Politik | 06.01.2016

Agentur für Arbeit Montabaur zieht positive Bilanz für 2015

Fachkräfte gewinnen und Flüchtlinge integrieren

Rhein-Lahn-Kreis. Stabilität kennzeichnete den regionalen Arbeits- und Ausbildungsmarkt im abgelaufenen Jahr. Bei guter Wirtschaftslage blieb die Arbeitslosigkeit niedrig und die Beschäftigung stieg weiter an. Diese positive Bilanz zieht Madeleine Seidel, Chefin der Agentur für Arbeit Montabaur, deren Bezirk die beiden Landkreise Westerwald und Rhein-Lahn umfasst. „Wir erwarten, dass diese günstige Entwicklung anhält und gehen mit Zuversicht ins neue Jahr“, erklärt sie. „Unser oberstes Ziel bleibt, Menschen in Arbeit zu bringen und die heimischen Unternehmen beim Gewinnen von Fachkräften zu unterstützen. Die größte Herausforderung wird 2016 die Integration der Flüchtlinge mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit sein.“

Im Jahresmittel 2015 waren im Agenturbezirk 7.191 Männer und Frauen ohne Job gemeldet. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote lag bei 4,1 Prozent und blieb somit im dritten Jahr in Folge gleich. Als erfreulich niedriger Wert sticht mit 2,9 Prozent die Quote der jungen Leute unter 25 Jahren hervor. Wie immer herrschte eine hohe Fluktuation am Markt. Hier zeigt sich die Ausgeglichenheit darin, dass sich Zugänge in und Abgänge aus Arbeitslosigkeit mit etwa 28.300 die Waage hielten. Am 30. Juni 2015 hatten laut der aktuellen Statistik in den beiden Landkreisen 95.496 Menschen sozialversicherungspflichtige Arbeit; das waren 2.033 mehr als ein Jahr zuvor. Gestiegen ist 2015 auch die Nachfrage nach Arbeitskräften. 8.861 Stellen meldeten die Unternehmen im Jahresverlauf dem gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und der beiden Jobcenter Westerwald und Rhein-Lahn. Noch deutlicher erhöhte sich der Stellenbestand, nämlich um 503 auf durchschnittlich 2.489. „Darin spiegelt sich der weiterhin zunehmende Bedarf an qualifiziertem Personal“, sagt Madeleine Seidel.

Über den Schwerpunkt Qualifizierung hinaus liegt auch 2016 ein Fokus darauf, Vorbehalte abzubauen und Schwerbehinderte in Arbeit zu bringen. Ein besonderes Augenmerk gilt zudem denjenigen, die seit längerer Zeit nicht im Erwerbsleben stehen. Jugendliche haben angesichts der hohen Ausbildungsbereitschaft der Betriebe und der demografischen Entwicklung beste Bedingungen, eine erfolgreiche Erwerbsbiografie zu beginnen. „Manche brauchen jedoch Starthilfen“, weiß Madeleine Seidel.

Flüchtlinge und Asylbegehrende professionell zu beraten und ihnen den Weg in eine Integration ins Arbeitsleben und damit in die Gesellschaft zu ebnen: Das ist die neue, große Aufgabe für die Agentur für Arbeit und die Jobcenter. Aus den zehn Nationen mit den meisten Asylanträgen waren für den Agenturbezirk Montabaur Ende 2014 insgesamt 618 erwerbsfähige Personen gemeldet, Ende 2015 waren es 952. Darunter stieg die Zahl der Schutzsuchenden aus Syrien/Arabischen Republik von 99 auf 357 Personen. Sie stellen damit die mit Abstand größte Gruppe. „Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Integration ist der Erwerb von Sprachkompetenz“, betont die Agenturchefin. „Hier sind wir auf gutem Weg: Derzeit nehmen im Westerwald- und Rhein-Lahn-Kreis fast 1000 Flüchtlinge an Deutschkursen teil, die die Agentur für Arbeit finanziert. Im nächsten Schritt heißt es, Kompetenzen, Erfahrungen und Potenziale so schnell wie möglich zu identifizieren und durch gezielte Förderung zu erschließen.“

Pressemitteilung der

Agentur für Arbeit

Montabaur

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