Leserbrief zu Artikel in BLICK aktuell Ausgabe 2./3. März 2023 „Austausch über aktuellen und anstehenden kommunalpolitischen Themen“
Es gibt eine Alternativroute !
Mit der Arbeit der CDU Brohltal bin ich im Grunde zufrieden, hat sie doch damit in den letzten Jahren viel zum Wohle der Bevölkerung beigetragen. Ihre positiven Einschätzung zur wirtschaftlichen Weiterentwicklung der Firma Rhodius für den Wohn- und Lebensstandort Brohltal teile ich jedoch nicht. Gerade für den Wohn- und Lebensstandort Glees/Burgbrohl ist durch die wirtschaftliche Weiterentwicklung der Getränkesparte für die Bevölkerung mit erheblichen Belastungen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu rechnen. Mit Fertigstellung des neuen Getränkelogistik-Centers im Industriegebiet Brohltal Ost sollen die in Burgbrohl abgefüllten Getränke per Lkw an sieben Tagen in der Woche, rund um die Uhr, durch das enge Burgbrohl über Glees zum neuen Standort geführt werden. Hier stellen sich mir die Fragen: „Wer hat diese Route genehmigt und wird diese Streckenführung von unseren gewählten Gemeinderatsmitgliedern befürwortet“.
Schon jetzt ist Glees durch den Schwerlastverkehr eines im Gleesbachtal ansässigen Bauuntennehmes belastet. Gott sei Dank meist nur in den Morgen-, Mittag- und Abendstunden. Die Bewohner/Innen der Burgbrohlerstraße sind aber hier schon genervt. Um 6 Uhr in der Frühe kündigen sich die ersten – vom Ortsschild noch weit entfernten - Lkw`s durch leichte Erderschütterungen an. Begleitet von schlafraubendem Lärm fangen kurze Zeit später Tassen und Gläser im Schrank an zu vibrieren. Verursacht werden die Stoßwellen wahrscheinlich durch die in Glees vorherrschende Bodenbeschaffenheit. Trass überträgt schon über weite Entfernungen jede Erschütterung.
Wenn man sich jetzt vorstellt, dass künftig – zu dem bereits vorhandenen Verkehr - alle sechs Minuten ein Lkw mit Anhänger dazu kommt, kann einem Angst und Bange werden. Menschen die auf Dauer derartige Belastungen ausgesetzt sind, haben ein erhöhtes Krankheitsrisiko und leiden nicht selten an Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Meines Wissens hat hier auch noch ein Urteil aus den 80er Jahren Rechtskraft. Nach der Klage eines Gleeser Bürgers wurde damals, aus den vorgenannten Gründen, ein gerichtliches Durchfahrverbot für Lkw in der Zeit von 22 Uhr bis 6 Uhr ausgesprochen.
Zudem sind auch die oft insgesamt zu hohen Geschwindigkeiten ein Problem. Gerade in der dunklen Jahreszeit, zur Rush Hour, besteht meiner Meinung nach ein erhöhtes Gefahrenpotenzial beim notwendigen Überqueren der Burgbrohlerstraße für Kita- und Schulkinder. Sowohl im engen oberen Bereich der Durchgangsstraße wie auch im breit ausgebauten unten Abschnitt wird vielfach rücksichtslos, auch von Lkw, gerast. Erinnert sei hier an den vierjährigen Simon, der vor Jahren von einem Fahrzeug erfasst und tödlich verletzt wurde.
Jeder in der Gemeinde gönnt der Firma Rhodius den wirtschaftlichen Erfolg. Für vielen Gleesern bietet die Firma Rhodius zudem einen Arbeitsplatz.
Vor diesem Hintergrund sollte das Unternehmen die geplante Routenführung nochmals überdenken. Über die L 113 und L 115 gibt es eine Alternativroute. Bis auf das Restaurant „Vulkan Waldfrieden“ wäre niemand durch den Schwerlastverkehr betroffen. Neben dem Engpass an den Trasshöhlen müssten lediglich die Serpentinen vor Glees etwas entschärft werden. Auch die Überlegung, dass diese Streckenführung für das Unternehmen teurer wird, kann man nicht gelten lassen. Für einen maximalen Unternehmensgewinn, auf Kosten der Gleeser und Burgbrohler Bevölkerung, hat niemand Verständnis.
Gerd Kauth, Glees
