Leserbrief zur ENF-Veranstaltung in Koblenz
„Es darf in Europa kein Zurück zu nationalstaatlichen Ordnungen geben“
Es ist ein positives Zeichen, dass Tausende Demokraten in Koblenz gegen das Treffen der europäischen Rechten und der AfD-Spitze demonstrierten. Die ENF steht für das rückwärtsgewandte Gedankenmuster der Rechten. Wir erleben nicht weniger als den Versuch reaktionärer und faschistoider Kreise, das Rad der Geschichte zurückzudrehen und sozusagen eine rechte Kulturrevolution zu starten, womit im Sinne kultureller Hegemonie faschistische Denkstrukturen in der Bevölkerung mehrheitsfähig gemacht werden sollen.
Es darf in Europa kein Zurück zu nationalstaatlichen Ordnungen geben, und Malu Dreyer hat leider durchaus recht, wenn sie feststellt, dass wir über die Anfänge schon weit hinaus sind und mittendrin im Kampf gegen den Rechtsradikalismus stehen.
Sowohl in Koblenz als auch in Washington gingen die Menschen auf die Straße, um gegen den rückwärtsgewandten Versuch zu demonstrieren, zurück zum nationalstaatlichen Denken zu kommen. Denn sowohl Donald Trump als auch die Rechten in Europa haben vor allen Dingen das Ziel, eine Politik zu betreiben, die Minderheiten ausgrenzt, die soziale Frage negiert und die Freiheitsrechte, die uns in den vergangenen Jahrzehnten so selbstverständlich geworden sind, beschneiden will.
Machen wir deutlich, dass Faschismus keine Meinung ist, sondern ein Verbrechen, und kämpfen wir um die liberale Demokratie, deren Werte noch nie so gefährdet waren wie derzeit. Die Tatsache, dass es in Koblenz einen Schulterschluss aller Demokraten gegeben hat, sollte auch in den aufziehenden Wahlkämpfen Richtschnur des Handelns all jener sein, die diese Republik verteidigen wollen.Manfred Kirsch,
Neuwied
