht Zeit und ist auch für viele Menschen nicht bezahlbar. Ganz abgesehen von den Lieferschwierigkeiten und fehlenden Betrieben für die Installation.“ Jede Möglichkeit, die Neuwied aus der Abhängigkeit und der Fremdbestimmung hole, muss nun laut Einig ergebnisoffen geprüft werden: „Da muss man fragen: Was geht und wie geht es, damit Energie für die Neuwieder bezahlbar bleibt? Und manche Gründe, die dagegensprechen, sind weniger zu gewichten: Dazu gehören dann auch die Investitionen.“

Als erster Schritt wurde zwischen den Beteiligten vereinbart, dass seitens der Firma Flohr zunächst rechtlich die Voraussetzungen geschaffen werden, dass die Anlage für mindestens 30 Jahre an dem jetzigen Standort weiterbetrieben werden kann. Danach werden die gemeinsamen Gespräche intensiviert.

Pressemitteilung

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