Die demokratischen Kreistagsfraktionen hatten zur Kundgebung auf dem Bendorfer Kirchplatz aufgerufen
Fast 1000 Bürger demonstrierten gegen Rechtsextremismus
Bendorf. Nahezu 1000 Bürger nahmen teil an der Kundgebung „Nie wieder ist jetzt! Für Demokratie und Menschenrechte“ auf dem Bendorfer Kirchplatz. Organisiert und veranstaltet hatten dies die demokratischen Parteien, die im Kreistag von Mayen-Koblenz vertreten sind.
Nachdem die Band „Edelzwicker“, bestehend aus Manfred Pohlmann und Harald Becker, drei Lieder zur Einstimmung gespielt hatten, kam CDU-Fraktionsvorsitzender Georg Moesta auf die Bühne, dankte den Bürgern für ihre Teilnahme an der Kundgebung und sagte: „Hier wird gezeigt, welche Kraft das Zusammenwirken aller demokratischen Organisationen hat.“
Der Bendorfer Bürgermeister Christoph Mohr erklärte, dass sein Herz höherschlägt, wenn er die vielen Bürger mit Plakaten gegen rechten Hass und Hetze sieht.
„Ich freue mich, dass Bendorf für diese kreisweite Kundgebung ausgesucht wurde, es ist ein guter Platz für die Message des Tages. Denn hier leben Menschen aus vielen Kulturkreisen friedlich zusammen. Seit 60 Jahren ist Bendorf geprägt von erfolgreicher Migration und dem Austausch verschiedener Kulturen und Nationen“, führte Mohr aus und forderte die Bürger auf: „Lasst uns laut sein für Demokratie und Menschenrechte.“
Als Symbol von Einheit und Toleranz bezeichnete die stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Dr. Ute Stuhlträger-Fatehpour die Bendorfer Kirche St. Medard. Darin gibt es einen Raum für katholische und einen für evangelische Gläubige, verbunden durch eine Tür.
„Diese Tür darf nie geschlossen werden“, meint Dr. Ute Stuhlträger-Fatehpour, „denn sie symbolisiert, dass Einheit möglich ist zwischen unterschiedlichen Glaubensrichtungen und sie in den Dialog treten können.“
Sie forderte, dass Werte von Demokratie, Menschenrechte und Toleranz mit Leben gefüllt werden, denn das sei wichtiger denn je. „Heute ist der Tag der Großartigkeit und für mich seid ihr das heute, die ihr da seid“, lobte sie die Teilnehmer der Kundgebung.
Die fand auch SPD-Fraktionsvorsitzender Achim Hütten großartig, da hier die Liebe zu Freiheit, Demokratie und den Menschen gezeigt wird, egal welche Orientierung sie haben und wo sie herkommen.
„Wenn der AfD-Chefideologe Höcke auf dem Parteitag äußert, die EU muss sterben, zeigt das seinen Hass auf das größte Friedensprojekt auf europäischem Boden seit über 1000 Jahren“, kritisierte Hütten und appellierte an die Bürger, dass sie jeden Tag für Demokratie und Freiheit eintreten. Die müssten aber auch im Bildungssystem verteidigt werden erklärte Ralf Schmorleiz von der FWG-Kreistagsfraktion. „Die freiheitlich demokratische Grundordnung ist getragen von Pluralismus, Pressefreiheit, Mehrheitsprinzip und Minderheitenschutz und das müssen wir verteidigen“, führte er aus und weiter: „Wir hatten die große Gnade unser Leben in Freiheit und Frieden führen zu dürfen und das ist keine Selbstverständlichkeit.“
Natascha Lentes von der grünen Kreistagsfraktion betonte: „Diese Bewegung hat kein Ende. So lange Demokratie und Menschenrechte bedroht sind, gehen wir auf die Straße und erheben unsere Stimme. Wir sind hier, um ein Zeichen zu setzen und Flagge zu zeigen, wir haben eine die von Europa, sie steht für Einheit, Solidarität und Frieden.“
Dass eine Partei die Nazizeit verherrlicht und daher unsere Demokratie gefährdet, beklagte Herbert Speyerer von der FDP-Fraktion. Der Erklärung des Deutschen Städtetags hat sich der Bendorfer Stadtrat angeschlossen und befürwortet sie. Speyerer zitierte: „Was wir nicht akzeptieren, ist, wenn der Kern unserer Verfassung und die Basis unseres Zusammenlebens angegriffen werden: Die Würde des Menschen ist unantastbar, eines jeden Menschen.“
Mit der Kundgebung wird ein Zeichen für offenes Bendorf, Kreis, Land und Deutschland gesetzt, ist Hans-Georg Schönberg von der Fraktion Die Linke überzeugt: „Wer nichts tut, macht mit, aber wir sind heute hier, um Freiheit zu verteidigen. Jeder ist aufgerufen Kante gegen Rechtsextremismus zu zeigen.“
Die Jugendverbände sind nicht nur Orte der Freizeitgestaltung, sondern echte Werkstätten der Demokratie erklärte der Vorsitzende des Kreisjugendrings Thomas Christ: „Demokratie benötigt Mitmacher, Menschen die sich engagieren, ihre Stimme erheben und Verantwortung übernehmen. Gerade die junge Generation spielt dabei eine entscheidende Rolle.“
Zeynep Begen, Vorsitzende des Beirats für Migration und Integration, sieht die AfD mit ihren Ideologien als ernste Gefahr für Gesellschaft und die Integration: „Ich weiß, Deutschland kann niemals rechts werden. Ich bin ein Teil von Deutschland, ich gehöre zu Deutschland.“
Der ehemalige evangelische Bischof Dr. Markus Dröge findet es gut, dass es bei allem notwendigen Streit in der Demokratie es gemeinsame Werte gibt: „Aber es wird wieder vieles lebendig, was wir nur aus Geschichtsbüchern kennen.“
Die demokratische Gesellschaft sei kein Selbstläufer, sondern werde von innen und außen bedroht: „Die Alternative ist eine unheilvolle Alternative, die dürfen wir nicht zulassen. Aber wir haben eine wache Gesellschaft und dass Sie heute hierhin gekommen sind, ist Zeichen dafür. Wir haben aus der Geschichte gelernt aber leider nicht alle.“
Übrigens: Die eineinhalbstündige Kundgebung wurde überwacht von 6 städtischen Vollzugsbeamten, der Polizei, dem DRK und dem Rettungsdienst. HEP
Zur Kundgebung in Bendorf kamen fast 1000 Teilnehmer.
Die Band „Edelzwicker“ spielte zum Auftakt der Kundgebung.
Die Organisatoren der Kundgebung.
Bürgermeister Mohr freute sich darüber, dass die Kundgebung nach Bendorf gelegt wurde. Fotos: HEP
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