Politik | 27.08.2019

Leserbrief zur Wahl von Udo Heuser als Stadtbürgermeister von Bad Breisig

„Es kann eigentlich nur besser werden“

Er ist parteipolitisch völlig ungebunden, er besitzt Humor und hat einen gesunden Menschenverstand

Udo Heuser heißt der neue Stadtchef der Thermal-Quellenstadt Bad Breisig. Bei einer Wahlbeteiligung von „nur“ 29,4 Prozent der Wahlberechtigten erhielt Heuser 56,5 Prozent Ja-Stimmen. Eine niedrige Wahlbeteiligung war prophezeit worden. Eine solche ist bei Alleinwahlen von Ortsvorstehern, Bürgermeistern oder Landräten durchaus üblich. Zur Erinnerung: Im Frühjahr 2012 hatte der amtierende Verbandsbürgermeister bei seiner Wiederwahl in dieses Hauptamt (damals war er gleichzeitig auch noch ehrenamtlicher Stadtbürgermeister und es gab für die Wähler keinerlei Anzeichen, dass er zwei Jahre später bei der Kommunalwahl für das städtische Ehrenamt nicht mehr zur Verfügung stehen würde) im Stadtgebiet Bad Breisig eine Wahlbeteiligung von 28,7 Prozent, in der gesamten Verbandsgemeinde von 30,4 Prozent. Im Mai 2015 lag die Wahlbeteiligung im Kreis Ahrweiler bei der Wahl des Landrats bei 29,7 Prozent (trotz zweier Bewerber). Also ähnliche und vergleichbare Beteiligungswerte wie bei der Bürgermeister-Wiederholungswahl am 25. August.

Traurig an der ganzen Sache ist, dass in den Sozialen Medien sowie (leider auch) in örtlichen Printmedien mit der Kritik an der Nichtaufstellung eigener Kandidaten durch die etablierten politischen Organisationen nach der Abwahl der bisherigen Stadtbürgermeisterin auch bemängelt wurde, dass sich diesmal nur ein „unerfahrener Politik-Neuling“ zur Wahl stellt, unverhohlen wurde dieses angebliche Manko des Kandidaten breitgetreten.

Auch diese eindeutig abwertenden Meinungen der Verfasser haben nicht unbedingt dazu beigetragen, die relativ geringe Wahlbeteiligung zu verhindern.

Dabei hat der „Ober“ Udo Heuser eine Chance verdient. Viele Bad Breisiger kennen ihn persönlich. Er ist parteipolitisch völlig ungebunden (in der aktuellen politischen Situation in Bad Breisig sicherlich kein zu unterschätzender Vorteil), er besitzt Humor, hat einen gesunden Menschenverstand, ist geradlinig und ehrlich. Vor allem ist er nicht von persönlichen oder geschäftlichen Interessen motiviert. Ihm geht’s, wie er selbst glaubhaft versichert, ausschließlich um die Zukunft seiner und unserer Heimatstadt und ein besseres Miteinander in der Kommunalpolitik und der Bürgerschaft.

Dafür muss er kein Verwaltungsfachmann sein. Hierfür sind andere hauptamtlich verantwortlich. Wichtig ist Menschenkenntnis und Einschätzungsvermögen für das Machbare.

Alle an einer positiven Entwicklung der Kurstadt Interessierten sollten dem neuen „Ober“-Bürgermeister eine Chance geben. Er und Bad Breisig haben das verdient. Es kann eigentlich nur besser werden.

Rolf Henzgen, Bad Breisig

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