Politik | 26.02.2021, 15:00 Uhr

Sprachlicher Reichtum ist kultureller Reichtum

Erwin Rüddel: „Dialekte pflegen und fördern, um Sprachverlust zu verhindern“

Erwin Rüddel.Foto: privat
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Region. „Die Bewahrung des Dialektes, als mit in die Wiege gelegter Bestandteil der Muttersprache, ist ein einzigartiger Kulturschatz, der verdient gepflegt und gefördert zu werden. Da die gebietstypischen Dialekte zu den regionalen Sprachvarietäten gehören, die zu Land und Leuten passen, dürfen sie nicht aussterben oder verloren gehen, sondern sind vielmehr zu schützen“, erklärt der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel.

Wie der Politiker ergänzt, ist Sprache nicht nur ein Mittel, sich zu verständigen. Sie spiegelt auch das Denken in einer Gesellschaft wider. „Sprache ist Heimat und ein wichtiger Teil unserer Identität, die nicht nur ein Mittel der Verständigung ist, sondern die Menschen überhaupt erst befähigt, in vollem Umfang aktiv an unserer Gesellschaft teilzunehmen“, konstatiert Rüddel, der selbst ein begeisterter Verfechter des auch „Platt“ oder „Mundart“ genannten Dialektes ist.

So lag es nahe, dass er als Verfechter der Mundart Mitautor eines im Dialekt verfassten Heimatbuches wurde. „Der von mir gepflegte Dialekt betrifft das in einem weiten Umkreis von Bonn und Köln herum gesprochene ‚Ripuarisch‘“, so Rüddel, der sogleich ein Beispiel nachschiebt: „Dä jode ahle Mann öß met dämm Perd durch et Is jebroche on än dat kahle Wasser jefalle.“ (Der gute alte Mann ist mit dem Pferd durch das Eis gebrochen und in das kalte Wasser gefallen.)

Wie der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete anmerkt, ist die immer wiederkehrende Diskussion über die Folgen abnehmender Deutscher Sprachkompetenz, über die Überproportionierung des Englischen und die schleichende Verdrängung des Deutschen eine anhaltende aktuelle Thematik. Rüddel: „Das Beherrschen der deutschen Sprache ist Grundvoraussetzung für Bildung und Ausbildung, für Integration in den Beruf, für Partizipation und sozialen Aufstieg.“

Dem gerade bei jungen Leuten zunehmend in Vergessenheit zu geratenden Dialekten müsse entgegengewirkt werden. Allein in Deutschland sind derzeit 13 Sprachen gefährdet. Bairisch, Alemannisch, Sorbisch, Jiddisch oder Nord- und Saterfriesisch werden immer weniger gesprochen. „Das Verschwinden von Sprachen bedeutet einen unwiederbringlichen Verlust – von Kulturschätzen und kultureller Vielfalt“, bedauert Rüddel.

Dieser drohende Sprachverlust dürfe nicht zugelassen werden. Deshalb fördere der Bund die Stiftung für das Sorbische Volk, die Friesische Volksgruppe und die niederdeutsche Sprache. Wichtig seien zudem die zahlreichen Aktivitäten der für Bildung und Schulcurricula zuständigen Bundesländer. Auch der Öffentlich-rechtliche Rundfunk trage Verantwortung: „In seinem Programm müssen die Minderheiten- und Regionalsprachen einen festen Platz haben.“

Der Parlamentarier tritt dafür ein, dass die Bewahrung des Dialektes neben der Dialektik in deutschen Schulen ein Unterrichtsbestandteil sein sollte. Er regt dazu an, in Projektwochen, bei Schulprojekten oder Arbeitsgemeinschaften den Dialekt zu thematisieren. So böten sich Theatervorführungen, Elternabende und Tage der offenen Tür an, um Szenen und Ereignisse im Dialekt vorzutragen oder Revue passieren zu lassen.

Damit könnten einmal mehr und bewusster heimatkundliche, gebietstypische Schwerpunkte an Schulen gesetzt werden. Nicht jedes Projekt müsse bei null beginnen. Einige Schulen seien mit viel Engagement in die Förderung des Dialektes eingestiegen. Die Pflege und Förderung der Standardsprache sei zwar primäre Aufgabe der Schule, im Fach Deutsch sollten die Schülerinnen und Schüler aber auch mit den Wurzeln des gebietstypischen Dialektes in Berührung kommen.

„Dialekt ist etwas sehr Dynamisches. Ganze Regionen bleiben Dialektfamilien verbunden. Dies muss gefördert werden und darf nicht verloren gehen. Schließlich gehören zur Sprache eben ganz besonders regionale Dialekte, wobei ich neben Ripuarisch beispielgebend ferner auf das Wäller und Siegerländer Platt, die beide der moselfränkischen Dialektgruppe angehören, hinweise. Es liegt in unserer aller Hand, unsere Sprachen und damit unsere Kultur für künftige Generationen zu schützen“, bekräftigt Erwin Rüddel.

Pressemitteilung des

Büro von Erwin Rüddel

Erwin Rüddel.Foto: privat

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