Politik | 07.10.2019

SPD-Kreisverband Rhein-Lahn lud zu Informationsveranstaltung ein

Fachkundige Hilfe für das Ehrenamt

Vereine und Gruppen brauchen beim Erhalt der Brauchtumsumzüge Unterstützung bei der Umsetzung der behördlichen Auflagen

Landrat Frank Puchtler sicherte den anwesenden Vereinsvertretern seine Unterstützung zu. Foto: privat

Rhein-Lahn-Kreis. Bis auf den letzten Platz gefüllt war der Saal des Landgashofes Liebeneck in Osterspai, denn das Interesse der im Karneval und in der Brauchtumspflege aktiven Vereine, Privatgruppen und Gemeinden in der Verbandsgemeinde Loreley und im Rhein-Lahn-Kreis an Informationen war groß. Sie alle waren der Einladung der SPD um deren Fraktionsvorsitzenden im Verbandsgemeinderat Loreley und Kreisvorsitzenden Mike Weiland gefolgt, um sich über die Auflagen für Karnevals- und Festwagen bei Brauchtumsumzügen zu informieren. „Uns ist es sehr wichtig, die Ehrenamtlichen wo es nur geht zu unterstützen und ihnen fachkundige Hilfe anzubieten, denn das Ehrenamt hält unsere Gesellschaft zusammen“, so Mike Weiland.

Doch zunächst von vorne: Das rechtliche Regelwerk, das die technischen Anforderungen für Festwagen vorgibt, gibt es in der aktuellen Form bereits seit Ende der 80er-Jahre. Daran hat sich bis heute nichts Entscheidendes geändert, lediglich die im Frühjahr erfolgte Medienberichterstattung und ein Rundschreiben, dass die zuständigen Behörden künftig genauer die Einhaltung kontrollieren, hatte bereits vor den Fastnachtsumzügen Anfang des Jahres für große Verunsicherung gesorgt. Durch ein gut gemeintes Schreiben des karnevalistischen Dachverbands und entsprechende Pressearbeit über einen sogenannten Kompromiss in Bezug auf die Sicherheitsvorkehrungen und rechtlichen Rahmenbedingungen für Wagen bei Karnevals- und Brauchtumsumzügen war zudem kurz vor der heißen Phase des Straßenkarnevals bei Vereinen entlang der Rheinschiene, aber auch andernorts im Kreis weitere Verunsicherung aufgekommen. Im Sommer konnte man dann in der Presse lesen, dass eine Lösung von Koblenzer Karnevalisten gemeinsam mit dem Dachverband und den für die rechtlichen Rahmenbedingungen Verantwortlichen gefunden sei. Dennoch ist nach wie vor für viele Vereine unklar, wie nun künftig die Spielregeln sind. Gerade hier aber gilt für alle Veranstalter und Aktiven das altbekannte Motto: „Unwissenheit schützt im schlimmsten Falle vor Strafe nicht.“ Daher sind nach der öffentlichen Diskussion Anfang des Jahres sowohl zuständigen Behörden als auch Veranstaltern im Zweifel zwangsläufig die Hände gebunden. „Und genau hier ist es Aufgabe der Politik und der zuständigen Verwaltungen, zu helfen“, betont Mike Weiland.

Hinweise zu rechtlichen Vorschriften und Versicherung

So konnte mit Olav Kullak, Zugmarschall des Koblenzer Rosenmontagszugs und Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Koblenzer Karneval, ein Referent gewonnen werden, der sich nicht nur in der Materie bestens auskennt und viel Erfahrung besitzt, sondern auch im Sommer in die Behördengespräche eingebunden war. Zunächst informierte Kullak über die Entwicklung der rechtlichen Vorschriften und gab dann wertvolle Hinweise, worauf die Vereine und Gruppen beim Bau ihrer Wagen achten müssen: Eine Betriebserlaubnis ist beispielsweise für die Wagen nicht unbedingt erforderlich, jedoch dürfen die Gespanne dann maximal 6 km/h fahren, und das muss auch mit entsprechendem Schild gekennzeichnet werden. Darüber hinaus gilt: Wenn ein Anhänger beispielsweise keine eigene Bremse besitzt, muss die Zugmaschine mindestens das 1,5-fache des Gesamtgewichtes, das der Wagen während des Festumzugs auf die Waage bringt, aufweisen. Auch auf das Thema Beleuchtung der Wagen, Bereifung, Achslasten, Aufbauten und wie beispielsweise die Abnahme für das erforderliche Brauchtumsgutachten erfolgen kann, ging Kullak intensiv ein. Abschließendes Themenfeld war die Versicherung von Gespannen, Umzügen und Veranstaltungen. Ein reger Austausch entwickelte sich, und dank Kullaks Kenntnissen blieben zumindest an diesem Abend keine Fragen offen, obwohl der sachverständige Gutachter, der die technischen Details erläutern sollte, leider aufgrund eines familiären Krankheitsfalls kurzfristig ausgefallen war – Kullak kompensierte den Part zur Zufriedenheit der Ehrenamtler vollends.

Landrat Frank Puchtler, der einerseits für die zur Kreisverwaltung gehörende Zulassungsbehörde sprach, andererseits aber auch Unterstützung der Vereine beim Umbau der Wagen anbieten konnte, unterstrich einmal mehr, dass der Kreis das Ehrenamt „nicht hängen lasse“.

Erhalt der alten Traditionen unterstützen

Mike Weiland fasste am Ende der Veranstaltung die wichtigsten Informationen des Abends noch einmal zusammen und machte deutlich, wie wichtig es der SPD sei, diejenigen, die sich Jahr für Jahr in der Brauchtumspflege und im Erhalt der alten Traditionen engagieren, zu unterstützen, und genau deshalb habe man auch zu einem solch schwierigen und kritischen Thema als Partei eingeladen, weil die Vereine schon lange auf entsprechende Informationen und Antworten warten, damit sie ihre Fahrzeuge und Anhänger für die kommenden Jahre nutzbar machen können. „Ich selbst bin seit rund drei Jahrzehnten in der Fastnacht aktiv und organisiere seit 25 Jahren immer wieder kleinere und größere Veranstaltungen“, so Weiland. Daher wisse er, welche Arbeit dahinter stecke, und es sei ihm und der SPD ein Herzensanliegen, allen Aktiven in einer solchen Situation unter die Arme zu greifen, soweit es ehrenamtlichen Kommunalpolitikern eben möglich sei. Daher werde man das Ehrenamt auch weiter auf dem Weg hin zu Lösungen unterstützen.

Pressemitteilung des

SPD-Kreisverbands Rhein-Lahn

Landrat Frank Puchtler sicherte den anwesenden Vereinsvertretern seine Unterstützung zu. Foto: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Gitta Meyer: Ehrlich,die ganze Idee Buga im Mittelrhein ist falsch. Die Gemeinden sind verschuldet. Schauen sie sich Lahnstein an. Hier ist nichts los. Die Brücke wird bestimmt toll,aber sonst.....
  • Oliver Burggraf: Sehr schöne Vorabinfo vor dem Festival. Freuen uns schon drauf

BLICK aktuell-Bilderrätsel: Folge 3

  • Claus Wiest: Das Foto zeigt die Rheinfähre Linz-Remagen, aufgenommen von der Anfahrt auf der Linzer Seite mit Blick auf den Ort Kripp.
Dauerauftrag 2025
Rund ums Haus "Baustellen / Wertstoffhöfe"
Kooperationsgeschäft
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Stellenanzeige Kaufmännische/r Angestellte/r
Titel-Eckfeld - Bestellung Nr. 4300003863
Maifest Gönnersdorf
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Empfohlene Artikel
16

„Saubere Flüsse bieten Schutz vor Hochwasser“ lautete die Überschrift eines Berichts in der Ausgabe 14/2026 des BLICK aktuell. Darin hieß es u.a.: „Während die Verbandsgemeinde Bad Breisig die öffentlich-rechtliche Verpflichtung zur Gewässerunterhaltung wahrnimmt, obliegt den Grundstückeigentümern die zivilrechtliche Verkehrssicherungspflicht für Uferbereiche und Bewuchs.“

Weiterlesen

Der marode Zustand der L 83 ist in Kempenich Dauerthema.  Foto: Jochen Seifert
349

Der Artikel zeigt deutlich das Dilemma mit der Sanierung von Landes- und Kreisstraßen im Kreis Ahrweiler. Dem LBM ist der Zustand der L 83 von der K 18 bis nach Kempenich bekannt – das freut mich. Offensichtlich nicht bekannt ist der miserable und verkehrsgefährdende tatsächliche Zustand, denn dann hätte man die Straßen längst saniert. Der benannte Abschnitt der L 83 stand schon im Investitionsplan Landesstraßen der Landesregierung von 2019 – 2023 mit insgesamt 1,934 Millionen Euro.

Weiterlesen

Die CDU Rheinbreitbach freut sich auf viele Gäste beim Burgfest am 26. April.  Foto: Heinz-Werner Lamberz
31

Rheinbreitbach. Der CDU-Ortsverband Rheinbreitbach lädt ein zum Burgfest am Sonntag, 26.04.2026 ab 15:00 Uhr in und um die Obere Burg, Schulstraße 7a in Rheinbreitbach. Angeboten werden leckere, von Mitgliedern gebackene Kuchen, selbstverständlich auch Kaffee, Tee sowie andere alkoholische und alkoholfreie Getränke. Natürlich besteht Gelegenheit zu Gesprächen untereinander sowie mit Abgeordneten und Kommunalpolitikern.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild.
4

Flucht trotz ausgelöstem Airback: Polizei stoppt Autofahrer unter erheblichem Alkoholeinfluss

22.04.: Kontrollverlust auf der B260: Alkoholisierter Fahrer flieht nach Unfall

Nievern. Am Abend des 22. April 2026, etwa um 20:15 Uhr, ereignete sich auf der B260 in Fahrtrichtung Bad Ems ein Unfall. Ein Fahrzeug geriet auf Höhe des Überfliegers im Nievern-Bereich außer Kontrolle, begann zu schleudern und stieß schließlich an den Bordstein. Der Schaden an der Felge war beträchtlich, und die Airbags des Autos wurden ausgelöst. Trotz dieser Umstände entfernte sich der Fahrer zunächst unerlaubt von der Unfallstelle.

Weiterlesen

„Die Umfirmierung ist für uns ein wichtiger Meilenstein“, erklärt Rechtsanwalt Kai-Daniel Friedrich.  Foto: Sabine Ring
7

-Anzeige-Umfirmierung als konsequenter Schritt in die Zukunft: „Kurtenacker Friedrich Rechtsanwälte“ wird zu FRIEDRICH Rechtsanwälte

Moderne Struktur, klare Ausrichtung und bewährte Kompetenz

Bad Neuenahr. Aus einer gewachsenen und etablierten Kanzlei entsteht eine noch klarer strukturierte und zukunftsorientierte Einheit: Die bisherige Kanzlei „Kurtenacker Friedrich Rechtanwälte“ firmiert nun unter dem Namen FRIEDRICH Rechtsanwälte. Die Umfirmierung ist dabei kein Bruch mit der Vergangenheit, sondern die logische Weiterentwicklung einer erfolgreichen Kanzleigeschichte.

Weiterlesen

Symbolbild.
15

Sankt Goarshausen. Am 23. April 2025 ereigneten sich bereits am Vormittag mehrere Fälle, in denen falsche Polizeibeamte Geschädigte telefonisch kontaktierten. Die Betroffenen erhielten die Mitteilung, dass in ihrer Nachbarschaft ein Einbruch stattgefunden habe und ihr Name auf einer Liste der Einbrecher aufgetaucht sei.

Weiterlesen

Imageanzeige
Kleinanzeigen
Suchen Auslieferungsfahrer
Kirmes Polch
Dachdecker (m/w/d)
Floristik Meyer
Kirmes Polch
Stellenanzeige Auszubildung zum/zur Umwelttechnologen/in
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Maibaumstellen Heimersheim
Tank leer?
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
100 Jahre Eifelverein Dernau